Viagra, Hoffnungsträger

Viagra als Hoffnungsträger im Kampf gegen Alzheimer?

25.03.2026 - 05:30:18 | boerse-global.de

Eine Studie identifiziert den bekannten Wirkstoff Sildenafil als potenziellen Alzheimer-Therapieansatz. Das Drug Repurposing könnte den Weg zu einer neuen Behandlung deutlich beschleunigen.

Viagra als Hoffnungsträger im Kampf gegen Alzheimer? - Foto: über boerse-global.de
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Eine Studie der University of Exeter hat Sildenafil – besser bekannt als Viagra – als vielversprechenden Kandidaten für die Behandlung von Alzheimer identifiziert. Das bereits zugelassene Medikament könnte den langen Weg zu einer neuen Therapie deutlich verkürzen.

Die im Februar veröffentlichte Untersuchung bewertete 80 bestehende Arzneimittel auf ihr Potenzial gegen die Demenzerkrankung. Ein internationales Expertengremium, finanziert von der Alzheimer's Society, stufte neben einem Gürtelrose-Impfstoff und dem Motoneuron-Medikament Riluzol vor allem Sildenafil als Top-Kandidaten ein. Der Ansatz, alte Medikamente neu zu verwenden, gilt als schneller und kostengünstiger.

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Der schnelle Weg zu neuen Therapien

Das sogenannte Drug Repurposing umgeht die langwierige Frühphase der Arzneimittelentwicklung. Zugelassene Wirkstoffe haben bereits umfangreiche Sicherheitstests durchlaufen. Bei einer so komplexen Krankheit wie Alzheimer, wo neue Medikamente oft nach Jahrzehnten und Milliardeninvestitionen scheitern, ist das ein entscheidender Vorteil.

Die Forscher bewerteten die Medikamente anhand ihrer Relevanz für Alzheimer-Krankheitsprozesse und vielversprechender Laborergebnisse. Der Gürtelrose-Impfstoff Zostavax landete auf Platz eins, dicht gefolgt von Sildenafil.

Von der Potenzpille zum Neuro-Schutz?

Sildenafil, ursprünglich gegen Bluthochdruck entwickelt, erlangte als Viagra Weltruhm. Der Wirkstoff erweitert die Blutgefäße. Neue Studien deuten nun auf einen schützenden Effekt im Gehirn hin.

Bereits 2021 zeigte eine Analyse der Cleveland Clinic mit Daten von über sieben Millionen Patienten: Die Einnahme von Sildenafil war mit einem um 69 Prozent geringeren Alzheimer-Risiko verbunden. Spätere Studien bestätigten diesen Trend mit Risikoreduktionen von 30 bis 54 Prozent. Eine britische Untersuchung von 2024 fand bei häufiger Einnahme sogar einen um 44 Prozent geringeren Wert.

Wie könnte die Wirkung funktionieren?

Forscher vermuten mehrere Ansatzpunkte. Sildenafil soll das Wachstum von Nervenzellen fördern und die schädliche Anreicherung von Tau-Proteinen reduzieren – einem Schlüsselfaktor bei Alzheimer. In Zellkulturen mit Patientenzellen senkte der Wirkstoff die Tau-Spiegel und regte das Neuritenwachstum an.

Allerdings ist die Datenlage nicht eindeutig. Eine NIH-Studie von 2022 fand keinen Zusammenhang zwischen Sildenafil und einem geringeren Alzheimer-Risiko. Die Wissenschaftler führen die widersprüchlichen Ergebnisse auf unterschiedliche Studiendesigns zurück.

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Was kommt als Nächstes?

Die konsistenten Hinweise aus Beobachtungsstudien machen weitere Forschung unumgänglich. Experten fordern nun randomisierte klinische Studien der Phase II. Nur so lässt sich klären, ob Sildenafil tatsächlich kausal vor Alzheimer schützt und ob die Wirkung für beide Geschlechter gleichermaßen gilt.

Sollte sich der Effekt in strengen Tests bestätigen, stünde der Medizin überraschend schnell ein neuer Therapieansatz zur Verfügung. In einer Zeit, in der die Demenzfälle weltweit explodieren, wäre das ein großer Schritt.

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