Frankfurt-News, Rekordhoch

Börse Frankfurt-News: Neues Rekordhoch nur Formsache (Wochenausblick)

29.01.2024 - 11:52:18 | dpa.de

US-Notenbank-Sitzung, Wachstum- und Inflationsdaten, Unternehmenszahlen - diese Woche ist der Terminkalender proppenvoll.

WĂ€hrend es an der Wall Street ohnehin fast tĂ€glich neue Allzeithochs gibt, könnte auch der DAX weiter mitziehen, heißt es.

29. Januar 2024. Die neue Woche steht abermals im Zeichen der Geldpolitik. Nach der EZB-Sitzung vergangene Woche ist diese Woche die US-Notenbank an der Reihe. "Die WĂ€hrungshĂŒter werden den Leitzins wahrscheinlich unverĂ€ndert lassen, aber den Markterwartungen einer baldigen Zinssenkung auf der MĂ€rz-Sitzung verbal entgegenwirken", meinen die Analysten der Deutsche Bank. Neue Signale ĂŒber den weiteren Kurs der Notenbanker erhofft man sich auch von den diese Woche erwarteten Inflations- und Wachstumszahlen.

"Aktien haben in der vergangenen Woche stark daraufgesetzt, dass die US-Wirtschaft eine weiche Landung hinlegen wird und die Geldpolitik lockerer werden kann", bemerkt Claudia Windt von der Helaba. Sie befĂŒrchtet nun aber einen RĂŒckschlag, denn das fundamentale Umfeld sei noch sehr fragil. "Die Geldpolitik ist inflationsseitig noch nicht so weit." Risiken gingen auch vom krĂ€ftig gestiegenen ?-lpreis aus. Der liegt mit aktuell 83,40 US-Dollar fĂŒr ein Barrel der Nordseesorte Brent auf dem höchsten Stand seit Ende November, hauptsĂ€chlich wegen der angespannten Lage im Nahen Osten.

Der DAX steht am Montagmorgen bei 16.877 Punkten nach 16.961 am Freitag zu Handelsschluss und 17.003 im Rekordhoch Mitte Dezember. An der Wall Street erklommen Dow Jones und S&P 500 am Freitag wieder neue Hochs, schwÀchelten dann aber etwas.

"Euphorie ist Warnzeichen"

Was die Unternehmensgewinne angeht, rechnet die Weber Bank im Laufe des Jahres mit einer merklichen Erholung und hĂ€lt daher Aktien fĂŒr mittelfristig weiter attraktiv. "Sowohl der US-Arbeitsmarkt als auch der private Konsum zeigen sich weiterhin enorm robust und stĂŒtzen die Umsatzentwicklung", erklĂ€rt Bastian Ernst. Hinzu kĂ€men rĂŒcklĂ€ufige Rohstoffpreise, die fĂŒr eine Entlastung bei den Kosten sorgten. "Gleichwohl sind die MĂ€rkte bereits recht euphorisch gestimmt, und Aktien werden entsprechend hoch gewichtet." Speziell zum Jahresende seien die Aktienquoten stark gestiegen. Diese Euphorie sei aber ein Warnzeichen. Ernst zitiert Warren Buffett: "Sei Ă€ngstlich, wenn andere gierig sind, und sei gierig, wenn andere Ă€ngstlich sind". Zwischenzeitliche KursrĂŒcksetzer seien aufgrund der guten fundamentalen Lage jedoch eine gute Gelegenheit, um QualitĂ€tsaktien zuzukaufen.

"Auf zu neuen Höhen"

Charttechniker zeigen sich derzeit zuversichtlich: "Der kurzfristige AufwĂ€rtstrend konnte in der vergangenen Woche nach oben verlassen werden, wenngleich noch nicht signifikant", stellt Christian Henke von IG fest. Auf GrĂŒn springe die technische Ampel allerdings erst oberhalb des Allzeithochs. Das sieht Charttechniker Christoph Geyer in Reichweite: "DAX - Ausbruch geglĂŒckt, auf zu neuen Höhen", formuliert er es. Der DAX habe den Ausbruch aus dem Trendkanal geschafft und damit neues AufwĂ€rtspotenzial eröffnet. "Ein neues Rekordhoch dĂŒrfte somit nur eine Formsache sein." Der MACD-Indikator habe gerade ein Kaufsignal generiert, was die Chance auf einen weiteren Anstieg noch erhöhe. Allerdings lasse die Statistik der SaisonalitĂ€t immer wieder Korrekturen erwarten.

Unterdessen nimmt die Berichtssaison an Tempo auf. In den USA berichten etwa die Tech-Riesen Microsoft, Alphabet, Apple und Meta, in Deutschland unter anderem Deutsche Bank und Siemens Healthineers.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine der Woche

Montag, 29. Januar

10.00 Uhr. Deutschland: BIP viertes Quartal.

11.00 Uhr. Eurozone: BIP viertes Quartal.

Mittwoch, 31. Januar

9.55 Uhr. Deutschland: Arbeitslosenzahlen Januar. Die Helaba rechnet nach dem Anstieg der saisonbereinigten Arbeitslosenrate auf 5,9 Prozent im Vormonat nun mit einer SeitwÀrtsbewegung.

14.00 Uhr. Deutschland: Verbraucherpreise Januar. Die Helaba erwartet einen Anstieg der Verbraucherpreise von 0,5 Prozent gegenĂŒber Dezember und 3,2 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahresmonat.

20.00 Uhr. Zinsentscheid US-Notenbank. Die Fed wird ihre Zinsen nicht verĂ€ndern, erklĂ€rt die Commerzbank. Sie hĂ€lt allerdings Diskussionen ĂŒber Dauer und Tempo des Bilanzabbaus fĂŒr möglich.

Donnerstag, 1. Februar

11.00 Uhr. Eurozone: Verbraucherpreise Januar. Die Inflation dĂŒrfte im Jahresvergleich auf 2,6 Prozent zurĂŒckgegangen sein, meint die DekaBank.

13.00 Uhr. Großbritannien: Zinsentscheid Bank of England. Am Markt wird mit keiner LeitzinsverĂ€nderung gerechnet.

Freitag, 2. Februar

14.30 Uhr. USA: Arbeitslosenzahlen Januar. Das Wachstum der BeschĂ€ftigung außerhalb der Landwirtschaft hat sich der Deutsche Bank zufolge wohl von 216.000 auf 180.000 Stellen verlangsamt, das deute aber weiter auf einen robusten Arbeitsmarkt hin. Die Arbeitslosenquote dĂŒrfte von 3,7 auf 3,8 Prozent gestiegen sein.

Von: Anna-Maria Borse, 29. Januar 2024, © Deutsche Börse AG

(FĂŒr den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die BeitrĂ€ge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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