Trump droht Irak im Falle der Wahl Al-Malikis zum Premier
27.01.2026 - 23:16:09"Wegen seiner wahnsinnigen Politik und Ideologie werden die Vereinigten Staaten von Amerika dem Irak im Falle seiner Wahl keine Hilfe mehr leisten", schrieb Trump auf seinem Online-Sprachrohr Truth Social. "Als Maliki das letzte Mal an der Macht war, versank das Land in Armut und totalem Chaos. Das darf nicht noch einmal passieren."
Rund zweieinhalb Monate nach der Parlamentswahl hatte das regierende schiitische BĂŒndnis am Wochenende al-Maliki als seinen Kandidaten fĂŒr das Amt des MinisterprĂ€sidenten nominiert. Zuvor sollte das Parlament am heutigen Dienstag einen PrĂ€sidenten wĂ€hlen, der dann den MinisterprĂ€sidenten nominiert. Die Wahl des PrĂ€sidenten wurde laut Medienberichten wegen Meinungsverschiedenheiten ĂŒber den PrĂ€sidentschaftskandidaten aber verschoben.
Der mittlerweile 75 Jahre alte Al-Maliki war nach dem Sturz von Langzeitdiktator Saddam Hussein von 2006 bis 2014 Regierungschef im Irak. Kritiker - auch Vertreter der damaligen US-FĂŒhrung - warfen ihm unter anderem vor, wegen schlechter RegierungsfĂŒhrung fĂŒr den Erfolg der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich zu sein. Viele im Irak halten ihn fĂŒr einen der korruptesten Politiker des Landes. Al-Maliki und seine schiitische Parteienallianz haben eine groĂe NĂ€he zum Nachbarland Iran.
Trump schrieb weiter, Irak könnte mit der Ernennung al-Malikis "eine sehr schlechte Entscheidung treffen". Weiter erklÀrte der US-PrÀsident: "Ohne unsere Hilfe hat der Irak NULL Chancen auf Erfolg, Wohlstand oder Freiheit."
Mehr als 20 Jahre nach der US-Invasion und dem Sturz des frĂŒheren Machthabers Saddam Hussein und Jahren der Terrorherrschaft durch die IS-Miliz in Teilen des Landes gilt die StabilitĂ€t im Zweistromland weiterhin als brĂŒchig. Sowohl die USA als auch der Nachbar Iran versuchen ihren Einfluss in dem Land geltend zu machen. Angesichts von Spannungen zwischen verschiedenen ethnischen und konfessionellen Gruppen, Korruption und anhaltender Gewalt sitzt das Misstrauen vieler Menschen in die Politik tief.

