US-Banken, Tech-Konzerne

US-Banken fordern Tech-Konzerne zur Mithilfe gegen Betrug auf

10.02.2026 - 20:17:12

Einflussreicher Bankenverband legt Aktionsplan vor, um Betrug an der Quelle zu stoppen. Zentrale Forderung ist eine geteilte Verantwortung mit sozialen Medien.

Die US-Finanzindustrie startet eine Offensive gegen Online-Betrug und verlangt von Tech-Plattformen mehr Verantwortung. Ein neuer Aktionsplan soll die wachsende Betrugswelle stoppen, die Verbraucher Milliarden kostet.

Betrug wird zur nationalen Krise

Die Zahlen sind alarmierend: Allein 2024 summierte sich der Schaden durch Verbraucherbetrug in den USA auf 12,5 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 25 Prozent im Jahresvergleich. Jeder fünfte Amerikaner hat bereits Geld durch Online-Betrug verloren. Das Bank Policy Institute (BPI), ein einflussreicher Bankenverband, reagiert nun mit einer umfassenden Initiative. Kernstück ist ein „Fraud and Scam Prevention Playbook“, eine strategische Roadmap für Politik und Wirtschaft.

„Die derzeitige Situation ist wie ein Spiel ‚Hau den Maulwurf’“, beschreibt ein BPI-Vertreter die Lage. Finanzinstitute könnten oft erst reagieren, wenn Kunden bereits betrogen wurden. Der neue Plan zielt darauf ab, Betrug präventiv an der Quelle zu stoppen – bevor das Geld überhaupt fließt.

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Soziale Medien als Haupt-Einfallstor

Die Analyse des BPI zeigt ein klares Muster: Soziale Medien und Messaging-Dienste sind zum primären Startpunkt für kriminelle Aktivitäten geworden. Von den insgesamt 16,6 Milliarden Dollar Schaden durch Internetkriminalität im Jahr 2024 gingen 1,9 Milliarden direkt auf Betrug über Social-Media-Plattformen zurück.

Die Bedrohung ist allgegenwärtig: 73 Prozent der US-Erwachsenen geben an, bereits Opfer eines Online-Angriffs oder Betrugsversuchs geworden zu sein. Die Mehrheit erhält wöchentlich betrügerische Anrufe, E-Mails oder SMS. Im Hintergrund agieren oft hochprofessionelle, transnationale Banden, die für US-Strafverfolgungsbehörden nur schwer greifbar sind.

Fünf-Punkte-Plan für mehr Sicherheit

Der Aktionsplan des Bankenverbands basiert auf fünf strategischen Säulen. Zentrale Forderung: Ein Modell geteilter Verantwortung. Die Tech- und Telekommunikationsbranche, auf deren Plattformen die meisten Betrugsfälle entstehen, soll stärker in die Pflicht genommen werden.

Konkret fordert das Playbook:
* Striktere Werbekontrollen: Soziale Medien sollen robuste Verifizierungsverfahren für Werbetreibende einführen, um betrügerische Anzeigen von vornherein zu blockieren.
* Schnellere Löschung: Impersonierte Profile und betrügerische Einträge müssen nach Meldung durch Banken oder Nutzer beschleunigt entfernt werden.
* Proaktive Überwachung: Bundesbehörden wie die FCC und FTC sollen Telekom- und Tech-Unternehmen verpflichten, ihre Netze aktiv auf Betrug zu überwachen und potenzielle Opfer zu warnen.
* Rechtssicherheit für Banken: Ein gesetzlicher „Safe Harbor“ soll Finanzinstituten ermöglichen, bei verdächtigen Transaktionen zum Schutz ihrer Kunden einzugreifen.
* Echtzeit-Datenaustausch: Der Informationsfluss zwischen Banken, Tech-Firmen und Telekom-Anbietern muss verbessert werden, um kriminelle Aktivitäten schneller zu identifizieren und zu vereiteln.

Timing mit neuer Gesetzgebung abgestimmt

Die Initiative ist strategisch klug platziert. Parallel dazu wurde im US-Kongress ein neues, parteiübergreifendes Gesetz eingebracht. Der „SCAM Act“ (Safeguarding Consumers from Advertising Misconduct Act) zielt direkt auf betrügerische Werbung und die Nachahmung von Bankprofilen in sozialen Medien ab – genau wie die BPI-Empfehlungen. Der Bankenverband unterstützt den Gesetzentwurf ausdrücklich.

Diese Doppelstrategie aus industriellem Aktionsplan und politischem Vorstoß baut auf weiteren jüngsten Maßnahmen auf. So richtete das US-Justizministerium Ende 2025 eine „Scam Center Strike Force“ ein, um vor allem aus Südostasien gesteuerte Krypto-Betrugsfälle zu bekämpfen. Es zeichnet sich ein Konsens ab: Die Bekämpfung des organisierten Betrugs erfordert eine gemeinsame Anstrengung von Staat, Strafverfolgung und allen betroffenen Wirtschaftssektoren.

Geteilte Verantwortung als Schlüssel

Das BPI-Playbook und die begleitende Kampagnen-Plattform „U.S. Against Fraud“ sind mehr als nur Empfehlungen. Sie sind ein Appell für einen grundlegenden Wandel im Verbraucherschutz. Die Botschaft ist klar: Die Last der Betrugsbekämpfung darf nicht länger allein bei den Verbrauchern und ihren Banken liegen.

„Die Plattformen, die als Hauptkanäle für diese Betrügereien dienen, müssen eine aktivere und rechenschaftspflichtigere Rolle bei der Überwachung ihrer Netze übernehmen“, so die Kernforderung. Zur Untermauerung veröffentlichte das BPI ergänzende Analysen, etwa zu wirksamen Anti-Betrugs-Strategien aus anderen Ländern. Ob die Initiative erfolgreich ist, hängt nun vom Willen der Politik und der Kooperationsbereitschaft der Tech-Giganten ab.

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