Wadephul, Ungarns

Wadephul: Ungarns Blockade gegen Sanktionen nicht von Dauer

24.02.2026 - 10:08:30 | dpa.de

Ungarn und die Slowakei werden nach EinschĂ€tzung von Außenminister Johann Wadephul ihre Blockade neuer EU-Sanktionen gegen Russland nicht auf Dauer durchhalten.

"Ich rechne damit, dass Ungarn zustimmt", sagte der CDU-Politiker im RBB-Inforadio. Aus seiner Sicht habe Regierungschef Viktor Orban wahrscheinlich ein Signal fĂŒr diesen Dienstag setzen wollen, zur Reise der europĂ€ischen Spitze nach Kiew. Dort wird des vierten Jahrestags der russischen Invasion in die Ukraine gedacht.

Wadephul kritisierte Orbans russlandfreundliche Politik. "Manchmal habe ich den Eindruck, er beachtet eher das, was Wladimir Putin gefĂ€llt, als das, was Europa dient. Aber wir dĂŒrfen uns dadurch nicht irritieren lassen", sagte er.

Bei der Slowakei sei die Blockadehaltung nicht so dramatisch und weniger grundsĂ€tzlich, sagte Wadephul. "Die Probleme und die Fragen, die sich dort stellen, lassen sich lösen." Ungarn und die Slowakei begrĂŒnden ihre Blockade damit, dass sie ĂŒber die durch die Ukraine fĂŒhrende Druschba-Pipeline derzeit kein russisches Öl mehr bekommen.

Ungarn hat nicht nur ein Veto gegen weitere Sanktionen eingelegt, sondern auch gegen eine EU-Entscheidung, die wichtige Finanzhilfen fĂŒr die Ukraine ermöglichen soll. Insgesamt geht es dabei um 90 Milliarden Euro, von denen 60 Milliarden Euro konkret fĂŒr den Abwehrkampf der Ukraine bestimmt sind.

TĂ€glich Hunderte Tote

Wadephul sagte, mit seiner abweichenden Haltung verrate Ungarn seine eigene Geschichte. Ungarn habe Ende der 80er Jahre ĂŒberhaupt erst den ganzen Wandel herbeigefĂŒhrt fĂŒr den Fall des Eisernen Vorhangs.

Wadephul stellte fest, am Ende des Tages habe Putin keines seiner Kriegsziele erreicht. TĂ€glich stĂŒrben Hunderte junge Russen, doch der ganze Erfolg des letzten Kriegsjahres sei die Eroberung von einem Prozent des Territoriums der Ukraine gewesen.

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