Frankfurt Schluss: Dax fĂ€llt vor US-Zinsentscheid etwas zurĂŒck
19.03.2025 - 18:11:56Der Dax DE0008469008 dĂ€mmte gröĂere Verluste am Mittwoch aber wieder ein und ging letztlich 0,40 Prozent tiefer mit 23.288,06 Punkten aus dem Handel. Am Vortag hatte er noch ein Rekordhoch bei gut 23.476 ZĂ€hlern erreicht. Die Euphorie mit Blick auf das mittlerweile vom Bundestag genehmigte Finanzpaket fĂŒr RĂŒstung, Infrastruktur und Klima lieĂ leicht nach, zumal der Bundesrat noch zustimmen muss. Der MDax DE0008467416 der mittelgroĂen Unternehmen verlor 1,09 Prozent auf 29.644,73 Punkte.
"Die Spekulation der Anleger auf eine wirtschaftsfreundlichere Politik, die der deutschen Konjunktur neues Leben einhauchen kann, ist zunĂ€chst einmal aufgegangen", kommentierte Jochen Stanzl von CMC Markets. Der Dax trete in die schwierigere und vielleicht letzte Phase der Rally ein. Von nun an seien Gewinnmitnahmen genauso wahrscheinlich wie weitere Kurssteigerungen. Stanzl verwies auĂerdem auf die Abstimmung im Bundesrat am Freitag, die das Finanzpaket auch noch ĂŒberstehen muss.
ZunĂ€chst steht aber die Geldpolitik in den USA im Fokus. "US-Notenbankchef Jerome Powell wird vorerst abwarten und die aktuellen Unsicherheiten unterstreichen", schrieb Daniel Loughney von Mediolanum International Funds. Es sei daher unwahrscheinlich, dass die Fed die Zinsen am Mittwochabend Ă€ndere. Der Fokus liegt auf möglichen Signalen fĂŒr kĂŒnftige Entscheidungen. Angesichts der aggressiven Zollpolitik von US-PrĂ€sident Donald Trump ist die Hoffnung auf weitere Zinssenkungen in den Vereinigten Staaten allerdings gedĂ€mpft.
Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial US2605661048 stieg zum europÀischen Handelsschluss vor der Zinsentscheidung der Fed um rund 0,6 Prozent. Europas Börsen prÀsentierten sich derweil uneinheitlich. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 schloss 0,41 Prozent höher mit 5.507,36 Punkten. In Paris standen noch deutlichere Kursgewinne zu Buche. In der Schweiz ging es dagegen leicht nach unten, wÀhrend sich der FTSE 100 GB0001383545 in London kaum bewegte.
Bei den Unternehmen waren die zuletzt von der Aussicht auf das Finanzpaket stark angetriebenen RĂŒstungswerte zur Wochenmitte nicht mehr gefragt. Rheinmetall DE0007030009 und Renk DE000RENK730 litten nach erneuten Rekorden unter teils heftigen Gewinnmitnahmen, auch fĂŒr Hensoldt DE000HAG0005 ging es abwĂ€rts. Mutares DE000A0SMSH2 sackte 15,9 Prozent ab. Die Aktie der Beteiligungsgesellschaft hatte zuletzt vom steilen Anstieg der Beteiligung Steyr Motors AT0000A3FW25 profitiert.
Zu den Spitzenreitern im Dax gehörte dafĂŒr eine andere, vom Finanzpaket wohl begĂŒnstigte Aktie. Die Anteile des Baustoffkonzerns Heidelberg Materials DE0006047004 zogen um 3,6 Prozent an, nachdem sie der Deutsche-Bank-Analyst Jon Bell als einen "Mega-Profiteur" der Infrastruktur-Gelder bezeichnete. Nach dem bisherigen Anstieg um fast die HĂ€lfte in diesem Jahr sieht der Experte mit seinem Kursziel von 195 Euro noch weiteres Potenzial.
Bei Vonovia DE000A1ML7J1 sorgten die Jahreszahlen nicht fĂŒr eine Erholung. Die Aktien wurden erstmals seit fast einem Jahr wieder kurz unter der 25-Euro-Marke gehandelt und gingen 0,9 Prozent tiefer aus dem Handel. Das Immobilienunternehmen bleibt zwar zuversichtlich und erhöhte die Dividende. Ein Marktteilnehmer wies jedoch auf die anhaltende Unsicherheit mit Blick auf gestiegene Kapitalmarktrenditen hin.
BestĂ€tigte und damit eigentlich unspektakulĂ€re Jahreszahlen von Talanx DE000TLX1005 hievten den Versicherungskonzern trotzdem auf ein weiteres Rekordhoch. Dann ging den Aktien aber der Schwung aus, sie verloren letztlich 0,2 Prozent. Analyst Thorsten Wenzel von der DZ Bank strich seine Kaufempfehlung fĂŒr Talanx und wies darauf hin, dass der Bewertungsabschlag zu anderen Branchenwerten nach der guten Performance kaum noch vorhanden sei.
Die Papiere der VW DE0007664039-Nutzfahrzeugtochter Traton DE000TRAT0N7 wurden von einer Aktienplatzierung durch die Konzernmutter mit 6,2 Prozent belastet. Der Mutterkonzern will den Streubesitz erhöhen und nutzte nun den guten Kursverlauf, um mit einem kleineren Aktienpaket Kasse zu machen. Der Kurs blieb mit 33,40 Euro ĂŒber dem Preis von 32,75 Euro, zu dem die Anteile verkauft wurden.
Tui DE000TUAG505 stand wegen eines positiven Analystenkommentars im Blickfeld. Die Aktie des Reisekonzerns stieg am mittlerweile vierten Gewinntag um 4,6 Prozent, nachdem die US-Bank JPMorgan die Bewertung mit "Overweight" aufgenommen hatte.
Ein verschobener GeschĂ€ftsbericht von Stratec DE000STRA555 verunsicherte die Anleger etwas, die Aktie verlor 3,4 Prozent. Das Diagnostikunternehmen verwies unter anderem auf krankheitsbedingte EngpĂ€sse in der Finanzabteilung, will aber zeitnah vorlĂ€ufige Zahlen veröffentlichen. Die Ziele 2024 dĂŒrften erreicht worden sein./niw/mis
--- Von Nicklas Wolf, dpa-AFX ---

