Varta Aktie: Insolvenz in Eigenverwaltung
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 14:47 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zwei Jahre nach der letzten Rettung steht Varta wieder am Abgrund. Der Batteriehersteller aus Ellwangen hat einen Antrag auf vorlĂ€ufige Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt â und diesmal geht es nicht nur um die Muttergesellschaft.
Betroffen sind neben der Varta AG auch die operativen Einheiten Varta Microbattery, Varta Micro Production und Varta Storage. Das Amtsgericht Stuttgart bestĂ€tigte den Eingang von vier entsprechenden AntrĂ€gen. Als Ziel nennt das Unternehmen, die wirtschaftliche Zukunft zu sichern und den GeschĂ€ftsbetrieb fortzufĂŒhren.
Ein Ankerkunde springt ab, das Geld fehlt
Als Ursachen nennt Varta verschlechterte Marktbedingungen, schwĂ€chere Nachfrage und negative WĂ€hrungseffekte. Hinzu kommt der Abschied eines wichtigen Ankerkunden â offenbar Apple, das sein GeschĂ€ft mit Knopfbatterien fĂŒr kabellose Kopfhörer nach Asien verlagert. Das Werk im bayerischen Nördlingen mit rund 350 BeschĂ€ftigten soll deshalb im Herbst schlieĂen.
Vorausgegangen war in dieser Woche die AnkĂŒndigung einer Ad-hoc-GlĂ€ubigergruppe um die Deutsche Bank sowie die Finanzinvestoren RBC BlueBay, Blantyre und Whitebox, das HaushaltsbatteriegeschĂ€ft aus dem Konzern herauslösen zu wollen. Die GlĂ€ubiger begrĂŒndeten ihr Vorgehen mit der angespannten Finanzlage: Eine unabhĂ€ngige Analyse habe einen kurzfristigen Kapitalbedarf im mittleren zweistelligen Millionenbereich ergeben. Trotz intensiver GesprĂ€che fand sich niemand, der bereit war, frisches Geld nachzuschieĂen.
FĂŒr Varta ist es die zweite Sanierungsrunde binnen kurzer Zeit. Bereits 2024 hatte sich das Unternehmen im Rahmen des Restrukturierungsgesetzes StaRUG neu aufgestellt â AltaktionĂ€re verloren dabei ihre Beteiligungen, GlĂ€ubiger verzichteten auf einen Teil ihrer Forderungen. Im April 2025 erklĂ€rte Varta diese Restrukturierung fĂŒr abgeschlossen und sah sich wieder auf Kurs. Die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich seitdem erneut, bis zum jetzigen Insolvenzantrag.
Land will ArbeitsplÀtze retten
Rund 3.260 Menschen beschĂ€ftigt Varta, viele davon am Stammsitz in Ellwangen. Baden-WĂŒrttembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut kĂŒndigte an, sich weiter fĂŒr den Erhalt möglichst vieler ArbeitsplĂ€tze und industrieller Wertschöpfung im Land einzusetzen. Die Entscheidung ĂŒber die Zukunft des Konzerns liege aber letztlich bei EigentĂŒmern, Investoren und GlĂ€ubigern.
2024 hatte Varta zuletzt Zahlen vorgelegt: einen Umsatz von rund 793 Millionen Euro bei einem Verlust von 64,5 Millionen Euro. Wie es mit den einzelnen GeschĂ€ftsbereichen â Haushaltsbatterien, Mikrobatterien fĂŒr HörgerĂ€te und Energiespeicher â nun konkret weitergeht, hĂ€ngt vom Ausgang des Eigenverwaltungsverfahrens und den weiteren GesprĂ€chen mit der GlĂ€ubigergruppe ab.
Varta-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Varta-Analyse vom 24. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Varta-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf fĂŒr Varta-AktionĂ€re. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Varta: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Ănderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.
