VerbÀnde, Bundesregierung

VerbÀnde warnen Bundesregierung vor Abschaffung von Minijobs

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 06:22 Uhr, dpa.de

Eine breite Allianz von WirtschaftsverbÀnden hat die Bundesregierung eindringlich davor gewarnt, Minijobs im Zuge der geplanten Sozial- und Rentenreformen faktisch abzuschaffen oder deutlich zu verteuern.

In einem Brandbrief an Arbeitsministerin BÀrbel Bas (SPD) und Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) fordern unter anderem der Handelsverband Deutschland, der Deutsche Hotel- und GaststÀttenverband, der Gesamtverband der Land- und Forstwirtschaftlichen ArbeitgeberverbÀnde sowie weitere BranchenverbÀnde den Erhalt der Minijobs in ihrer heutigen Form.

Die VerbĂ€nde kritisieren insbesondere Empfehlungen der Alterssicherungskommission, den steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Sonderstatus von Minijobs abzuschaffen. Zudem wenden sie sich gegen geplante höhere Arbeitgeberbelastungen durch Reformen in der Kranken- und Pflegeversicherung sowie gegen eine vorgesehene Anhebung der Pauschalsteuer fĂŒr Minijobs von 2 auf 5 Prozent.

"Irreversible SchĂ€den fĂŒr den Wirtschaftsstandort Deutschland"

Die Unterzeichner warnen, eine Abschaffung oder Verteuerung wĂŒrde BeschĂ€ftigte und Unternehmen gleichermaßen treffen. Millionen Menschen hĂ€tten sich ganz bewusst fĂŒr Minijobs entschieden, weil sie sich mit Studium, Familie, Pflege oder einem Hauptberuf vereinbaren ließen. Fielen die steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Vorteile weg, mĂŒssten viele BeschĂ€ftigte spĂŒrbare Einkommenseinbußen hinnehmen oder deutlich mehr Stunden arbeiten, um auf das bisherige Einkommen zu kommen.

FĂŒr Unternehmen seien Minijobs trotz der bereits heute allein von Arbeitgebern getragenen Pauschalabgaben unverzichtbar, argumentieren die VerbĂ€nde. Sie dienten dazu, PersonalengpĂ€sse aufzufangen und Öffnungszeiten sowie die Versorgung etwa im Einzelhandel und im Gastgewerbe sicherzustellen. Die VerbĂ€nde appellieren an die Bundesregierung, Minijobs zu erhalten und nicht weiter zu verteuern. Andernfalls drohten "irreversible SchĂ€den fĂŒr den Wirtschaftsstandort Deutschland".

Minijobs mit einem Verdienst von bis zu 603 Euro im Monat abzuschaffen, gehört zu den VorschlĂ€gen fĂŒr eine Rentenreform der schwarz-roten Koalition, die eine Regierungskommission vorgelegt hatte. Die Kommission empfiehlt, Minijobs in die Rentenversicherung einzubeziehen und ihren steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Sonderstatus abzuschaffen. Ausnahmen sollten demnach nur noch fĂŒr SchĂŒlerinnen und SchĂŒler möglich sein.

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