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Aktien Frankfurt: Anleger werden vor Trump-Putin-Gipfel vorsichtiger

15.08.2025 - 15:04:55

Vor den nĂ€her rĂŒckenden GesprĂ€chen zwischen US-PrĂ€sident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin ĂŒber eine Lösung im Ukraine-Krieg an diesem Freitagabend sind die Anleger am deutschen Aktienmarkt vorsichtiger geworden.

Die Gewinne im Dax DE0008469008, der zum Handelsstart noch die Marke von 24.500 Punkten getestet hatte, bröckelten am Nachmittag nahezu komplett ab. Zuletzt zeigte sich der deutsche Leitindex mit plus 0,1 Prozent auf 24.401 Punkten fast unverÀndert. Dabei bewegten aktuell veröffentlichte US-Konjunkturdaten kaum.

Das vor rund einem Monat erreichte Rekordhoch im Dax von 24.639 Punkten bleibt in Reichweite, auch wenn um die 24.500-Punkte-Marke herum technische WiderstÀnde lauern. Im Wochenverlauf zeichnet sich aktuell ein Plus von einem Prozent ab. Der MDax DE0008467416 gab am Freitagnachmittag um 0,3 Prozent auf 31.031 Punkte nach.

Die Hoffnungen an den FinanzmĂ€rkten sind groß, was die kurz vor dem US-Börsenschluss starteten GesprĂ€che betrifft, auch wenn Trump sich in der Vermittlerrolle sieht und das Treffen als eine Art Vorstufe fĂŒr ein potenzielles zweites Treffen darstellt. Gleichwohl: Eine einzige beilĂ€ufige Bemerkung am Rande der GesprĂ€che könnte deutliche Eskapaden an den Börsen nach sich ziehen, erwartet Analyst Stephen Innes vom Vermögensverwalter SPI Asset Management.

Großes EnttĂ€uschungspotenzial gebe es, falls sich die Fronten zwischen den beiden mĂ€chtigen MĂ€nnern verhĂ€rteten oder deren Positionen die Ukraine und auch die EuropĂ€er vor den Kopf stießen, warnte Kapitalmarktstratege JĂŒrgen Molnar von Robomarkets. "Am Montag könnte deshalb sehr viel ErnĂŒchterung am Aktienmarkt eintreten." Sollte es dagegen ernsthafte Fortschritte in Richtung eines Waffenstillstands geben, könnte nicht zuletzt das Thema Wiederaufbau der Ukraine stĂ€rker als Anlegerthema in den Fokus rĂŒcken.

Vor dem Gipfel gingen die Blicke aber zunĂ€chst zu zahlreichen US-Konjunkturdaten. WĂ€hrend noch auf die Daten zur Industrieproduktion im Juli oder auf das von der UniversitĂ€t Michigan ermittelte Verbrauchervertrauen im August gewartet wird, reagierte der Dax auf die EinzelhandelsumsĂ€tze und die Daten zu den Einfuhrpreisen kaum. Die EinzelhandelsumsĂ€tze im Juli stiegen etwas weniger als erwartet. Die Daten dĂŒrften nach den Worten der Helaba-Experten die bereits ambitionierten Erwartungen an Zinssenkungen durch die US-Notenbank Fed allerdings "leicht dĂ€mpfen", denn die Vormonatswerte seien deutlich nach oben korrigiert worden. Die Einfuhrpreise sanken den Prognosen entsprechend moderat.

Nach einer Flut von Quartalsberichten in den vorangegangenen Tagen blieb es unternehmensseitig hierzulande ruhig. Allerdings sackten im Nebenwerte-Index SDax DE0009653386 die Aktien der erst kĂŒrzlich aufgenommenen Verve Group SE0018538068 bei hohen HandelsumsĂ€tzen um knapp 22 Prozent ab. Der schwedische Spezialist fĂŒr digitale Werbung und Spieleentwicklung senkte die Zielspannen fĂŒr den Nettoumsatz 2025 und fĂŒr das bereinigte operative Ergebnis deutlich. BegrĂŒndet wurde dies mit technischen Problemen und ungĂŒnstigen Wechselkursen.

Am MDax-Ende bĂŒĂŸten die Papiere von Thyssenkrupp DE0007500001 6,0 Prozent ein, nachdem sie angesichts gesenkter Jahreszielen am Vortag bereits 9 Prozent verloren hatten. JPMorgan sieht mittelfristig weitere Kursrisiken und kappte daher das Kursziel fĂŒr die Aktie des Stahl- und Industrieunternehmens. Selbst die neuen Prognosen seien schwer erreichbar, hieß es.

Chemieaktien wie BASF DE000BASF111 mit plus 1,6 Prozent an der Dax-Spitze oder Wacker Chemie DE000WCH8881 und Lanxess DE0005470405, die im MDax deutlich zulegten, profitierten von Hoffnungen auf einen entscheidenden Schritt hin zu einem perspektivischen Ende des Ukraine-Krieges./ck/men

--- Von Claudia MĂŒller, dpa-AFX ---

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