Pistorius, Bundeswehr

Pistorius verteidigt Bundeswehr gegen Trumps Nato-Kritik

24.01.2026 - 18:01:12

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat die Bundeswehr gegen Unterstellungen von US-PrÀsident Donald Trump im Zusammenhang mit dem Afghanistan-Einsatz verteidigt.

"Unsere Bundeswehr stand bereit, als unsere amerikanischen VerbĂŒndeten nach dem islamistischen Terroranschlag von 2001 um UnterstĂŒtzung gebeten haben", sagte der SPD-Politiker der "Bild". "FĂŒr diesen Mut und den hochprofessionellen Einsatz ist Deutschland unserer Bundeswehr sehr dankbar."

Trump: USA brauchten die Nato nie

Trump hatte im Sender Fox News erneut behauptet, dass die USA die Nato nie gebraucht hĂ€tten. Mehrere andere Nato-Staaten hĂ€tten zwar nach dem 11. September 2001 Truppen nach Afghanistan geschickt, diese seien jedoch "ein wenig" zurĂŒck geblieben, "etwas abseits der Frontlinien", sagte Trump.

Pistorius betonte hingegen, deutsche Soldatinnen und Soldaten seien 19 Jahre lang in Afghanistan im Einsatz gewesen. "Sie haben ihren Auftrag unter höchsten Gefahren fĂŒr Leib und Leben und unter extremen Bedingungen erfĂŒllt." DafĂŒr habe Deutschland einen hohen Preis gezahlt: "59 Soldaten und drei Polizisten sind in Gefechten, durch AnschlĂ€ge oder UnfĂ€lle ums Leben gekommen. Zahlreiche Verwundete leiden bis heute unter den Verletzungen aus dieser Zeit."

Nur fĂŒr die USA aktivierte die Nato ihre Beistandsklausel

Der Verteidigungsminister versprach: "Wir werden den Einsatz und Mut unserer Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan in Ehren halten. Ganz egal, von wem das in Frage gestellt wird. Sie sind nie vergessen."

Nach den islamistischen TerroranschlĂ€gen am 11. September 2001 hatten die USA Artikel FĂŒnf des Nato-Vertrags aktiviert, um Beistand ihrer VerbĂŒndeten zu bekommen. Dies fĂŒhrte dazu, dass Deutschland und andere Nato-Staaten wie Großbritannien sich am Krieg gegen die Taliban und die Terrororganisation Al-Kaida beteiligten. Es war das erste und einzige Mal in der Nato-Geschichte, dass ein solcher BĂŒndnisfall ausgerufen wurde.

Wehrbeauftragter: Trumps Aussage unverstÀndlich

Auch der Wehrbeauftragte Henning Otte (CDU) zeigte sich konsterniert. Er betonte, Deutschland habe gemeinsam mit vielen Nato-VerbĂŒndeten nach dem 11. September an der Seite der USA gestanden. Auch er erinnerte an Tote und Verwundete. "Diese Einsatzbereitschaft wurde von unseren amerikanischen Freunden stets anerkannt", sagte er "Bild". "Umso unverstĂ€ndlicher ist PrĂ€sident Trumps Aussage - ob aus politischem KalkĂŒl oder aus Unkenntnis."

@ dpa.de