US-MilitÀr, Drohnen-Beschaffung

US-MilitÀr setzt auf digitale Drohnen-Beschaffung und autonome Waffensysteme

25.03.2026 - 10:00:28 | boerse-global.de

Das US-MilitÀr treibt die Modernisierung mit einem digitalen Beschaffungsportal und neuen autonomen Kampfdrohnen voran, um die militÀrische Schlagkraft zu revolutionieren.

US-MilitĂ€r setzt auf digitale Drohnen-Beschaffung und autonome Waffensysteme - Foto: ĂŒber boerse-global.de
US-MilitĂ€r setzt auf digitale Drohnen-Beschaffung und autonome Waffensysteme - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Die US-StreitkrĂ€fte beschleunigen ihre Modernisierung mit einer Offensive fĂŒr unbemannte Systeme. Eine digitale Beschaffungsplattform und neue Langstrecken-Kampfdrohnen sollen die militĂ€rische Schlagkraft revolutionieren.

Washington – Mit einer Serie von Initiativen treibt das US-MilitĂ€r den Umbau seiner StreitkrĂ€fte fĂŒr das Zeitalter autonomer KriegsfĂŒhrung massiv voran. Im Fokus stehen dabei Geschwindigkeit und Software. Die jĂŒngsten AnkĂŒndigungen dieser Woche markieren einen strategischen Wendepunkt: weg von langwierigen RĂŒstungsprojekten, hin zu agiler, digitaler Beschaffung und hochautonomen Waffensystemen.

Armee eröffnet digitalen Drohnen-Marktplatz

Den Kern der Anstrengungen bildet der neue UAS Marketplace des US-Heeres. Die digitale Plattform, entwickelt mit Amazon Web Services (AWS), soll Einheiten und VerbĂŒndeten ermöglichen, geprĂŒfte Drohnentechnologie „mit der Geschwindigkeit eines Privatkunden“ zu beschaffen. Das System wurde am 24. MĂ€rz auf dem Redstone Arsenal der Öffentlichkeit vorgestellt.

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Der Marktplatz ist ein radikaler Bruch mit der traditionell bĂŒrokratischen und langsamen RĂŒstungsbeschaffung. Er funktioniert wie ein digitaler „One-Stop-Shop“, auf dem Hersteller ihre Systeme prĂ€sentieren und Einheiten diese vergleichen und direkt bestellen können. Ziel ist es, kommerzielle Spitzentechnologie innerhalb von Monaten statt Jahren an die Front zu bringen.

„Dieser marktwirtschaftliche Ansatz wird Innovation beschleunigen und die industrielle Basis verbreitern“, analysieren Branchenexperten. Auch nicht-traditionelle Tech-Firmen erhalten so Zugang zu RegierungsauftrĂ€gen. Die Plattform gilt als SchlĂŒssel fĂŒr die „Replicator“-Initiative, die Tausende autonome Systeme fĂŒr den Einsatz im indopazifischen Raum vorsieht.

„Red Dragon“: Autonome Drohne fĂŒr GPS-verweigerte Gebiete

Parallel zur Beschaffungsreform vergab das Pentagon einen wichtigen Auftrag ĂŒber 17,6 Millionen Euro an das Unternehmen AeroVironment. Es geht um die Produktion der Langstrecken-Angriffsdrohne „Red Dragon“.

Das System stellt einen Technologiesprung dar: Mit einer Reichweite von ĂŒber 400 Kilometern ĂŒbertrifft es VorgĂ€ngermodelle wie die Switchblade 600 um das Vierfache. Entscheidend ist jedoch eine andere FĂ€higkeit: Die Drohne ist fĂŒr Hochrisikoumgebungen konzipiert, in denen elektronische KriegsfĂŒhrung GPS- und Kommunikationssignale stört.

Laut Hersteller ist der „Red Dragon“ „vollstĂ€ndig autonom fĂ€hig“. Ein bordgestĂŒtztes Wahrnehmungssystem ermöglicht die eigenstĂ€ndige Erkennung und Klassifizierung von Zielen – ohne stĂ€ndige Operator-Eingriffe oder Satellitennavigation. Diese FĂ€higkeit gilt als essenziell fĂŒr Konflikte mit technologisch ebenbĂŒrtigen Gegnern. Nach erfolgreichen Tests plant die Armee eine rasche EinfĂŒhrung.

Anduril beginnt Serienproduktion fĂŒr „loyal wingmen“

WĂ€hrend sich das Heer auf taktische Drohnen konzentriert, schreitet das US-Programm fĂŒr hochwertige Collaborative Combat Aircraft (CCA) voran. Am 23. MĂ€rz begann bei Anduril Industries offiziell die Serienproduktion in einer neuen Fabrik. Die autonomen „loyal wingmen“ sollen kĂŒnftig neben bemannten Kampfflugzeugen fliegen.

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Die Luftwaffe hat ihre Produktionsziele deutlich nach oben korrigiert und könnte nun zwischen 1.000 und 2.000 dieser Systeme ordern. Andurils Rolle wurde zudem durch einen milliardenschweren Armee-Auftrag gestĂ€rkt, der auf die Integration kommerzieller KI-Lösungen wie der Software-Suite „Lattice“ abzielt. Ziel ist eine nahtlose Kommandoinfrastruktur, die große SchwĂ€rme unterschiedlicher Drohnen steuern kann.

Abwehr von DrohnenschwÀrmen wird PrioritÀt

Die Offensive bei Angriffssystemen geht mit einer Intensivierung der AbwehrbemĂŒhungen einher. Am 24. MĂ€rz testeten Heer und Luftwaffe auf der Joint Base Andrews gemeinsam fortschrittliche Counter-Drohnen-Systeme (C-UAS).

Die Übungen wurden von einer eigens geschaffenen Task Force ĂŒberwacht und sind Teil der „Drone Dominance“-Strategie von Kriegsminister Pete Hegseth. Sie zielt darauf ab, kritische Infrastruktur und MilitĂ€rstĂŒtzpunkte vor der wachsenden Bedrohung durch kostengĂŒnstige DrohnenschwĂ€rme zu schĂŒtzen. Erkenntnisse aus den Tests sollen direkt in Übersee-EinsĂ€tze einfließen, wo gegnerische Drohnen bereits jetzt eine stĂ€ndige Herausforderung darstellen.

Transformation der globalen RĂŒstungsindustrie

Die Entwicklungen der letzten Tage unterstreichen eine transformative Phase. Der Trend zu „attritablen“ Systemen – also preiswerten Plattformen, deren Verlust im Kampf tragbar ist – verĂ€ndert grundlegend, wie MilitĂ€rs Konflikte planen.

Marktanalysten schĂ€tzen, dass der globale Markt fĂŒr Drohnendienstleistungen und -hardware bis 2030 auf ĂŒber 100 Milliarden Euro wachsen wird. Getrieben wird dies durch „Drone-as-a-Service“-Modelle und KI-gesteuerte Navigation.

Die Integration dieser Systeme in bestehende StreitkrÀfte bleibt oberste PrioritÀt. WÀhrend die Luftwaffe ihre ersten CCA-Systeme bis 2030 einsatzbereit haben will, soll der digitale Armee-Marktplatz noch 2026 massiv ausgebaut werden. Das US-MilitÀr setzt darauf, dass Geschwindigkeit, Skalierbarkeit und Software in der nÀchsten Generation globaler Konflikte den Ausschlag geben werden.

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