Validato AG: Neues Tool prüft Lieferketten auf kriminelle Netzwerke
12.03.2026 - 00:00:19 | boerse-global.deDie verschärften Sorgfaltspflichten in der Lieferkette werden für Unternehmen in Deutschland und der Schweiz zum existenziellen Risiko. Der Schweizer Softwareanbieter Validato AG reagiert darauf mit einer massiven Erweiterung seiner Plattform für digitale Hintergrundprüfungen. Das Update zielt speziell auf die Einhaltung des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) und der Schweizer Verordnung über Sorgfaltsprüfungen (VSoR) ab. Der Fokus liegt dabei nicht mehr nur auf Umwelt und Menschenrechten, sondern auf der Integrität von Schlüsselpersonen bei externen Zulieferern. Damit will das Unternehmen Firmen vor Imageschäden, hohen Strafen und der unfreiwilligen Verstrickung in kriminelle Netzwerke schützen.
LkSG & VSoR: Vom Nischenthema zur Chefetagen-Priorität
Die Regulierung von Lieferketten hat sich in den letzten Jahren dramatisch verschärft. Durch das deutsche LkSG und die Schweizer VSoR ist die Compliance in der Zulieferkette von einer Aufgabe der Einkaufsabteilung zu einer rechtlichen Haftungsfrage für Vorstände geworden. Unternehmen haften nun für Verstöße, ethische Verfehlungen und illegale Aktivitäten in ihrem erweiterten Netzwerk von Partnern.
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Laut Validato konzentriert sich die Aufmerksamkeit der Firmen jedoch oft nur auf Umweltkennzahlen und grundlegende Menschenrechtsstandards. Die kritische Frage nach der persönlichen Integrität der Geschäftspartner bleibe häufig außen vor. Dabei können Korruption, Geldwäsche oder Verbindungen zu sanktionierten Organisationen in der Lieferkette verheerende rechtliche und finanzielle Folgen für das beauftragende Unternehmen haben.
Ob es um den Geschäftsführer eines Transportunternehmens in Hochrisikoregionen oder um einen Sicherheitsdienstleister vor dem Werkstor geht – Firmen brauchen umfassende Einblicke in die Personen hinter den Geschäftsbeziehungen. Der neue Compliance-Druck stellt sicher, dass ethische Standards nicht nur auf dem Papier, sondern in der praktischen Geschäftstätigkeit gelten. Für Mittelständler und Konzerne gleichermaßen ist die Schaffung einer transparenten und überprüfbaren Due-Diligence-Spur heute eine zwingende betriebliche Anforderung.
Automatisierte Risikoprüfung für Tausende Lieferanten
Um den komplexen internationalen Beschaffungsnetzwerken gerecht zu werden, hat Validato den Fokus seiner Plattform von internen Mitarbeiterprüfungen auf ein umfassendes Risikomanagement für Drittparteien erweitert. Die manuelle Überprüfung Tausender internationaler Lieferanten ist für große Unternehmen im DACH-Raum logistisch unmöglich.
Als Kernfeature hebt das Unternehmen die neue Batch-Screening-Funktion hervor. Diese ermöglicht es, umfangreiche Listen von Lieferanten hochzuladen und sie regelmäßig mit internationalen Risikodatenbanken abzugleichen. Wird ein bestehender Zulieferer in einen Korruptionsskandal verwickelt oder auf eine Sanktionsliste gesetzt, schlägt das System sofort Alarm. Die Software agiert damit als proaktiver Schutzschild für den Unternehmensruf.
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Das modulare Software-as-a-Service-Angebot kommt ohne Einrichtungsgebühren, jährlich Grundgebühren oder Mindestprüfungsanforderungen aus. Dieses flexible Preismodell soll die Integration in bestehende Personal- und Beschaffungsprozesse erleichtern und die Hürde für Unternehmen senken, die ihre Compliance-Infrastruktur dringend modernisieren müssen.
Schweizer Server: Datenhoheit als Verkaufsargument
Parallel zu den Compliance-Updates betonte Validato in einer separaten Mitteilung die strategische Bedeutung der Datenhoheit. Angesichts global verschärfter Datenschutzvorschriften ist der physische Standort der Serverinfrastruktur für europäische Unternehmen zu einem kritischen Entscheidungskriterium geworden.
Validato garantiert, dass alle sensiblen Daten der Hintergrundprüfungen – einschließlich Kreditauskünfte und Strafregister – ausschließlich auf hochsicheren Servern in der Schweiz gehostet werden. Damit schützt das Unternehmen die Kundendaten vor komplexen ausländischen Rechtsrahmen wie dem US-amerikanischen CLOUD Act, der ausländischen Behörden Zugriff auf sensible Unternehmensinformationen gewähren könnte.
Diese lokale Infrastruktur biete zudem technologische Vorteile wie reduzierte Latenzzeiten und direkte Anbindungen an Schweizer Netze. Für stark regulierte Branchen schaffe die Gewissheit, dass sensible Compliancedaten niemals nationale Grenzen überschreiten, eine entscheidende rechtliche Sicherheit.
Analyse: Technologie wird zum Schlüssel für regulatorische Compliance
Branchenanalysten sehen in dieser Entwicklung einen breiteren Wandel in den ESG-Strategien (Environmental, Social, Governance). Die Sorgfaltspflicht in der Lieferkette ist keine rein administrative Aufgabe mehr, sondern erfordert eine dynamische, kontinuierliche Überwachung von Personengefahren.
Der Ansatz von Validato zeigt, wie unverzichtbar Technologie für die regulatorische Einhaltung wird. Aufsichtsbehörden erwarten zunehmend, dass Unternehmen operationale Nachweise für ihre Compliance-Maßnahmen vorlegen können – und nicht nur statische Richtliniendokumente. Automatisierte Systeme, die Schwachstellen kartieren, Vorfälle protokollieren und die Integrität von Lieferanten prüfen, liefern die überprüfbaren Beweise, die moderne Regulatoren fordern.
Die Ausweitung des Risikomanagements von der internen Personalbeschaffung auf den externen Einkauf spiegelt zudem breitere Trends in Cybersicherheit und betrieblicher Widerstandsfähigkeit wider, bei denen Drittanbieter häufig als das schwächste Glied in der Unternehmensverteidigung identifiziert werden.
Ausblick: Automatisierung wird zur Pflicht
Die Durchsetzung von Gesetzen wie dem LkSG und der VSoR wird voraussichtlich im weiteren Verlauf des Jahres 2026 und darüber hinaus noch intensiviert. In der Folge wird die Einführung automatisierter, KI-gestützter Compliance-Tools für Unternehmen in Deutschland, der Schweiz und Österreich vom Wettbewerbsvorteil zur absoluten Notwendigkeit werden.
Organisationen, die auf manuelle Prüfungen oder veraltete Lieferantenfragebögen setzen, werden einem erhöhten Druck sowohl durch Regulierungsbehörden als auch durch sozial bewusste Investoren ausgesetzt sein. Zukünftige Entwicklungen werden sich voraussichtlich auf eine tiefere Integration von Risikomanagement-Plattformen in Enterprise-Resource-Planning-Systeme konzentrieren, um Echtzeit-Compliance-Prüfungen genau im Moment der Vertragserstellung zu ermöglichen.
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