ROUNDUPÖl, Russland

Trump streicht Strafzölle gegen Indien

08.02.2026 - 10:30:08

US-PrĂ€sident Donald Trump streicht die Strafzölle gegen Indien, mit denen er indirekt Russlands milliardenschweren Ölhandel schwĂ€chen wollte.

Der im August eingefĂŒhrte Strafzollsatz von 25 Prozent auf Waren, die aus Indien in die Vereinigten Staaten importiert werden, wird ab Samstag (US-Zeit) nicht mehr erhoben, wie aus einem Dekret des Republikaners hervorgeht. Getrennt davon veröffentlichten beide Seiten den Rahmen fĂŒr ein vorlĂ€ufiges Handelsabkommen, das eine Reduzierung zusĂ€tzlicher Einfuhrzölle der USA auf indische Waren von 25 Prozent auf 18 Prozent vorsieht.

Trump begrĂŒndete die Abkehr von den Strafzöllen damit, dass das bevölkerungsreichste Land der Erde Schritte unternommen habe, um den Import von russischem Öl einzustellen. Indien habe auch zugesagt, Energieprodukte aus den USA zu beziehen. Vonseiten der indischen Regierung gibt es bislang keine offizielle BestĂ€tigung fĂŒr einen solchen Importstopp.

Zölle sollten Putins Kriegswirtschaft schwÀchen

Trump hatte das Instrument von Strafzöllen gegen russische Handelspartner eingefĂŒhrt, um die Erlöse aus dem ÖlgeschĂ€ft zu reduzieren, mit denen Kremlchef Wladimir Putin seinen Krieg gegen die Ukraine finanziert.

Vor einigen Tagen sprach Trump dann davon, dass der indische Regierungschef Narendra Modi zugestimmt habe, kein russisches Öl mehr zu kaufen und stattdessen deutlich mehr Öl aus den USA und möglicherweise Venezuela zu beziehen, das bis zur militĂ€rischen Intervention der USA in Caracas ein wichtiger Handelspartner Russlands gewesen war. In diesem Zuge verkĂŒndete Trump auch die Senkung anderer, sogenannter reziproker Zölle gegen Indien von 25 auf 18 Prozent. So bezeichnet Trump Zölle, die angebliche Ungleichgewichte und Benachteiligungen fĂŒr die USA im internationalen Handel ausgleichen sollen.

Indien will fĂŒr 500 Milliarden Dollar US-Waren kaufen

In einer gemeinsamen ErklĂ€rung sprachen Indien und die USA in diesem Kontext jetzt von einer vorlĂ€ufigen Handelsvereinbarung, die fĂŒr beide Seiten vorteilhaft sei. Indien werde "die Zölle auf sĂ€mtliche US-IndustriegĂŒter sowie eine weite Palette von US-Nahrungsmitteln und landwirtschaftlichen Produkten" beseitigen oder reduzieren. Zudem beabsichtige Indien, in den nĂ€chsten fĂŒnf Jahren US-GĂŒter im Wert von 500 Milliarden Dollar (etwa 423 Milliarden Euro) zu kaufen, darunter Energieprodukte, Flugzeuge und Flugzeugteile.

Indiens Handelsminister Piyush Goyal verteidigte am Samstag die Vereinbarung gegen Kritik der Opposition, wonach die USA mehr Vorteile von der Vereinbarung hĂ€tten. Das Zwischenabkommen werde einen 30-Billionen-Dollar-Markt fĂŒr indische Exporteure öffnen und die Chance fĂŒr Hunderttausende neue Jobs bieten, schrieb der Minister auf X. Über die Senkung der US-Zölle auf 18 Prozent hinaus wĂŒrden Zölle auf GĂŒter wie etwa Generika, Edelsteine und Flugzeugteile auf null gesetzt.

Der US-PrĂ€sident hatte bereits im Oktober verkĂŒndet, Modi habe ihm versichert, sein Land werde kein Öl mehr aus Russland kaufen. Indien zeigte sich damals zu höheren Energieimporten aus den USA bereit, ließ aber offen, ob es seine umstrittenen Öleinfuhren aus Russland stoppen wird. Vor ein paar Tagen Ă€ußerte sich Modi zwar erleichtert, dass die Zölle sinken sollen, ließ aber erneut im Unklaren, ob Indien tatsĂ€chlich kein Öl mehr aus Russland beziehen wird. Die "Hindustan Times" berichtet, dass es keine unmittelbaren Anzeichen dafĂŒr gebe, dass Indien seine EnergiekĂ€ufe aus Russland auf null reduzieren werde.

@ dpa.de