UmweltverbÀnde warnen vor CO2-Speicherung
11.09.2025 - 06:29:29Man sei "in groĂer Sorge" wegen der anstehenden Novelle des entsprechenden Gesetzes, schreiben acht UmweltverbĂ€nde in einem Brief an fĂŒhrende Fachpolitiker im Bundestag, der der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.
VerbĂ€nde fĂŒrchten Klimaschutz-Bremse
KlimaschĂ€dliches Kohlendioxid (CO2) entsteht beispielsweise in Industrieanlagen und bei der Verbrennung von Ăl, Gas und Kohle. Die Bundesregierung will Abscheidung, Transport und Speicherung von CO2 möglich machen. Dabei zielt sie laut Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) auf industrielle Prozesse, in denen sich CO2-Emissionen nicht vermeiden lieĂen, etwa in der Zement-, Kalk- und Aluminiumindustrie.
Die Umweltorganisationen sehen in den PlĂ€nen hingegen ein Einfallstor fĂŒr eine breite Nutzung der Technologie, die auch als "Carbon Capture and Storage" (CCS) bekannt ist. "Die vorliegende Novelle wĂŒrde einen breiten Einsatz von CCS auch fĂŒr technisch vermeidbare Emissionen ermöglichen, beispielsweise bei der industriellen ProzesswĂ€rme oder fĂŒr die Stromerzeugung", schreiben sie. ProzesswĂ€rme ist WĂ€rme, die fĂŒr industrielle Prozesse genutzt wird.
Bundestag berĂ€t ĂŒber PlĂ€ne
Zudem dĂŒrfe CCS nicht fĂŒr Gaskraftwerke zum Einsatz kommen, verlangen die VerbĂ€nde. Sie fĂŒrchten, dass Deutschland damit lĂ€nger vom EnergietrĂ€ger Gas abhĂ€ngig bleibt. "Investitionen in CCS-Anlagen und -Infrastruktur wĂŒrden den Einsatz von Gas, Kohle und Ăl in der Industrie ĂŒber mehrere Jahrzehnte zementieren."
Unterzeichnet haben das Schreiben der Deutsche Naturschutzring, der Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz (BUND), Greenpeace, Deepwave, Germanwatch, der WWF, die Deutsche Umwelthilfe und der Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Am Donnerstagabend soll der Bundestag erstmals ĂŒber die Reform beraten.

