Verbraucherzentrale mahnt chinesischen Billig-ModehÀndler Shein ab
29.04.2024 - 15:59:14 | dpa.deShein verstoĂe mehrfach gegen Vorgaben der EuropĂ€ischen Union und sei daher abgemahnt worden, teilte ein Sprecher des Verbraucherzentrale-Bundesverbands (VZBV) am Montag mit. Die Plattform habe nun die Gelegenheit, eine UnterlassungserklĂ€rung abzugeben und Anpassungen vorzunehmen.
Aus Sicht der VerbraucherschĂŒtzer verstöĂt Shein gegen den Digital Services Act der EU, der die manipulative Gestaltung von Online-Plattformen verbietet. Die MĂ€ngelliste umfasst mehrere Punkte: Der VZBV kreidet Shein beispielsweise an, dass, sobald eine Kundin oder ein Kunde die Website verlassen will, ein Pop-up-Fenster mit dem Inhalt "Du könntest jetzt Gutscheine erhalten! Bist du sicher, dass du gehen willst?" erscheint.
Shein ist ein HĂ€ndler fĂŒr Mode und Sportartikel, der 2008 von Chris Xu gegrĂŒndet wurde und seinen Sitz inzwischen in Singapur hat. Der Fast-Fashion-Anbieter fĂŒhre Verbraucher aufs Glatteis und missachte Regeln des Verbraucherschutzes, wird VZBV-Chefin Ramona Pop in einem Post auf der Plattform Instagram zitiert. Shein lieĂ eine schriftliche Anfrage zu den VorwĂŒrfen zunĂ€chst unbeantwortet.
Abgemahnt wurde Shein demnach auch fĂŒr willkĂŒrlich erscheinende Rabatthöhen, fehlende Informationen bei Sternchen-Bewertungen und wegen eines unvollstĂ€ndigen Impressums. AuĂerdem werfen die VerbraucherschĂŒtzer dem HĂ€ndler Greenwashing vor. Auf der Seite heiĂe es, dass die Paketshop-Abholung einen positiven Beitrag zum Umweltschutz leiste. Shein und andere Plattformen dieser Art setzen aber verstĂ€rkt auf den Transport mit dem Flugzeug. Bis zur Zustellung haben Pakete oft bereits lange Wegstrecken zurĂŒckgelegt.
Handelsexperten und VerbĂ€nde hatten bereits in den vergangenen Monaten ein strikteres Vorgehen gegen chinesische Billig-MarktplĂ€tze gefordert. Zuletzt stand insbesondere die Shopping-App Temu in der Kritik von Politik und VerbraucherschĂŒtzern. Dieser Plattform wirft der VZBV Ă€hnliche VerstöĂe vor. Sie ĂŒbervorteile Verbraucher mit willkĂŒrlich erscheinenden Rabatten, fragwĂŒrdigen Bewertungen und manipulativen Designs. Temu widersprach den VorwĂŒrfen und gab demnach keine UnterlassungserklĂ€rung ab. Die VerbraucherschĂŒtzer prĂŒfen daher eine Klage gegen die Handelsplattform.
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