Verdi will mehr als die HĂ€lfte der Ikea-Filialen bestreiken
Veröffentlicht am: 18.06.2026 um 15:06 Uhr | dpa, AD HOC NEWSIm Zentrum der Aktionen an diesem Freitag steht die Möbelhauskette Ikea. "In mehr als der HÀlfte der Ikea-EinrichtungshÀuser in Deutschland werden BeschÀftigte in den Arbeitskampf treten", teilte Verdi mit. BeschÀftigte anderer Handelsunternehmen beteiligen sich nach Angaben einer Sprecherin ebenfalls am Warnstreik.
Verdi-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer kritisierte: "Im Handel werden tÀglich MilliardenumsÀtze gemacht, aber bei den BeschÀftigten kommt so gut wie nichts davon an - gerade auch bei Ikea." Das Unternehmen stehe wirtschaftlich gut da und plane dennoch einen Personalabbau. Statt faire Löhne zu zahlen, werde ein radikaler Sparkurs gefahren. Laut Zimmer spielt Ikea in der Tarifrunde auf Arbeitgeberseite eine einflussreiche Rolle. Mitte Mai und Anfang Juni hatte Verdi bereits zu bundesweiten Warnstreiks aufgerufen.
So reagiert Ikea
Ikea erklĂ€rte auf Nachfrage: "Jeder Streik stellt das betroffene Einrichtungshaus vor organisatorische Herausforderungen." In der Regel gelinge es, die Auswirkungen fĂŒr BeschĂ€ftigte und Kunden gering zu halten. Ikea respektiere das Streikrecht, teilte eine Sprecherin mit. Das Unternehmen betreibt hierzulande 54 EinrichtungshĂ€user.
Der Handelsverband Deutschland (HDE) reagierte ebenfalls auf die AnkĂŒndigung. "Die Handelsunternehmen können gut mit Streiks umgehen, das haben die vergangenen Wochen sehr deutlich gezeigt", sagte TarifgeschĂ€ftsfĂŒhrer Steven Haarke.
Verdi fordert sieben Prozent mehr Lohn
Die Verhandlungen fĂŒr den Einzelhandel sowie den GroĂ- und AuĂenhandel starteten im April in den ersten Landesbezirken. Verdi fordert sieben Prozent mehr Lohn, mindestens 225 Euro, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
Die Arbeitgeber haben zuletzt in mehreren BundeslÀndern wie Nordrhein-Westfalen und Hamburg im Einzelhandel ab November eine Erhöhung um zwei Prozent angeboten und ab August 2027 eine weitere um 1,5 Prozent - bei einer Laufzeit von zwei Jahren. Verdi lehnte dies ab.
Im Handel arbeiten laut Verdi hierzulande rund 5,2 Millionen Menschen, davon 3,4 Millionen im Einzelhandel. Die vorherigen Tarifverhandlungen zogen sich ĂŒber mehr als ein Jahr hin. Am Ende stand fĂŒr die BeschĂ€ftigten im Einzelhandel ein Einkommensplus von insgesamt etwa 14 Prozent fĂŒr die Jahre 2023 bis 2025.
