Orban, Angriff

Orban: Angriff auf Venezuela ist 'PhÀnomen einer neuen Welt'

05.01.2026 - 15:48:05

Ungarns MinisterprÀsident Viktor Orban sieht im US-Angriff auf Venezuela und der Gefangennahme von dessen PrÀsidenten Nicolås Maduro das "kraftvolle PhÀnomen einer neuen Welt".

Er betrachte dies nicht von einem moralischen Standpunkt aus, sondern sehe nur darauf, was gut ist fĂŒr Ungarn, sagte er auf seiner jĂ€hrlichen Pressekonferenz in Budapest.

"FĂŒr Ungarn ist es eine gute Nachricht, dass die USA die Erdölvorkommen Venezuelas unter ihre Kontrolle bringen werden und dadurch der Weltmarktpreis fĂŒr Öl sinken wird", fĂŒgte er hinzu. Deswegen habe Ungarn auch als einziges EU-Mitgliedsland nicht die Stellungnahme der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas unterstĂŒtzt.

Darin rief die europÀische Spitzendiplomatin unter anderem dazu auf, das Völkerrecht zu achten. "Das Völkerrecht der alten Weltordnung - nennen wir sie die "liberale Weltordnung" - hat keine Geltung mehr", sagte Orban.

Regierungschef unter Druck

Der rechtspopulistische Regierungschef sieht im neuen Jahr Parlamentswahlen entgegen, bei denen er mit seiner Fidesz-Partei nach 16 Jahren die Macht verlieren könnte. Als chancenreicher Herausforderer hat sich Peter Magyar mit seiner bĂŒrgerlichen Tisza-Partei etabliert. Magyar stammt selbst aus dem inneren Fidesz-Kreis, hat aber vor knapp zwei Jahren mit Orbans System kategorisch gebrochen.

Meinungsumfragen sehen die Tisza-Partei seit Monaten deutlich vor dem Fidesz. Wegen der UnwĂ€gbarkeiten des komplexen ungarischen Wahlsystems und der erdrĂŒckenden Übermacht der von Orban kontrollierten Medien gilt ein Wahlsieg Magyars aber nicht als gesichert.

@ dpa.de