Frankfurt-News, Zeichen

Börse Frankfurt-News: Im Zeichen von Notenbanken und Handelskonflikt

27.10.2025 - 11:53:18

Vor dem Treffen von US-PrĂ€sident Trump und Chinas PrĂ€sident Xi Jinpin hofft alles auf ein gĂŒtliches Handelsabkommen.

An den AktienmÀrkten geht es daher nach oben. Abgesehen davon steht die Woche im Zeichen der Notenbanken - und der vielen Quartalzahlen.

27. Oktober 2025. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Hoher ?-lpreis, US-kanadische Spannungen, Seltene Erden-Exportkontrollen - den AktienmĂ€rkten kann das nicht viel anhaben. Die US-MĂ€rkte waren nach Anzeichen der Entspannung im US-chinesischen Handelsstreit und gĂŒnstigen Inflationszahlen schon am Freitag auf neue Hochs geklettert. FĂŒr den DAX geht es zu Beginn der neuen Woche nach oben. Der Index steht am Montagmorgen bei 24.340 Punkten und nĂ€hert sich damit seinem Allzeithoch von 24.771 ZĂ€hlern. Der Stoxx Europe 600 hat bereits ein neues Hoch erreicht.

An diesem Donnerstag treffen sich US-PrĂ€sident Donald Trump und Chinas PrĂ€sident Xi Jinping in SĂŒdkorea am Rande des APEC-Wirtschaftsgipfels. "Die Spannungen zwischen beiden Seiten hatten sich in den letzten drei Wochen aufgrund von Exportrestriktionen Chinas fĂŒr Seltene Erden und einer AnkĂŒndigung von 100 Prozent zusĂ€tzlichen Zöllen auf chinesische Waren ab dem 1. November durch US-PrĂ€sident Trump deutlich verschĂ€rft", berichtet die Deutsche Bank. Nach jĂŒngsten deeskalierenden Aussagen durch Mitglieder der US-Regierung gingen die FinanzmĂ€rkte nun jedoch von einer Verhandlungslösung aus, vielleicht schon am Donnerstag.

Goldpreisminus: "Nur Gegenbewegung"

Auch in Japan herrscht Jubelstimmung: Der Nikkei hat am heutigen Montag erstmals in seiner Geschichte ĂŒber der Marke von 50.000 Punkten geschlossen. Gehofft wird hier auf auch Staatsausgaben der neuen Premierministerin Sanae Takaichi. Nicht fortgesetzt hat sich der Goldpreishöhenflug. Nach in der Spitze 4.380 US-Dollar vor einer Woche kostet die Feinunze jetzt wieder "nur" 4.068 US-Dollar. Nach EinschĂ€tzung von Helaba-Analystin Claudia Windt wird das Thema Sicherheit aber weiterhin auf der Agenda stehen. "Deshalb sollte der RĂŒckgang von Gold mit 3,5 Prozent auf Wochensicht nicht ĂŒberinterpretiert werden", meint sie. Sie sieht dies eher als Gegenbewegung nach einem außergewöhnlich starken Lauf - und nicht als Abkehr von einer Absicherung.

"Anderes als geldpolitisches Stillhalten der EZB ?faustdicke Überraschung?"

Diese Woche ist eine Woche der Notenbanken. Sowohl EZB als auch Fed entscheiden ĂŒber den Leitzins, außerdem die Notenbanken aus Japan und Kanada. FĂŒr die am Mittwoch tagende US-Notenbank wird fest von einer Zinssenkung ausgegangen. DafĂŒr spricht, dass die am Freitag veröffentlichten September-Verbraucherpreise moderater angestiegen sind als erwartet.

Die EZB ist mit den Zinssenkungen schon viel weiter. FĂŒr sie wird fĂŒr den Donnerstag mit keinem Zinsschritt gerechnet. "Die Notenbank-Oberen haben zuletzt keinen Zweifel daran gelassen, dass sie sich hinsichtlich des Leitzinsniveaus derzeit gut positioniert sehen", erklĂ€rt Christian Reicherter von der DZ Bank. Vor diesem Hintergrund sei alles andere als ein geldpolitisches Stillhalten eine "faustdicke Überraschung".

"Erfreulicher Start in die Saison"

Laut Marthel Edouard von der Weber Bank erhalten die AktienmĂ€rkte derzeit RĂŒckenwind vom ĂŒberzeugenden Auftakt der US-Berichtssaison. "Rund 80 Prozent der US-Unternehmen, die bislang berichtet haben, ĂŒbertrafen die Gewinnerwartungen - ein erfreulicher Start in die Saison", stellt er fest. Gleichwohl blieben die Bewertungen ambitioniert, insbesondere in den USA. Die Bank hĂ€lt deshalb an einer selektiven Aktienstrategie fest. "Kurzfristige RĂŒckschlĂ€ge sehen wir weiterhin als gute Gelegenheit, Positionen in den Bereichen Technologie, Finanzen und Industrie auszubauen."

Stunde der Wahrheit: Zahlen der Tech-Riesen

WÀhrend aus Europa diese Woche viele Konjunkturzahlen kommen, ist aus den USA wenig zu erwarten. Wegen des "Government Shutdown" bleiben die US-Statistikbehörden geschlossen. Etwa werden die eigentlich anstehenden BIP-Zahlen zum dritten Quartal wohl ausfallen.

DafĂŒr nimmt die Quartalsberichtssaison abermals an Fahrt auf: Diese Woche legen 90 Unternehmen aus dem Stoxx 600 ihre Gewinne vor, unter anderem SociĂ©tĂ© GĂ©nĂ©rale, Shell, Puma, TotalEnergies, Credit Agricole, Volkswagen, Mercedes-Benz, Deutsche Bank, Adidas, BASF, UBS, ASM International, Novartis, BNP Paribas und Deutsche Börse. Aus dem S&P 500 berichten 172 Unternehmen, darunter die "Magnificent Seven"-Mitglieder Alphabet, Meta, Apple, Microsoft und Amazon, außerdem etwa PayPal, Visa, Boeing, Kraft Heinz und Exxon Mobil.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Montag, 27. Oktober

10.00 Uhr. Deutschland: ifo-GeschÀftsklimaindex Oktober.

Mittwoch, 29. Oktober

19.00 Uhr. USA: Zinsentscheid der US-Notenbank.

Donnerstag, 30. Oktober

Japan: Zinsentscheid der Bank of Japan.

10.00 Uhr. Deutschland: BIP drittes Quartal. Die DekaBank erwartet ein weiteres Quartal ohne Wachstum in Deutschland. Mit der wahrscheinlichen Schrumpfung des deutschen Bruttoinlandsprodukts im dritten Quartal feiere die technische Rezession ein Comeback.

11.00 Uhr. Eurozone: BIP drittes Quartal. Das Bruttoinlandsprodukt im Euroraum ist im dritten Quartal voraussichtlich um 0,2 Prozent gewachsen, allerdings wohl mit starken Unterschieden zwischen den LÀndern, erklÀrt die Commerzbank. WÀhrend die Wirtschaft in Frankreich und Deutschland wohl stagniert habe, habe die spanische Wirtschaft erneut recht krÀftig zugelegt.

14.00 Uhr. Deutschland: Verbraucherpreise Oktober. Am Markt wird ein Plus von 2,2 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr erwartet.

14.15 Uhr. Eurozone: Zinsentscheid der EZB.

Freitag, 31. Oktober

11.00 Uhr. Eurozone: Verbraucherpreise Oktober. Die Inflation ist der Commerzbank zufolge im Oktober wahrscheinlich leicht auf 2,1 Prozent gesunken, getrieben durch niedrigere Energie- und Lebensmittelpreise. Die Kerninflation verharre wohl bei 2,4 Prozent.

Von Anna-Maria Borse, 27. Oktober 2025, © Deutsche Börse AG

(FĂŒr den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die BeitrĂ€ge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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