US-Regierung schlieĂt Microsoft aus Visa-Programm aus
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 18:46 Uhr | dpa, AD HOC NEWSIm vergangenen Jahr habe der Windows-Konzern 6.000 amerikanische BeschÀftigte entlassen und zugleich von 6.300 Mitarbeitern aus dem Ausland mit H-1B-Visa profitiert, sagte VizeprÀsident JD Vance vor Journalisten in Washington.
Nach mehrfacher VerlĂ€ngerung der H-1B-Visa können Unternehmen fĂŒr Mitarbeiter ein dauerhaftes Bleiberecht beantragen. Seit Jahrzehnten ist das der Weg, auf dem talentierte Fachleute aus aller Welt in amerikanischen Top-Unternehmen landen. Unter anderem der aktuelle Microsoft-Chef Satya Nadella hielt einst in den 90er Jahren ein H-1B-Visum. Auch Google US02079K1079-Chef Sundar Pichai arbeitete einst damit. Die Regierung von US-PrĂ€sident Donald Trump kritisiert das System jedoch schon seit langem, da es amerikanische Arbeitnehmer benachteilige, die durch AuslĂ€nder ersetzt wĂŒrden. Unternehmen kontern, dass es in den USA in vielen FĂ€llen nicht genug Spezialisten gebe.
Auch andere Firmen betroffen
Kein Unternehmen habe das Verfahren zum dauerhaften Aufenthalt so stark missbraucht wie Microsoft, sagte Vance nun. Deswegen werde Microsoft bis auf weiteres davon ausgeschlossen, sagte Arbeitsminister Keith Sonderling. Genauso gehe die Regierung auch gegen mehrere Beratungsunternehmen sowie den Photoshop-Entwickler Adobe US00724F1012 vor. Von diesen Unternehmen werde man keine neuen AntrĂ€ge auf dauerhaftes Bleiberecht fĂŒr auslĂ€ndische Mitarbeiter annehmen. Es gehe darum, dass "hunderttausende Job amerikanischen Arbeitern genommen" worden seien.
Von den Unternehmen gab es zunÀchst keine Reaktion auf das Vorgehen der Regierung. Beim Stellenabbau bei Microsoft waren vor allem Management-Positionen betroffen, wÀhrend es sich bei den auslÀndischen Mitarbeitern eher um Programmierer und andere Tech-Experten handelt. Die Trump-Regierung versuchte bereits, die Vergabe von H-1B-Visa zu erschweren.
Wenige Wochen bis zur Parlamentswahl
In den USA steht Anfang November die wichtige Parlamentswahl an, bei der das gesamte Abgeordnetenhaus sowie rund ein Drittel des Senats zur Wahl stehen. Wenn Trumps Republikaner ihre aktuelle Mehrheit auch nur in einer Kongress-Kammer verlieren, wird es fĂŒr den PrĂ€sidenten schwieriger werden, seine Agenda umzusetzen. Umfrage zeigen eine groĂe Unzufriedenheit mit Trumps Politik und gute Chancen fĂŒr ein starkes Abschneiden der Demokratischen Partei.
Die Republikaner um Trump versuchen seit Wochen unter anderem, die Demokraten zu "Kommunisten" und "Sozialisten" zu erklÀren, um ihre AnhÀnger zu aktivieren. Auf die Frage, wie er Sozialismus definiere, sagte Vance, in den USA laufe dies aktuell darauf hinaus, dass man amerikanische BeschÀftigte durch AuslÀnder ersetzen und Jungs im MÀdchen-Sport antreten lassen wolle. Er nahm damit Bezug auf die Kontroverse um Transgender-Athleten, die Trump schon in seinem PrÀsidentschafts-Wahlkampf 2024 anfachte. Vance gilt als ein wahrscheinlicher Kandidat der Republikaner im Rennen um Trumps Nachfolge 2028.
