Unilever Aktie: 7,80 Prozent Kurssprung
Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 23:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Unilever hat am heutigen Dienstag die Erwartungen des Marktes deutlich übertroffen und die Prognose für das Gesamtjahr 2026 nach oben korrigiert. Besonders das zweite Quartal glänzte durch ein Mengenwachstum von 5,5 Prozent – der höchste Wert seit über 15 Jahren. Das organische Umsatzwachstum (Underlying Sales Growth) belief sich im zweiten Vierteljahr auf 5,8 Prozent und lag damit über der Konsensschätzung von 4,3 Prozent. Der Konzern profitierte dabei von einer starken Nachfrage in den Schwellenländern und einer erfolgreichen Werbekampagne während der Fußball-Weltmeisterschaft.
Starke Volumen-Zahlen treiben das Halbjahr
Im gesamten ersten Halbjahr erwirtschaftete der Konsumgüterriese einen Umsatz von 25,6 Milliarden Euro. Das entspricht einem organischen Plus von 4,8 Prozent, wobei der Großteil auf ein gestiegenes Absatzvolumen von 4,2 Prozent zurückzuführen ist. Preiserhöhungen spielten mit 0,6 Prozent eine deutlich untergeordnete Rolle im Vergleich zu früheren Perioden. Die bereinigte operative Marge verbesserte sich leicht um 10 Basispunkte auf 20,3 Prozent. CEO Fernando Fernandez betonte den strategischen Fokus auf die Kernmarken, die sogenannten Power Brands. Diese machen rund 78 Prozent des Gesamtumsatzes aus und verzeichneten ein organisches Wachstum von 6,0 Prozent.
Aufgrund der dynamischen Entwicklung hob das Management den Ausblick für 2026 an. Erwartet wird nun ein organisches Umsatzwachstum in einer Spanne von 4 bis 6 Prozent; zuvor hatte Unilever lediglich das untere Ende dieser Spanne in Aussicht gestellt. Auch das Ziel für das jährliche Mengenwachstum wurde von bisher mindestens 2 Prozent auf nun rund 3 Prozent nach oben korrigiert. Finanzvorstand Srinivas Phatak erklärte zudem, dass die Zeiten der Unterinvestition vorbei seien. Dies unterstreicht das Unternehmen mit einem Marketing-Budget, das im ersten Halbjahr 16,1 Prozent des Umsatzes erreichte.
Fokus auf Beauty und die Foods-Abspaltung
Die geplante Trennung vom Lebensmittelgeschäft und die Kombination mit McCormick schreiten planmäßig voran. Das Vorhaben, das mit über 65 Milliarden US-Dollar bewertet wird, soll bis Mitte 2027 abgeschlossen sein. Während Sparten wie Home Care mit einem Plus von 7,6 Prozent und Beauty & Wellbeing mit 5,9 Prozent stark wuchsen, blieb das klassische Lebensmittelgeschäft (Foods) mit einem Zuwachs von 1,2 Prozent hinter der Konzerndynamik zurück. Innerhalb der Segmente stach die Kategorie Home Care im zweiten Quartal sogar mit einem organischen Plus von 9,1 Prozent hervor.
Die Aktie reagiert am heutigen Handelstag mit einem deutlichen Sprung nach oben und notiert aktuell bei 58,21 Euro. Das entspricht einem Plus von 7,80 Prozent gegenüber dem gestrigen Schlusskurs. Parallel zu den operativen Fortschritten schloss der Konzern ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 1,5 Milliarden Euro ab und kündigte für das zweite Quartal eine Dividende in Höhe von 0,4664 Euro je Aktie an, was einer Steigerung von 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Analysten reagieren erfreut auf die Kehrtwende
In Analystenkreisen stießen die Ergebnisse auf breite Zustimmung. Die Experten von Bernstein sprachen von überragenden Umsätzen und bestätigten ihr „Outperform“-Rating. Analyst Callum Elliott erwartet, dass die angehobenen Jahresziele die Konsensschätzungen für den Gewinn je Aktie im laufenden Jahr um ein bis zwei Prozent steigen lassen dürften. Auch bei JPMorgan wurde die operative Entwicklung lobend hervorgehoben.
David Hayes von Jefferies hielt zwar an seiner vorsichtigen Einstufung („Underperform“) fest, gestand jedoch ein, dass die Verkaufszahlen im zweiten Quartal die Erwartungen übertroffen haben. Besonders die Erholung in den Schwellenländern, die ein organisches Wachstum von 7,0 Prozent zeigten, stützte das Ergebnis. Während Europa mit einem Rückgang von 0,9 Prozent leicht schwächelte, konnten Märkte wie Indien und Lateinamerika mit Zuwächsen von 8,0 beziehungsweise 7,6 Prozent überzeugen. Damit scheint der von Fernandez eingeleitete Umbau des Portfolios hin zu wachstumsstärkeren Segmenten erste Früchte zu tragen.
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