BĂŒrgergeld-Beratung startet mit Protest
15.01.2026 - 07:35:03Die geplanten VerschÀrfungen brÀchten kaum Einsparungen und können Betroffene im schlimmsten Fall ihr Zuhause kosten, warnen die Wohlfahrts- und SozialverbÀnde sowie der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB).
Der Bundestag berĂ€t heute erstmals ĂŒber die ReformplĂ€ne. Vor dem ReichstagsgebĂ€ude wollen die VerbĂ€nde ihrer Kritik mit einem GroĂplakat Ausdruck verleihen. Mitte Dezember hatte das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf von Arbeitsministerin BĂ€rbel Bas (SPD) auf den Weg gebracht. Die neue Grundsicherung soll mit etwas schĂ€rfere Regeln einhergehen als das heutige BĂŒrgergeld. So soll die Grundsicherung beispielsweise gestrichen werden, wenn Bezieher des staatlichen Gelds nicht erreichbar sind: Bei drei versĂ€umten Einladungen zu Terminen sollen Jobcenter die Ăberweisungen einstellen.
Die VerbĂ€nde und Gewerkschaften dagegen meinen: "100-Prozent-Sanktionen sollten unterbleiben. Haushalte mit Kindern, Menschen mit Behinderung und PflegebedĂŒrftigen sind besonders zu schĂŒtzen."
Vermittlung versus Qualifizierung
Die VerbĂ€nde fordern unter anderem auch, anders als geplant der Vermittlung zu einer Arbeitsstelle kĂŒnftig keinen verstĂ€rkten Vorrang vor Qualifizierung einzurĂ€umen. "Der Vermittlungsvorrang behindert Qualifizierung und nachhaltige Vermittlung in Arbeit", so die VerbĂ€nde.
Zu den beteiligte Organisationen zÀhlen unter anderem die AWO, der Deutsche Gewerkschaftsbund, der Mieterbund, die Diakonie, der ParitÀtische Gesamtverband, der Sozialverband Deutschland und der Sozialverband VdK.
GrĂŒne fordern HĂ€rtefallregeln
Kritik an den KoalitionsplĂ€nen kommt auch aus der Opposition. Die Linke-Sozialpolitikerin Cansin KöktĂŒrk sagte: "Wer heute die Grundsicherung verschĂ€rft, (...) verĂ€ndert das KrĂ€fteverhĂ€ltnis in der gesamten Gesellschaft, zugunsten von Profitinteressen und zulasten von WĂŒrde und SolidaritĂ€t." Die GrĂŒnen-Fraktionsvize Misbah Khan warnte: "Die BĂŒrgergeldreform der Bundesregierung droht zu einem Katalysator fĂŒr Kinderarmut zu verkommen." Es brauche klare HĂ€rtefallregelungen und Sanktionsfreiheit fĂŒr Familien mit minderjĂ€hrigen Kindern.

