StĂ€dtetag: Pharmafirmen mĂŒssen fĂŒr bessere Abwasserreinigung zahlen
15.04.2025 - 06:08:42Doch die Kommunen fĂŒrchten nun, dass eine beschlossene Kostenbeteiligung der Konzerne wackeln könnte.
"Wir sehen mit groĂer Sorge, dass die Pharmaindustrie die Beteiligung an den Kosten der Abwasserreinigung wieder infrage stellt", sagte der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Deutschen StĂ€dtetags, Helmut Dedy, der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung". "Wenn die Herstellerverantwortung wegfĂ€llt, landen die höheren Reinigungskosten fĂŒr das Abwasser bei den GebĂŒhrenzahlerinnen und -zahlern in den StĂ€dten."
SpurenrĂŒckstĂ€nde von Salben, Tabletten und Kosmetika belasten nach StĂ€dteangaben die AbwĂ€sser. Die StĂ€dte gehen davon aus, bis 2045 knapp neun Milliarden Euro fĂŒr weitere Reinigungsstufen in den KlĂ€rwerken ausgeben zu mĂŒssen.
Die EU-LĂ€nder und das EU-Parlament hatten sich im Herbst darauf verstĂ€ndigt, dass die Hersteller kĂŒnftig mindestens 80 Prozent der zusĂ€tzlichen Kosten fĂŒr eine vertiefte Reinigung tragen mĂŒssen. Branchenvertreter etwa des Verbands der Chemischen Industrie und des Pharmaverbands Pro Generika hatten die Einigung kritisiert.
Der Deutsche StĂ€dte- und Gemeindebund warnte, die Richtlinie dĂŒrfe nicht durch nachtrĂ€gliche Ănderungen oder AbschwĂ€chungen aufs Spiel gesetzt werden. Der Verband kommunaler Unternehmen als Betreiber vieler KlĂ€ranlagen hob hervor: "Wer saubere GewĂ€sser und BĂŒrger finanziell entlasten möchte, darf jetzt nicht kneifen."

