Aufsichtsgremium: Hegseth riskierte GefÀhrdung von Soldaten
04.12.2025 - 20:07:08Weil er ein privates Handy fĂŒr dienstliche Angelegenheiten nutzte und öffentlich nicht zugĂ€ngliche Einsatzdetails ĂŒber Signal teilte, hĂ€tte Personal zu Schaden kommen können, heiĂt es in einem teils geschwĂ€rzten Untersuchungsbericht, der nun veröffentlicht wurde. Auch Einsatzziele hĂ€tten durch den Austausch hochsensibler Informationen zu einem Angriff auf die Huthi-Miliz im Jemen im MĂ€rz gefĂ€hrdet werden können.
Weiter hieĂ es, der Minister habe auf seinem Privattelefon sensible, nicht öffentlich zugĂ€ngliche Informationen ĂŒber Signal verschickt, die er als nicht geheim einstufte. In dem Bericht wird betont, dass Hegseth kraft seines Amtes die Befugnis habe, ĂŒber Geheimhaltungsstufen von ihm kommunizierter Informationen des Ministeriums zu entscheiden. VerstöĂe gegen Richtlinien des Pentagons sieht der Bericht aber in der Nutzung des Privattelefons beziehungsweise einer nicht autorisierten, kommerziell betriebenen App. "Die Handlungen des Ministers stellten ein Risiko fĂŒr die operative Sicherheit dar, das zum Scheitern der Missionsziele der USA und zu einer potenziellen GefĂ€hrdung von US-Piloten hĂ€tte fĂŒhren können", heiĂt es weiter.
Bereits vor der Veröffentlichung des Berichts hatten am Vortag mehrere US-Medien ĂŒber Inhalte einer ungeschwĂ€rzten Version davon berichtet.
Wie die Signal-AffÀre ans Licht kam
Ende MÀrz hatte das US-Magazin "The Atlantic" die Inhalte eines Chats öffentlich gemacht, nachdem dessen Chefredakteur - vermutlich versehentlich - vom damaligen Nationalen Sicherheitsberater Mike Waltz in die Signal-Gruppe eingeladen worden war. Der Journalist konnte die sensiblen Informationen in der App live mitlesen und machte die Sicherheitspanne spÀter öffentlich. Waltz wurde in der Folge als Nationaler Sicherheitsberater abberufen und wechselte als US-Botschafter zu den Vereinten Nationen nach New York.
Mitglieder des Gruppenchats waren die obersten FĂŒhrungsköpfe zur nationalen Sicherheit der USA: neben Hegseth unter anderem US-VizeprĂ€sident JD Vance, Waltz, der Chef des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, John Ratcliffe, und die Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard.
In dem Chat ging es um einen US-MilitĂ€reinsatz gegen die Huthi-Miliz im Jemen Mitte MĂ€rz. Hegseth machte darin detaillierte Angaben ĂŒber Waffen und Angriffszeiten - wĂ€hrend der "The Atlantic"-Chefredakteur alles mitlesen konnte. SpĂ€ter berichteten Medien, dass er die MilitĂ€rplĂ€ne auch mit seiner Ehefrau und anderen Personen geteilt habe. Der Minister argumentierte damals, er habe keine kritischen Informationen preisgegeben.
Als Pentagon-Chef ist er fĂŒr die schlagkrĂ€ftigste Streitmacht der Welt zustĂ€ndig. Hegseth, der seit Beginn zu den umstrittensten Personalien in Trumps Kabinett zĂ€hlte, steht aktuell auch unter Druck, weil sich Zweifel an der RechtmĂ€Ăigkeit des US-Vorgehens gegen mutmaĂliche Drogenschmuggler jĂŒngst verstĂ€rkt haben. Anlass sind Medienberichte ĂŒber einen US-Angriff auf ein Boot in der Karibik, bei dem zwei Menschen, die zunĂ€chst ĂŒberlebt hatten, spĂ€ter vom MilitĂ€r getötet worden sein sollen.

