Vollbetrieb nach Angriff auf Umspannwerk erst kommende Woche
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 18:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWSSeit Mittwochabend sind drei der insgesamt fĂŒnf betroffenen Kraftwerksblöcke wieder am Netz.
Nach neuen Angaben von RWE DE0007037129 Power wird die Wiederinbetriebnahme von Kraftwerksblock K am Standort NiederauĂem voraussichtlich am kommenden Dienstag erfolgen. Als Grund fĂŒr die spĂ€tere Wiederinbetriebnahme des Blocks nannte ein Sprecher von RWE Power notwendige PrĂŒfungen.
Noch am Mittwoch war das Unternehmen davon ausgegangen, dass der Kraftwerksblock NiederauĂem K wie der Block NiederauĂem G im Laufe des kommenden Wochenendes wieder ans Netz genommen werden könnte. Bei dem Kraftwerksblock NiederauĂem G bleibt es bei dieser EinschĂ€tzung.
Thema im Landtag
Kommende Woche Donnerstag soll der Fall Thema im Landtag werden. Die SPD hat einen Bericht fĂŒr den Innenausschuss angefordert. Die Opposition will laut Antrag unter anderem wissen, wie der aktuelle Ermittlungsstand ist und wie Landesregierung und Betreiber die kritische Infrastruktur besser schĂŒtzen wollen.
Unter kritischer Infrastruktur versteht man alle Bereiche, deren BeeintrĂ€chtigung oder Ausfall zu VersorgungsengpĂ€ssen, Störungen der öffentlichen Sicherheit und weiteren dramatischen Folgen fĂŒhren kann. Dazu gehören etwa Energie, Informationstechnik, Transport, Verkehr, Gesundheit, Wasser, ErnĂ€hrung, Banken und die Verwaltung.
NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) dringt unterdessen auf zusĂ€tzliche Möglichkeiten fĂŒr die Betreiber wichtiger Einrichtungen. "Wir sind ja bei Videoanlagen, ĂŒberhaupt bei allen Fragen, wo es um Eingriffe in BĂŒrgerrechte oder um Datenschutz geht, in Deutschland extrem sensibel", sagt Reul im Morgenmagazin von WDR 2.
"So, jetzt merken wir, was das bedeutet." Bislang sei es den Betreibern kritischer Infrastruktur nicht erlaubt, ihre Anlagen etwa zur Stromversorgung mit Videokameras zu ĂŒberwachen. Die kritische Infrastruktur mĂŒsse aber besser geschĂŒtzt werden.
Zwei Angriffe binnen eines Tages
Die Ermittler sehen auffÀllige Parallelen: Am Dienstagmorgen starteten Unbekannte in der NÀhe des Umspannwerks Turnow-Preilack unweit des Kraftwerks JÀnschwalde in Brandenburg einen Angriff auf die Stromversorgung. Dazu lenkten sie nach Angaben der Landesregierung mit Hilfe selbstgebauter Flugkörper, die Silvesterraketen Àhnelten, leitfÀhiges Material in Richtung der Höchstspannungsleitungen.
Am Dienstagabend kam es zu einer Störung an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln. Unbekannte hĂ€tten Kabel ĂŒber die Oberleitung gebracht und so einen Kurzschluss verursacht, sagte Reul. In der NĂ€he beider Orte fand man nach Behördenangaben Abschussvorrichtungen und Pyrotechnik, die womöglich bereits vor lĂ€ngerer Zeit installiert worden waren.
Die Ermittler gehen davon aus, dass beide VorfĂ€lle auf verfassungsfeindliche Sabotage zurĂŒckzufĂŒhren sind. Ob etwa Linksextremisten oder womöglich Saboteure im russischen Auftrag dahinterstecken, ist noch völlig offen.
