Aktien Frankfurt: Anleger bleiben vor nĂ€chstem Ukraine-Gipfel zurĂŒckhaltend
18.08.2025 - 14:45:51Der Dax DE0008469008 gab am Nachmittag um 0,29 Prozent auf 24.290 Punkte nach. Der MDax DE0008467416 notierte so gut wie unverĂ€ndert bei 30.949 Punkten. FĂŒr den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 ging es um rund 0,6 Prozent nach unten.
Vor dem Wochenende war der Dax erneut an seiner CharthĂŒrde um 24.500 Punkte gescheitert, nachdem Anleger zunĂ€chst noch mit groĂem Optimismus in das Treffen zwischen US-PrĂ€sident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin gegangen waren. Letztlich war der Gipfel in Alaska ohne ĂuĂerungen zu einem möglichen Waffenstillstand im Ukraine-Krieg beendet worden.
Trump empfĂ€ngt nun an diesem Montag den ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj im WeiĂen Haus. Mehrere europĂ€ische Spitzenpolitiker begleiten ihn. Kurz vor der Begegnung setzte Trump Selenskyj unter Druck mit den Worten: "Der ukrainische PrĂ€sident Selenskyj kann den Krieg mit Russland fast sofort beenden, wenn er will, oder er kann weiterkĂ€mpfen".
Anleger sind also gespannt auf das Treffen. Allerdings, so stellte Marktexperte Andreas Lipkow fest, mache sich die ErnĂŒchterung der Marktteilnehmer ĂŒber das Ausbleiben von geopolitischen Erfolgen bei dem Gipfeltreffen zwischen den USA und Russland immer mehr in den europĂ€ischen FinanzmĂ€rkten breit. Es sei nichts Greifbares vorhanden.
RĂŒstungswerte legten zum Wochenauftakt wieder den VorwĂ€rtsgang ein. Rheinmetall DE0007030009 verteuerten sich an der Dax-Spitze um 3 Prozent. Hensoldt DE000HAG0005 und Renk DE000RENK730 verbuchten im MDax AufschlĂ€ge von bis zu 2,9 Prozent. Ohne konkrete Friedensbekundungen seitens des Kreml fĂŒhlen sich Anleger offenbar wieder von der Branche angelockt.
Gefragt waren auch die Bayer DE000BAY0017-Aktien, nachdem der Pharma- und Agrarchemiekonzern eine Grundsatzvereinbarung zur Beiligung eines Teils der US-Rechtsstreitigkeiten rund ums Thema PCB bekanntgegeben hatte.
Die Papiere der Commerzbank DE000CBK1001 sanken am Dax-Ende um 3,2 Prozent. Die Deutsche Bank DE0005140008 hatte nach dem starken Lauf der Papiere ihre Kaufempfehlung gestrichen und stuft sie nun mit "Hold" ein. Auch Lanxess DE0005470405 wurden von einer negativen AnalysteneinschÀtzung belastet, und zwar von den Experten von Van Lanschot Kempen. Die Anteile des Chemiekonzerns verloren 2,7 Prozent.
Auf Erholungskurs gingen die Titel des Kochboxen-Unternehmens Hellofresh DE000A161408 mit einem Plus von 8,5 Prozent. Experte Trion Reid von der Berenberg Benk lobte die Margenverbesserung im zweiten Quartal gegenĂŒber dem Vorjahr, auch wenn die organische Umsatzentwicklung schwach sei. Bei Hellofresh hatte nach dem Kursrutsch am vergangenen Donnerstag die UnterstĂŒtzung bei knapp unter 7 Euro gehalten.
Aktien von Windkraftturbinen-Produzenten waren derweil gefragt. Hierzulande gewannen Nordex DE000A0D6554 2 Prozent. Analysten verwiesen auf neue US-Subventionsrichtlinien fĂŒr Wind- und Solarenergie als Treiber. Sie seien weniger schlimm als befĂŒrchtet. Die Kursgewinne fĂŒr SMA Solar DE000A0DJ6J9 von 9,3 Prozent lassen sich damit ebenfalls begrĂŒnden.

