Volkswagen Aktie: Tief seit August 2010
29.06.2026 - 18:20:02 | boerse-global.de
Volkswagen handelt am Montag auf dem niedrigsten Kursniveau seit August 2010. Die Vorzugsaktie fĂ€llt auf 72,54 Euro â nur einen Hauch ĂŒber dem Jahrestief von 72,12 Euro. Seit Jahresanfang summiert sich das Minus auf fast 32 Prozent.
Porsche SE fÀllt mit
AuffĂ€llig ist, dass nicht nur Volkswagen selbst unter Druck steht. Die Porsche Automobil Holding SE, die 53,3 Prozent der Stimmrechte hĂ€lt, rutschte ebenfalls auf den tiefsten Stand seit Juni 2010. Das ist kein Zufall. Wenn die Holding, deren Kernbeteiligung Volkswagen ist, parallel auf Mehrjahrestiefs fĂ€llt, zeigt das eine breitere Skepsis gegenĂŒber der Bewertung des gesamten Volkswagen-Komplexes.
Kursbild ohne Halt
Die AbwĂ€rtsbewegung hat Tempo. Auf Sicht von sieben Tagen verliert die Aktie 9,4 Prozent, auf 30 Tage ĂŒber 21 Prozent. Der Kurs liegt 16,5 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt und fast 23,5 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Der RSI signalisiert mit 21,2 eine stark ĂŒberverkaufte Lage â allerdings kein automatisches Kaufsignal. In Phasen mit fundamentalem Vertrauensverlust können solche Werte lange bestehen bleiben.
Schwache Quartalszahlen, fragile Margen
Die Q1-Zahlen 2026 liefern wenig Entlastung. Der Umsatz sank um zwei Prozent auf 75,7 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis fiel um 14,3 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro, die operative Marge auf 3,3 Prozent. Der Absatz brach um sieben Prozent auf 2,0 Millionen Fahrzeuge ein. Besonders schmerzhaft: China minus 20 Prozent, Nordamerika minus 9 Prozent.
Auf der LiquiditĂ€tsseite sieht es besser aus. Der Netto-Cashflow im Automobilbereich stieg auf 2,0 Milliarden Euro, nach minus 0,8 Milliarden Euro im Vorjahr. Die NettoliquiditĂ€t lag bei 34,2 Milliarden Euro. Volkswagen hĂ€lt fĂŒr 2026 an einer operativen Marge zwischen 4,0 und 5,5 Prozent fest.
Markt zweifelt an der Trendwende
Finanzielle StabilitÀt allein beruhigt den Markt nicht. Die eigentliche Frage ist, ob Volkswagen seine Margen in einem hÀrteren Wettbewerbsumfeld stabilisieren kann. Der Konzern selbst nennt Gegenwind durch Handelskonflikte, geopolitische Spannungen, steigende WettbewerbsintensitÀt und Regulierung.
Belastbare Fortschritte beim Absatz in China und Nordamerika sowie eine BestĂ€tigung der Jahresziele im zweiten Quartal dĂŒrften darĂŒber entscheiden, ob der Kurs eine Basis findet â oder weiter abrutscht.
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