Umstellung bei Heizungsförderung sorgt fĂŒr vorlĂ€ufigen Antragsstopp
Veröffentlicht am: 08.07.2026 um 18:21 Uhr | dpa, AD HOC NEWSVom 9. Juli bis 20. Juli kommt es zu einer Umstellungsphase, um "notwendige technische Anpassungen" bei der staatlichen Förderbank KfW und dem Bundesamt Bafa vorzunehmen, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. Die neuen Förderbedingungen sollen demnach am 21. Juli in Kraft treten. Ab diesem Tag könnten nur noch AntrÀge unter den neuen Förderbedingungen gestellt werden.
Das Ministerium teilte weiter mit, es gebe eine "Vertrauensschutzregelung". Antragsstellende mit einer gĂŒltigen, sogenannten BestĂ€tigung zum Antrag oder einer sogenannten technischen Projektbeschreibung, die aber noch keinen Antrag gestellt hĂ€tten, könnten wĂ€hrend der Umstellungsphase noch AntrĂ€ge zu den bisherigen Konditionen stellen.
FĂŒr den Einbau von WĂ€rmepumpen und anderen klimafreundlichen Heizungen gibt es in den kommenden Jahren weniger Zuschuss vom Staat.
Auf der Homepage des Bundesverbands WĂ€rmepumpe hieĂ es, die BestĂ€tigung zum Antrag selbst sei kein gĂŒltiger Förderantrag. Kunden, denen bereits eine BestĂ€tigung zum Antrag vorliege, wurde empfohlen, einen Antrag noch heute ĂŒber das KfW-Portal zu stellen. Der Verband hatte am Dienstag erklĂ€rt: "Eine Aussetzung der Antragsmöglichkeit wĂ€re ein falsches Signal an Verbraucherinnen und Verbraucher, Fachhandwerk und alle anderen Marktteilnehmer."
Ausschuss stimmt neuer Förderung zu
Der Haushaltsausschuss des Bundestags hatte zuvor grĂŒnes Licht fĂŒr Ănderungen bei der Bundesförderung fĂŒr effiziente GebĂ€ude gegeben, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr.
Neue Förderung
Bisher ist beim Umstieg auf eine klimafreundliche Heizung eine staatliche Förderung bis zu 70 Prozent möglich. Der maximal erhĂ€ltliche Investitionskostenzuschuss fĂŒr den Heizungstausch betrug bis zu 21.000 Euro der sogenannten förderfĂ€higen Kosten. Damit soll es schrittweise bis 2030 um mehrere Tausend Euro abwĂ€rtsgehen. Die Regierung begrĂŒndet das auch mit SparzwĂ€ngen. Die Mittel kommen aus Klima- und Transformationsfonds, einem Sondertopf des Bundes.
Das Wirtschaftsministerium erklĂ€rte, die Bundesregierung werde Sanierungen im GebĂ€udebereich auf Basis der reformierten Bundesförderung weiter umfassend finanziell unterstĂŒtzen. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sagte, die Förderung werde sozial gerechter. "Wer auf UnterstĂŒtzung besonders angewiesen ist, profitiert kĂŒnftig stĂ€rker." Die Förderung werde zielgerichteter eingesetzt und leiste zugleich einen Beitrag zu einer "soliden" HaushaltsfĂŒhrung.
Bei der Heizungsförderung gibt es kĂŒnftig eine stĂ€rkere soziale Staffelung. Ănderungen gibt es vor allem beim sogenannten Einkommensbonus.
Umweltminister Carsten Schneider (SPD) sagte: "Mit der Reform der Heizungsförderung gelingt es uns, Geld einzusparen und zugleich die positiven Wirkungen fĂŒr Klimaschutz und moderne Heizungstechnologie zu erhalten."
GrĂŒne: Vertrauen gebrochen
Die GrĂŒnen-Politikerin Katrin Uhlig kritisierte: "Weniger Mittel bedeuten weniger Förderung, weniger Investitionen und weniger Klimaschutz - mit fatalen Folgen fĂŒr die WĂ€rmewende. Besonders problematisch ist die entstehende Unsicherheit: Ăber Jahre wurde kommuniziert, dass die Finanzierung bis 2029 gesichert ist. Dieses Vertrauen wird nun gebrochen."
Reform des Heizungsgesetz
Die Ănderungen bei der Förderung kommen parallel zur geplanten Reform des bisherigen Heizungsgesetzes. Die schwarz-rote Koalition will im neuen GebĂ€udemodernisierungsgesetz Kernpunkte der von der frĂŒheren Ampel-Regierung beschlossenen Regelungen kippen. Der Kern des bestehenden GebĂ€udeenergiegesetzes soll wegfallen, nĂ€mlich die 65-Prozent-Regelung: Diese sieht vor, dass jede neu eingebaute Heizung mit 65 Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden soll. Auch kĂŒnftig sollen neue Gas- und Ălheizungen eingebaut werden können - Voraussetzung ist, dass diese schrittweise einen zunehmenden Anteil CO2-neutraler Brennstoffe wie Biomethan nutzen.
