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VanEck Semiconductor ETF: TSMC hebt Ziele auf 64 Mrd USD

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 09:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Trotz jüngster Korrektur verzeichnen Chip-ETFs 2026 Milliardenzuflüsse. Analysten sehen Chancen, warnen aber vor weiteren Risiken.

Halbleiter-Sektor: Erholung nach Bärenmarkt und Rekordzuflüsse
Nahaufnahme einer Siliziumwafer mit komplexen Schaltkreisen in einem Reinraum, im Hintergrund verschwommene Fertigungsanlagen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Stimmung im Halbleiter-Sektor hat sich zum Wochenbeginn stabilisiert, nachdem eine scharfe Korrektur die Branche zuvor unter Druck gesetzt hatte. Der VanEck Semiconductor ETF und der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) waren nach deutlichen Abgaben gegenüber ihren Höchstständen im Juni offiziell in einen Bärenmarkt eingetreten. Am Montag zeigten sich jedoch Anzeichen einer Erholung, getragen von Käufen bei großen Chipherstellern wie Micron, AMD und Intel, während sich die Anleger auf die anstehende Berichtssaison der Technologieriesen vorbereiten.

Rekordzuflüsse in Halbleiter-ETFs trotz Volatilität

Trotz der jüngsten Kursverluste bleibt das Vertrauen der Anleger in das langfristige Potenzial der Halbleiterbranche ungebrochen. Im bisherigen Verlauf des Jahres 2026 verzeichneten Halbleiter-ETFs in den USA Nettozuflüsse in Höhe von 46 Milliarden US-Dollar. Dieser Betrag übersteigt die kombinierten Zuflüsse der Jahre 2017 bis 2025 und entspricht etwa einem Drittel des gesamten in dieser Kategorie verwalteten Vermögens.

Besonders bemerkenswert war die Dynamik im Juli, als die Produkte trotz signifikanter Kursrückgänge massive Mittelaufnahmen verbuchten. Während einige Indizes den schlechtesten Monat seit Ende 2008 erlebten, nutzten Marktteilnehmer die Schwäche für Zukäufe. Berichten zufolge schichteten insbesondere Privatanleger Kapital aus anderen Technologiebereichen in Halbleiterwerte um, wobei Titel wie Intel im Fokus standen.

Analysten zwischen „Sommer-Reset“ und Abwärtsrisiken

Die Einschätzungen der großen Analysehäuser zur weiteren Entwicklung gehen derzeit auseinander. Mislav Matejka von JPMorgan bewertet die Korrektur von rund 20 Prozent als eine marktinterne Kapitalreallokation und nicht als Verschlechterung der fundamentalen Daten. Die Bank stuft den Sektor weiterhin mit „Overweight“ ein und sieht im aktuellen Rücksetzer eine taktische Gelegenheit für Zukäufe über die Sommermonate. Auch Vivek Arya von der Bank of America bezeichnet die aktuelle Phase als einen „Sommer-Reset“.

Vorsichtiger äußert sich hingegen der Ökonom Ed Yardeni. Er warnt vor weiterem Abwärtspotenzial und hält einen Rückgang bis zum gleitenden 200-Tage-Durchschnitt für möglich. Vijay Rakesh von Mizuho verweist derweil auf die anhaltend hohen Investitionsausgaben der großen Cloud-Anbieter für KI-Infrastruktur als stützenden Faktor für die Nachfrage. Auch Joseph Moore von Morgan Stanley sieht im Abverkauf bei Speicherchip-Herstellern eine Einstiegschance.

Chip-Produktion im Fokus: TSMC erhöht Investitionsziele

Ein zentraler Pfeiler für die Erholungserwartungen sind die jüngsten Geschäftsdaten und Prognosen von Branchenschwergewichten. Der Auftragsfertiger TSMC hat seine Investitionsziele für das Gesamtjahr 2026 auf eine Spanne von 60 bis 64 Milliarden US-Dollar angehoben, um die Engpässe bei KI-Beschleunigern zu adressieren. Das Unternehmen meldete für das zweite Quartal einen Rekordumsatz von 40,2 Milliarden US-Dollar, was einem deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Gleichzeitig belasten jedoch kurzfristige Sorgen über die Margenentwicklung die Stimmung. Die Expansion an Standorten in den USA sowie der Hochlauf der neuen 2-Nanometer-Technologie könnten die Profitabilität in der zweiten Jahreshälfte dämpfen. Dennoch wird erwartet, dass die Nachfrage nach KI-Chips das Angebot bis weit in das Jahr 2026 hinein übersteigen wird. Parallel dazu deuten Prognosen für den S&P 500 auf ein robustes Gewinnwachstum von rund 26 Prozent im zweiten Quartal hin, was das fundamentale Umfeld für Technologiewerte stützt.

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