ROUNDUP, Trump

Trump will 'weit mehr' als 5.000 Soldaten abziehen

03.05.2026 - 09:35:03 | dpa.de

US-PrÀsident Donald Trump hat den Abzug von US-Soldaten aus Deutschland bekrÀftigt.

"Wir werden stark reduzieren, und zwar um weit mehr als 5.000 (Soldaten)", sagte er auf dem Flughafen in Palm Beach im US-Bundesstaat Florida auf eine Reporterfrage. Am Freitag hatte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth den Abzug von 5.000 US-Soldaten aus Deutschland angeordnet. Er solle in den nÀchsten sechs bis zwölf Monaten abgeschlossen sein.

Derzeit sind rund 39.000 Soldaten in Deutschland stationiert. Das US-Verteidigungsministerium machte deutlich, die Abzugs-Entscheidung folge einer ÜberprĂŒfung der US-TruppenprĂ€senz in Europa. Trump hatte erst kĂŒrzlich angekĂŒndigt, einen solchen Schritt zu prĂŒfen. Zuvor richtete er Kritik an Kanzler Friedrich Merz (CDU), nachdem dieser sich kritisch zum US-Krieg gegen den Iran geĂ€ußert hatte.

Pistorius um Deeskalation bemĂŒht

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bemĂŒhte sich derweil um Deeskalation. Er hob die weiter bestehenden gemeinsamen Interessen hervor. "Die PrĂ€senz amerikanischer Soldaten in Europa und besonders in Deutschland ist in unserem Interesse und im Interesse der USA", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Zugleich machte er deutlich, dass die Entscheidung nicht unerwartet komme. Klar sei, dass die Nato europĂ€ischer werden mĂŒsse, um transatlantisch bleiben zu können. "Wir EuropĂ€er mĂŒssen mehr Verantwortung fĂŒr unsere Sicherheit ĂŒbernehmen", sagte Pistorius. Deutschland sei dabei auf einem guten Weg.

Derweil versuchte die Nato, sich mehr Klarheit zu verschaffen. "Wir arbeiten mit den USA zusammen, um die Details ihrer Entscheidung zur TruppenprĂ€senz in Deutschland zu ergrĂŒnden", teilte eine Sprecherin auf der Plattform X mit. "Kein Grund zur Panik, aber weiterer Weckruf"

Dutzende US-MilitĂ€rstĂŒtzpunkte in Europa

In Europa gibt es seit Jahrzehnten Dutzende große US-MilitĂ€rstĂŒtzpunkte. Bei EinsĂ€tzen der Amerikaner etwa im Nahen Osten sind sie von großer Bedeutung. In Deutschland gehören dazu das US-Oberkommando fĂŒr Europa in Stuttgart und als Drehkreuz der US-Luftwaffe der Flugplatz Ramstein in Rheinland-Pfalz.

Laut einem Bericht der "New York Times" unter Berufung auf Quellen im US-Verteidigungsministerium ist nicht geplant, im rheinland-pfĂ€lzischen Landstuhl oder anderen medizinischen Einrichtungen fĂŒr US-StreitkrĂ€fte unmittelbar Personal abzubauen.

Aktuell sind nach Angaben des US-MilitĂ€rs von Mitte April 86.000 Soldaten in Europa stationiert - davon 39.000 in Deutschland. Die Zahl verĂ€ndert sich regelmĂ€ĂŸig, auch wegen Rotationen und Übungen. Die Zahl von 5.000 Soldaten gilt daher nicht als besonders gravierend. Merz und Trump pflegten monatelang ein recht gutes VerhĂ€ltnis. Mit Blick auf den Iran-Krieg schlug der Kanzler aber öffentlich zusehends kritische Töne an. Bei einer Diskussion mit SchĂŒlern sagte er kĂŒrzlich, die USA könnten den Krieg nicht schnell beenden, "weil die Iraner offensichtlich stĂ€rker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich ĂŒberzeugende Strategie haben". Trump attackierte Merz danach persönlich: "Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!", schrieb er auf der Plattform Truth Social.

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