Unitree, AgiBot

Unitree und AgiBot starten Offensive auf US-Roboter-Markt

27.01.2026 - 16:00:12

Chinesische Hersteller drängen mit massenhaft produzierten und günstigen Humanoid-Robotern in amerikanische Schlüsselindustrien. Ihr Auftritt auf der CES in Las Vegas markiert den Beginn eines harten Verdrängungswettbewerbs mit Konzernen wie Tesla.

Die globale Robotik-Branche erlebt eine Machtverschiebung. Führende chinesische Unternehmen wie Unitree Robotics und AgiBot starten eine groß angelegte Offensive auf dem wichtigen US-Markt. Nach ihrem prägenden Auftritt auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas Anfang Januar 2026 eskalieren sie den Wettlauf mit amerikanischen Pionieren wie Tesla und Boston Dynamics. Im Fokus steht nicht mehr die Forschung, sondern die Massenproduktion und der schnelle kommerzielle Einsatz.

Auf der Technologiemesse präsentierten sich die chinesischen Hersteller nicht als Neulinge, sondern als marktreife Anbieter. Von 38 ausstellenden Firmen in der Kategorie humanoide Roboter kamen 21 aus China. AgiBot stellte mit dem AgiBot A2 einen 1,69 Meter großen Serviceroboter für Museen und Hotels vor. Das Unternehmen betonte, bereits über 5.000 Einheiten weltweit ausgeliefert zu haben.

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Unitree Robotics zog mit einer breiten Modellpalette nach. Besonders Aufsehen erregte das G1-Modell. Der kompakte und faltbare Roboter soll nur rund 16.000 US-Dollar kosten. Diese Preisklasse macht die Technologie erstmals für eine breite Masse an mittelständischen Betrieben und Forschungseinrichtungen erschwinglich. Unitree wirbt mit einem „Robot as a Service“-Modell für den schnellen Einsatz.

Streit um die Marktführerschaft eskaliert

Hinter den Kulissen tobt bereits ein erbitterter Streit um die Spitzenposition. Das Forschungsunternehmen Omdia erklärte AgiBot im Januar zum weltweiten Auslieferungsführer für 2025. Demnach habe das Unternehmen über 5.100 Einheiten verschickt und einen Marktanteil von 39 Prozent erreicht.

Unitree konterte umgehend mit einer offiziellen Richtigstellung. Das Unternehmen behauptet, im selben Jahr über 5.500 „reine“ humanoide Roboter ausgeliefert zu haben. Die Gesamtproduktion habe sogar 6.500 Einheiten überschritten. Dieser öffentliche Schlagabtausch unterstreicht das enorme Tempo, mit dem die Branche wächst – und wie heiß der Konkurrenzkampf bereits ist.

Bedrohung für amerikanische Technologieführerschaft

Der Vorstoß der chinesischen Konzerne stellt eine strategische Herausforderung für die USA dar. Die Stärke der neuen Konkurrenten liegt in ihrer Geschwindigkeit und Kosteneffizienz. Gestützt auf leistungsfähige Lieferketten in der Heimat, können sie Hardware schnell entwickeln und preisgünstig fertigen.

Ein Beleg für diese Übermacht sind Patentanmeldungen. In den letzten fünf Jahren meldeten chinesische Firmen 7.705 Patente im Bereich humanoide Robotik an. US-Unternehmen kamen nur auf 1.561. Ein Zulieferer für AgiBot kündigte zudem die erste vollautomatische Produktionslinie für Roboter-Gelenke der Welt an. Die Kapazität: 100.000 Einheiten pro Jahr.

Für amerikanische Unternehmen könnten die günstigen Roboter die Automatisierung beschleunigen, besonders in Branchen mit Fachkräftemangel. Gleichzeitig wachsen aber die Sorgen um technologische Standards und die Sicherheit sensibler Daten.

Wettlauf um die Zukunft der Automatisierung

Die Expansion von Unitree und AgiBot ist nur der Anfang. Beide Unternehmen planen für 2026 einen Börsengang, der frisches Kapital für Forschung und weltweites Wachstum bringen soll. Die erste Welle der Roboter wird voraussichtlich in Lagerhallen, Fabriken und im Einzelhandel ankommen.

Ihr Erfolg hängt von der Alltagstauglichkeit, der Zuverlässigkeit und einem funktionierenden Software-Ökosystem ab. Klar ist: Der Wettbewerb zwischen chinesischen und amerikanischen Robotik-Firmen ist entbrannt. Am Ende könnte der Kunde gewinnen – mit leistungsfähigeren und erschwinglicheren Automatisierungslösungen für alle.

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