Trump, Grönland

Trump ĂŒber Grönland: Sollte von den USA kontrolliert werden

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 16:15 Uhr, dpa.de

US-PrĂ€sident Donald Trump hĂ€lt an seinen BesitzansprĂŒchen auf das zum Königreich DĂ€nemark gehörende Grönland fest.

Es bleibe dabei, dass die weltgrĂ¶ĂŸte Insel von den Vereinigten Staaten und nicht von DĂ€nemark kontrolliert werden sollte, sagte er beim Nato-Gipfel in Ankara bei einem Treffen mit dem tĂŒrkischen PrĂ€sidenten Recep Tayyip Erdogan. Konkrete Handlungen drohte er aber nicht an.

Vielmehr holte er einmal mehr zu einer inzwischen bekannten Kritik gegen Europa aus. "Wir könnten alle unsere Soldaten aus Europa abziehen", drohte er hypothetisch. Konkrete AnkĂŒndigungen dahingehend gab es allerdings auch in diesem Fall nicht.

Europa sei heute ein ganz anderer Ort als noch vor 20 Jahren, sagte Trump. Wenn die EuropÀer bei ihrer Einwanderungs- und Energiepolitik nicht vorsichtig seien, werde es "kein Europa mehr geben".

US-Beamter: Übernahme derzeit "einzige Lösung"

Bereits am Wochenende hatte ein hochrangiger US-Beamter klargemacht, dass eine Übernahme Grönlands aus Sicht der USA aktuell der einzige Weg sei, um den Sicherheitsrisiken rund um die Eisinsel langfristig zu begegnen. "Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass dies der beste Weg ist, den Verteidigungsbedarf der Nato in Bezug auf Grönland zu decken", sagte er zu Journalisten. Zugleich sagte er, auch weitere Optionen wĂŒrden geprĂŒft. Wie diese aussehen könnten, ließ er offen.

Der hochrangige Regierungsbeamter verwies darauf, dass es "rege MarineaktivitÀten" in der Region rund um Grönland gebe und US-PrÀsident Donald Trump eine "dauerhafte" Lösung anstrebe. "Bislang sehen wir als einzige Lösung den Erwerb Grönlands durch die Vereinigten Staaten", sagte der Beamte weiter.

Trumps unverhohlene BesitzansprĂŒche schockierten Nato-Partner

Trump hatte Anfang des Jahres offen mit einer Übernahme der strategisch wichtigen Arktisinsel gedroht - und damit nicht nur den Nato-Partner DĂ€nemark brĂŒskiert, sondern auch Zweifel an der Geschlossenheit der grĂ¶ĂŸten MilitĂ€rallianz der Welt und der gegenseitigen BĂŒndnistreue geweckt. Seine BegrĂŒndung: Das zu DĂ€nemark gehörende Territorium sei sonst nicht vor Russland und China sicher - und damit auch nicht die USA.

Trumps Drohungen, zur Not auch militĂ€rische Mittel anzuwenden, nahm er letztlich zwar zurĂŒck - ebenso wie die AnkĂŒndigung von Strafzöllen gegen Deutschland und andere europĂ€ische LĂ€nder, falls diese einem Verkauf der Insel an die USA nicht zustimmen sollten. An seinen AnsprĂŒchen auf die Insel hielt er aber fest. Die Regierungen DĂ€nemarks und Grönlands lehnen eine Annexion durch die USA entschieden ab. Inzwischen haben sie GesprĂ€che mit Trumps Regierung aufgenommen mit dem Ziel, einen Kompromiss zu finden.

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