Ost-MinisterprÀsidenten, CDU

Ost-MinisterprĂ€sidenten der CDU fordern RĂŒcksicht vom Bund

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 21:06 Uhr | dpa.de

Vor den anstehenden weiteren Sozialreformen verlangen die drei ostdeutschen CDU-MinisterprĂ€sidenten von der Bundesregierung, die Perspektive des Ostens stĂ€rker zu berĂŒcksichtigen.

"Wer wissen will, wie Strukturwandel gelingt und woran er scheitert, findet die Antworten hier. Genau deshalb ist die BerĂŒcksichtigung der ostdeutschen Perspektive ein Gewinn fĂŒr ganz Deutschland", schreiben sie in einer gemeinsamen ErklĂ€rung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Konkret geht es ihnen um den Erhalt der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren und die Bezahlbarkeit der Pflege.

Die Regierungschefs Mario Voigt aus ThĂŒringen, Sven Schulze aus Sachsen-Anhalt und Michael Kretschmer aus Sachsen wollen ihre Forderungen am Donnerstag vorstellen. Dann treffen sie sich im SĂŒden Sachsen-Anhalts. Das Land steht vor einer wichtigen Landtagswahl im September, die AfD liegt in den Umfragen weit vorn und hofft auf eine Alleinregierung. Über die ErklĂ€rung der MinisterprĂ€sidenten hatte zuvor der MDR berichtet.

Was die Landeschefs von der Bundesregierung fordern

Die Bundesregierung soll die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren nicht - wie von der Rentenkommission empfohlen - abschaffen, wird darin gefordert. "Wer 45 Jahre eingezahlt hat, hat genug eingezahlt. Diesen Grundsatz geben wir nicht auf." Betriebsrenten seien in Ostdeutschland selten, viele Ostdeutsche hÀtten in den vergangenen Jahrzehnten auch nicht ausreichend private Vorsorge betreiben können, daher sei die gesetzliche Rente oft die einzige SÀule der Alterssicherung. "Jede VerÀnderung im gesetzlichen System wirkt bei uns deshalb fast ungebremst", so die MinisterprÀsidenten.

Außerdem forderten sie die Bundesregierung auf, einen Weg zu finden, wie Pflege in Zukunft auch dort bezahlbar bleibt, wo die Alterseinkommen niedrig sind. Geplante Änderungen erhöhten jedoch den selbst zu zahlenden Eigenanteil. "Diesem Weg werden wir nicht zustimmen", hieß es. Stattdessen mĂŒsse etwa eine Regelung gefunden werden, die die individuelle LeistungsfĂ€higkeit berĂŒcksichtigt. "Entscheidend ist, dass die Belastung begrenzt und fĂŒr die Betroffenen planbar wird", so die MinisterprĂ€sidenten.

Damit die ostdeutsche Wirklichkeit ausreichend Raum bei der Erarbeitung bundesweiter Reformen finde, mĂŒssten die LĂ€nder frĂŒhzeitig einbezogen werden.

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