Verletzte, Bahnchaos

Verletzte und Bahnchaos wegen Sturm - Sonntag droht Orkan

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 13:27 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Nach dem ersten krĂ€ftigen Herbststurm des Jahres steht Deutschland ein weiterer stĂŒrmischer Tag bevor.

Sturmtief "Luise", international "Austen" genannt, hat am Freitag vor allem im Westen und SĂŒdwesten Menschen verletzt und den Bahnverkehr stark behindert. Mit dem Orkantief "Manja" folgt am Sonntag der nĂ€chste Sturm. Besonders betroffen sein dĂŒrften die NordseekĂŒste und die Inseln.

GerĂŒst stĂŒrzt auf FestgelĂ€nde

Schwere Folgen hatte der Sturm in NastĂ€tten im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz. Dort warf eine Böe am Freitagnachmittag ein Gestell um, wĂ€hrend in der NĂ€he ein Oktobermarkt stattfand. Nach Angaben der Polizei wurden zwei Menschen schwer verletzt. Einer von ihnen schwebte in Lebensgefahr und wurde mit einem Hubschrauber in eine Klinik gebracht. In Seligenstadt im Kreis Offenbach traf ein abgerissener Ast einen Radfahrer, den die Feuerwehr befreien musste. Im saarlĂ€ndischen Lebach wurde ein FußgĂ€nger von einem Werbeschild leicht verletzt.

Stillstand in Karlsruhe, ICE abgeschleppt

Auf der Schiene kam es zu zahlreichen Störungen. Am Karlsruher Hauptbahnhof flog ein Gegenstand in die Oberleitung. Reisende berichteten von "massivem Funkenschlag". Bei Pforzheim prallte eine Regionalbahn mit Hunderten FahrgÀsten an Bord gegen einen Ast und musste auf der Strecke stehen bleiben.

Bei Aachen blieb ein ICE mit 280 FahrgĂ€sten nach einem Oberleitungsschaden liegen und wurde von einer Diesellok zum Bahnhof Stolberg geschleppt. Auch bei Neuss und in Stuttgart blockierten umgestĂŒrzte BĂ€ume die Gleise. Allein im Saarland rĂŒckte die Polizei bis zum Abend zu 59 sturmbedingten EinsĂ€tzen aus. Der Europa-Park in Rust schloss vorĂŒbergehend seine großen Achterbahnen im Freien.

BĂ€ume stĂŒrzen in Duisburg und Remscheid um

In Duisburg haben Sturmböen im gesamten Stadtgebiet BĂ€ume zum Sturz gebracht. Einer stĂŒrzte auf einen Kiosk, an weiteren Stellen fielen BĂ€ume in Stromleitungen, wie die Feuerwehr mitteilte. BĂ€ume und Äste mussten demnach von Straßen entfernt werden. Eine Autofahrerin fuhr den Angaben zufolge in einen umgestĂŒrzten Baum. Verletzte gab es bisherigen Erkenntnissen zufolge nicht. Die Feuerwehr zĂ€hlte rund 40 SturmschĂ€den-EinsĂ€tze, wie es hieß. Auch in Remscheid musste die Feuerwehr eigenen Angaben zufolge abgebrochene Äste und umgestĂŒrzte BĂ€ume beseitigen. An der A1 stĂŒrzte ein grĂ¶ĂŸerer Baum gegen eine LĂ€rmschutzwand. Die Autobahn wurde ihn Fahrtrichtung Köln zeitweise gesperrt.

Kurze Atempause am Samstag

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zieht "Luise" im Laufe des Samstags Richtung Ostsee und DĂ€nemark ab. TagsĂŒber lĂ€sst der Wind vorĂŒbergehend nach, an der KĂŒste sind aber weiter Sturmböen möglich. Ab dem Abend zieht von Westen "Manja" heran. In der Nacht zum Sonntag drohen krĂ€ftiger Regen und stark auffrischender SĂŒdwestwind. Bis Sonntagvormittag kann laut DWD regional Regen in "unwetterartigen Mengen" fallen.

Sturmflut in Hamburg möglich

Der Sonntag wird nach DWD-Angaben außer im SĂŒdosten ein windiger bis stĂŒrmischer Tag. An der Nordsee sind Böen bis 100 Kilometer pro Stunde und einzelne Orkanböen möglich, ebenso am Feldberg im Schwarzwald. Das Bundesamt fĂŒr Seeschifffahrt und Hydrographie erwartet von Sonntag bis Montag deutlich erhöhte WasserstĂ€nde. In Hamburg könnte eine Sturmflut auflaufen, dann wĂŒrde der tiefer gelegene Teil des Fischmarkts ĂŒberflutet. Wyk auf der Insel Föhr hat den Deichdurchlass am Hafen geschlossen.

Probleme gibt es auch fĂŒr Urlauber zum Ende der Herbstferien in Niedersachsen. Die SchnellfĂ€hren nach Helgoland fahren am Wochenende nicht, die Halligen werden am Sonntag und Montag nicht angesteuert. Köln und Aachen raten, WĂ€lder, Parks, Friedhöfe und Alleen zu meiden. In Erfurt bleiben die Friedhöfe das ganze Wochenende geschlossen. Am Montag soll sich das Wetter dann beruhigen.

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