USA, WHO

USA nicht mehr in der WHO: weniger Geld, fehlende Expertise

22.01.2026 - 06:15:13 | dpa.de

US-PrĂ€sident Donald Trump hat vor einem Jahr als eine seiner ersten Amtshandlungen den Austritt aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verfĂŒgt.

Nach einer Vereinbarung zwischen den USA und der WHO wird der Austritt ein Jahr nach Einreichung der KĂŒndigung - also heute - wirksam. Theoretisch ist zwar eine in der Vereinbarung genannte Bedingung fĂŒr den Austritt gar nicht erfĂŒllt. Die USA hĂ€tten ihre bisherigen BeitrĂ€ge voll zahlen mĂŒssen, was nicht geschehen ist. Aber die WHO hat keine Handhabe, um das Geld einzufordern oder den Austritt zu verweigern.

"Ich hoffe, dass die USA ihre Entscheidung ĂŒberdenken und wieder der WHO beitreten werden", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus erneut in Genf. Es gebe nur Verlierer: "Der Austritt ist ein Verlust fĂŒr die USA und auch ein Verlust fĂŒr den Rest der Welt." Unter anderem hat die WHO FrĂŒhwarnsysteme fĂŒr AusbrĂŒche von potenziell gefĂ€hrlichen Krankheiten. Sie koordiniert auch die Komposition der Grippe-Impfstoffe fĂŒr die kommende Saison, nach Analyse der weltweit zirkulierenden Erreger. An beidem nehmen die USA nicht mehr teil. Der Rest der Welt muss auf wichtige amerikanische Expertise verzichten.

Trump warf der WHO unter anderem Versagen in der Coronapandemie und Reformmangel vor. Zudem beugte sich die WHO nach seiner Ansicht politischem Druck aus China. Diese Woche bezeichnete er die Organisation als korrupt. Auch Argentinien hat im vergangenen Jahr seinen Austritt erklÀrt.

Die USA zahlten nach Trumps Amtsantritt weder den noch ausstehenden Mitgliedsbeitrag fĂŒr 2024 noch fĂŒr 2025, zusammen rund 280 Millionen Dollar (rund 240 Mio. Euro). Das Außenministerium Ă€ußerte sich auf Anfrage dazu nicht. Dem US-Sender NPR Woche teilte es vergangene Woche mit, es gebe kein weiteres Geld. Die US-Steuerzahler hĂ€tten wegen des WHO-Versagens schon zu hohe Kosten durch die Coronapandemie gehabt.

Die USA waren ĂŒber Jahre der mit Abstand grĂ¶ĂŸte Beitragszahler. Sie haben stets ein Vielfaches des festgesetzten Mitgliedsbeitrags zusĂ€tzlich freiwillig gezahlt und oft mehr als 15 Prozent des Budgets bestritten.

Notgedrungen hat die WHO ein strammes Sparprogramm aufgelegt. Die Mitarbeiterzahl schrumpft bis Mitte des Jahres um rund ein FĂŒnftel auf etwa 7300, verglichen mit Anfang 2025. Das Budget wurde in Ă€hnlichem Umfang gekĂŒrzt. "Aber bei dem US-RĂŒckzug geht es nicht um Geld", sagte Tedros. "Es geht um Kooperation und SolidaritĂ€t."

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis   Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
boerse | 68508389 |