ROUNDUP, Trump

Trump verkĂŒndet Milliardenhilfen und Soldaten fĂŒr Gaza

19.02.2026 - 18:40:49 | dpa.de

US-PrĂ€sident Donald Trump hat bei der ersten Sitzung seines umstrittenen Friedensrates Milliardenhilfen fĂŒr den zerstörten Gazastreifen angekĂŒndigt.

Kasachstan, Aserbaidschan, die Vereinigten Arabischen Emirate, Marokko, Bahrain, Katar, Saudi-Arabien, Usbekistan und Kuwait hĂ€tten sieben Milliarden US-Dollar (5,9 Milliarden Euro) fĂŒr ein Hilfspaket zugesagt, sagte Trump in der US-Hauptstadt Washington.

Um einen dauerhaften Frieden zwischen Israel und der islamistischen Hamas im Gazastreifen zu sichern, wollen demnach zudem fĂŒnf Staaten Soldaten in den KĂŒstenstreifen schicken. Es handele sich um Marokko, Albanien, Kosovo, Kasachstan und Indonesien. Der Friedensrat soll die sogenannte internationale Stabilisierungstruppe (ISF) aufbauen, die die im Gazastreifen fĂŒr Ordnung sorgen soll.

Bereits zuvor hatten mehrere mehrheitlich muslimische LĂ€nder die Bereitschaft signalisiert, Soldaten zu stellen, eine konkrete AnkĂŒndigung machte bislang aber nur Indonesien. Das sĂŒdostasiatische Land hat die Entsendung von 5.000 bis 8.000 Soldaten in Aussicht gestellt. Wie viele Soldaten die anderen LĂ€nder schicken wollen, wurde zunĂ€chst nicht mitgeteilt.

Der ISF-Generalmajor Jasper Jeffers sagte in Washington, insgesamt sollen langfristig 20.000 Soldaten im Einsatz sein. ZunĂ€chst sollen EinsatzkrĂ€fte demnach in Rafah im SĂŒden des Gazastreifens stationiert werden, spĂ€ter in weiteren Gebieten.

Die internationale Truppe soll Trump zufolge auch die Waffenruhe im Krieg zwischen Israel und der Hamas sichern und einen dauerhaften Frieden gewÀhrleisten.

Fakten zum Friedensrat und seiner ersten Sitzung

Trump hatte den Friedensrat beim Weltwirtschaftsforum im Schweizer Alpenort Davos gegrĂŒndet und damit international fĂŒr viel Aufsehen gesorgt. Der Fokus des ersten Treffens lag auf dem vom Krieg weitgehend zerstörten Gazastreifen. GrundsĂ€tzlich soll sich das Gremium - anders als zunĂ€chst erwartet - aber nicht nur mit der Überwachung einer Befriedung des KĂŒstenstreifens befassen. Vielmehr soll es globale Konflikte im Allgemeinen lösen. Kritiker betrachten den Friedensrat als Konkurrenz zu den von Trump kritisierten Vereinten Nationen.

Aktuell hat das Gremium etwa zwei Dutzend Mitglieder, darunter Ungarn, Israel, Belarus, Katar, Saudi-Arabien und die TĂŒrkei. Viele europĂ€ische LĂ€nder - darunter auch Deutschland - lehnen eine Beteiligung ab. Sie wollen weiter auf die Vereinten Nationen als Mechanismus zur Lösung internationaler Konflikte setzen.

Zu der ersten Sitzung des Gremiums waren nach Angaben aus US-Regierungskreisen Vertreter aus 40 Staaten erwartet worden, darunter auch aus LĂ€ndern, die keine Mitglieder sind. Anwesend waren etwa der ungarische Regierungschef Viktor Orban, Argentiniens PrĂ€sident Javier Milei und der britische Ex-Premierminister Tony Blair. Auch Deutschland wollte auf hoher Beamtenebene teilnehmen, wie es aus dem AuswĂ€rtigen Amt in Berlin hieß.

Trump kĂŒndigte bei der ersten Sitzung auch an, dass die USA zehn Milliarden Dollar fĂŒr den Friedensrat bereitstellen wollen. Die Vereinigten Staaten seien sehr großzĂŒgig mit Geld, denn es gebe nichts Wichtigeres als Frieden, betonte Trump. Genauere Angaben dazu, wofĂŒr dieses Geld eingesetzt werden soll, machte er zunĂ€chst nicht.

Neuausrichtung internationaler Gelder der USA unter Trump

Unter Trump haben die USA ihre BeitrĂ€ge fĂŒr mehrere internationale Organisationen eingestellt oder sich ganz zurĂŒckgezogen, darunter die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die UNESCO, das UN-Hilfswerk fĂŒr PalĂ€stinaflĂŒchtlinge (UNRWA) sowie verschiedene UN-Klima- und Entwicklungsprogramme.

Die USA schulden den Vereinten Nationen zudem derzeit insgesamt mehrere Milliarden Dollar. GeneralsekretÀr António Guterres warnte vor einem "unmittelbaren finanziellen Kollaps" der Vereinten Nationen.

Deutlich mehr Geld fĂŒr Wiederaufbau in Gaza nötig

FĂŒr den Wiederaufbau des Gazastreifens wird deutlich mehr Geld gebraucht als von Trump nun verkĂŒndet wurden: Der Gesamtbedarf wird auf 70 Milliarden Dollar geschĂ€tzt. Die nun in Aussicht gestellten Hilfen wĂŒrden also nur einen kleinen Teil davon decken.

Neben den Hilfen in Höhe von sieben Milliarden Dollar von neun Staaten verwies Trump auch auf weitere zwei Milliarden Dollar fĂŒr die UnterstĂŒtzung des Gazastreifens, die das Amt der Vereinten Nationen fĂŒr die Koordinierung humanitĂ€rer Angelegenheiten sammele. Die FIFA werde darĂŒber hinaus helfen, 75 Millionen Dollar fĂŒr Projekte in Gaza zu sammeln, die mit Fußball zu tun haben sollen, sagte Trump.

Israels MinisterprÀsidenten Benjamin Netanjahu betonte am Donnerstag, dass der Wiederaufbau des zerstörten Gazastreifens erst nach einer Entwaffnung der islamistischen Terrororganisation Hamas beginnen könne. Dies habe man mit den USA vereinbart.

Die aktuelle Situation im Gazastreifen

Im Gazastreifen herrscht seit dem 10. Oktober eine brĂŒchige Waffenruhe. Wie in Trumps 20-Punkte-Plan vorgesehen, sind alle Geiseln - lebende und tote - ĂŒbermittelt worden, die noch im Gazastreifen festgehalten worden waren. Die israelische Armee hat sich aus etwa der HĂ€lfte des Gazastreifens zurĂŒckgezogen, auf die sogenannte "gelbe Linie".

Die islamistische Terrororganisation Hamas hat in dem weiterhin von ihr kontrollierten Gebiet ihre Herrschaft seit Beginn der Waffenruhe weitgehend gefestigt. Eine Entwaffnung lehnt sie weiter rigoros ab. Bisher hat sich auch keiner der AnwĂ€rter fĂŒr die internationale Stabilisierungstruppe dazu bereiterklĂ€rt, die Entwaffnung der Hamas zu ĂŒbernehmen.

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