DAVOS / ROUNDUP: Trump bekrÀftigt US-Besitzanspruch auf Grönland
21.01.2026 - 16:07:17Nur die USA könnten "dieses riesige StĂŒck Land" verteidigen, sagte Trump beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos. "Wir brauchen es fĂŒr die strategische nationale Sicherheit und die internationale Sicherheit." Er strebe "unverzĂŒgliche Verhandlungen" mit Europa an - Gewalt werde er nicht anwenden.
Tatsache sei, dass keine Nation oder Gruppe von Nationen in der Lage sei, Grönland zu sichern. Eine Ăbernahme durch die USA sei "gut fĂŒr Europa", sagte Trump. Das sei auch "keine Bedrohung fĂŒr die Nato", meinte der US-PrĂ€sident. Er kritisierte das BĂŒndnis dafĂŒr, so viel zu nehmen und so wenig zu geben. FĂŒr die Verteidigung der Insel mĂŒsse Grönland in den Besitz der USA ĂŒbergehen - mit weniger könne sie nicht verteidigt werden.
Sein Satz, dass keine Gewalt angewendet werde, sei wichtig, sagte Trump, weil Menschen das gedacht hÀtten. "Ich will keine Gewalt anwenden. Ich werde keine Gewalt anwenden", sagte der US-PrÀsident.
Mit wem verhandelt werden solle, sagte Trump nicht - DĂ€nemark und weitere europĂ€ische Staaten hatten stets bekrĂ€ftigt, dass die Insel nicht zum Verkauf steht. Trump bekrĂ€ftigte, mit der Ăbernahme Grönlands den gröĂten "Golden Dome" errichten zu wollen, den es je gegeben hat. Ein "Golden Dome" beschreibt im militĂ€rischen Sinne ein Verteidigungssystem. Israel etwa nutzt solch ein Abwehrsystem.
Deutliche Kritik am Trump-Kurs
Trump hatte den seit Wochen andauernden Grönland-Konflikt am Samstag mit der AnkĂŒndigung von Strafzöllen fĂŒr die UnterstĂŒtzer DĂ€nemarks und Grönlands eskaliert. Ab dem 1. Februar sollen auch fĂŒr Deutschland erhöhte SĂ€tze auf alle Waren gelten - so lange, bis der Verkauf der Arktisinsel an die USA abgeschlossen ist. Trump scheint damit zu rechnen, so den europĂ€ischen Widerstand brechen zu können. Der gesamte Konflikt schĂŒrt Zweifel an der ZukunftsfĂ€higkeit der von den USA angefĂŒhrten Nato.
Der deutsche Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) hatte dem US-PrĂ€sidenten Erpressung vorgeworfen, in der EU werden GegenmaĂnahmen diskutiert, etwa Gegenzölle und Ein- und AusfuhrbeschrĂ€nkungen auf Waren und Dienstleistungen. Die dĂ€nische Regierungschefin Mette Frederiksen sagte, DĂ€nemark werde vom engsten VerbĂŒndeten bedroht.
Trump begrĂŒndet seinen Anspruch auf Grönland mit Sicherheitsfragen wegen einer mutmaĂlichen Bedrohung durch China und Russland in der Region. Deutschland und weitere Nationen hatten vor der Androhung der Strafzölle auch als Zeichen der SolidaritĂ€t mit DĂ€nemark und Grönland Soldatinnen und Soldaten zu einer Erkundungsmission auf die Arktisinsel entsandt. Die Bundeswehrgruppe ist inzwischen wieder zurĂŒckgekehrt.

