Unilever, Aktie

Unilever Aktie: Terry Smith verkauft komplette Position

12.05.2026 - 20:54:34 | boerse-global.de

Langzeitinvestor Terry Smith verkauft Unilever-Anteile. Kritik an strategischer Ausrichtung und der McCormick-Fusion belasten den Aktienkurs trotz solider Quartalszahlen.

Unilever Aktie: Terry Smith verkauft komplette Position - Foto: über boerse-global.de
Unilever Aktie: Terry Smith verkauft komplette Position - Foto: über boerse-global.de

Unilever verliert einen seiner prominentesten Langfristinvestoren. Terry Smith hat seine gesamte Beteiligung verkauft, obwohl die Aktie am Dienstag zulegt. Der Vorgang trifft einen Konzern, der operativ solide Zahlen liefert, strategisch aber spürbar umstrittener geworden ist.

Am Dienstag notiert die Aktie bei 49,44 Euro und liegt damit 0,90 Prozent höher. Der kurze Anstieg ändert wenig am schwachen Bild seit Jahresbeginn: Der Titel hat mehr als elf Prozent verloren.

Smith zieht Konsequenzen

Smith verwaltet den Fundsmith Equity Fund mit 12,5 Milliarden Pfund und war seit 2010 bei Unilever investiert. Seine Position war hunderte Millionen Pfund schwer, der Wert hatte sich über die Jahre mehr als verdoppelt. Umso klarer ist das Signal seines Ausstiegs.

Der Kern seiner Kritik: Unilever bewege sich weg von operativer Exzellenz und hin zu aktivistisch geprägten Transaktionen. Im Zentrum steht die 45-Milliarden-Dollar-Fusion der Lebensmittelsparte mit McCormick, die im März 2026 abgeschlossen wurde. Unilever-Aktionäre halten 65 Prozent an der neuen Einheit.

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Besonders heikel ist der Ablauf. Nach den neuen Londoner Listing-Regeln konnte der Zusammenschluss ohne formale Aktionärsabstimmung durchgezogen werden. Smith sieht darin offenbar einen Bruch mit der Art von Kapitaldisziplin, die ihn ursprünglich in die Aktie geführt hatte.

Operativ läuft es besser

Die jüngsten Geschäftszahlen erzählen eine andere Geschichte. Im ersten Quartal 2026 erzielte Unilever ein organisches Umsatzwachstum von 3,8 Prozent und lag damit über den Erwartungen des Marktes.

Die sogenannten Power Brands bleiben der wichtigste Treiber. Sie stehen für 78 Prozent des Geschäfts, steigerten den Umsatz um 5 Prozent und legten beim Volumen um 4 Prozent zu. Das ist wichtig, weil reines Preiswachstum im Konsumgütergeschäft schnell an Grenzen stößt.

Auf der Kostenseite bleibt der Druck hoch. Wegen steigender Logistik- und Rohstoffkosten im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt setzte Unilever Anfang Mai gezielte Preiserhöhungen um. Das dürfte die Margen stützen, kann aber die Nachfrage empfindlicher machen.

Die Bewertung wirkt optisch niedrig: Der Börsenwert liegt bei 93,37 Milliarden Pfund, das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 9,90 und die Dividendenrendite bei 3,96 Prozent. Niedrige Multiples allein reichen dem Markt aber nicht, wenn Zweifel an der strategischen Richtung wachsen.

Technisch bleibt die Aktie angeschlagen. Der Kurs liegt unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 52,26 Euro und auch unter der 100-Tage-Linie von 54,87 Euro. Der RSI von 43,3 signalisiert keine überkaufte Lage, aber auch keinen klaren Impuls.

Nachhaltigkeitsziel wird schwächer

Auch bei den Umweltzielen justiert Unilever nach. Der Konzern will den Einsatz von neuem Plastik bis 2026 nur noch um ein Drittel reduzieren. Das ist weniger ambitioniert als die frühere Vorgabe.

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Ursprünglich hatte Unilever eine Halbierung bis 2025 angestrebt. Die neue Zielsetzung bedeutet rechnerisch rund 100.000 Tonnen zusätzliches neues Plastik pro Jahr. Für einen Konzern mit starkem Markenimage ist das reputationssensibel.

Regionale Töchter liefern dagegen Rückenwind. In Nigeria wurde eine Dividende von N3,25 je Aktie genehmigt, während Hindustan Unilever den konsolidierten Quartalsgewinn um 21 Prozent steigerte.

Kurzfristig bleibt der Chart ein Warnsignal: Der Kurs liegt mit 49,44 Euro unter wichtigen Durchschnittslinien und nur wenig über dem April-Tief. Fundamentaler Rückenwind müsste nun vor allem aus Volumenwachstum, Preissetzung und einer klareren Kapitalallokation kommen — nicht aus weiteren Strukturdeals.

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