RĂ€tsel, Forscher

'RÀtsel gelöst': Forscher will MH370 lokalisiert haben

29.08.2024 - 05:55:51

Vor mehr als zehn Jahren verschwand Flug MH370 der Malaysia Airlines mit 239 Menschen an Bord auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking spurlos von den Radarschirmen.

Seither versuchen Forscher und Luftfahrtexperten, eines der grĂ¶ĂŸten Mysterien der Luftfahrtgeschichte zu lösen. Ein australischer Wissenschaftler will nun nach eigenen Angaben den Verbleib der Maschine geklĂ€rt haben.

Vincent Lyne von der University of Tasmania behauptet in seiner Studie, den genauen Standort des Wracks lokalisiert zu haben - in einem 6.000 Meter tiefen Loch. "Ein perfektes Versteck", schrieb Lyne vor wenigen Tagen in einem Beitrag auf LinkedIn.

"Absichtliches Landemanöver"

Das Loch befinde sich am Ende des Broken Ridge, eines ozeanischen Plateaus im sĂŒdöstlichen Indischen Ozean, in einer "sehr zerklĂŒfteten und gefĂ€hrlichen Meeresumgebung". Das erklĂ€re, warum das Wrack bisher nicht gefunden wurde, betonte Lyne. Die Studie aus dem Jahr 2021 wurde jetzt vom renommierten Fachblatt "Journal of Navigation" nach einem Peer-Review-Verfahren akzeptiert und veröffentlicht.

Aber warum stĂŒrzte die Maschine ab? Der Wissenschaftler ist ĂŒberzeugt, dass nicht Treibstoffmangel - wie oft vermutet - verantwortlich war, sondern ein absichtliches Landemanöver des KapitĂ€ns Zaharie Shah im Wasser. Als Beweise fĂŒhrt er SchĂ€den an den FlĂŒgeln und am Klappensystem sowie an der vor der Insel La RĂ©union vor der OstkĂŒste Afrikas gefundenen FlĂŒgelklappe an.

Diese Ă€hnelten den SchĂ€den nach der kontrollierten Notwasserung von KapitĂ€n Chesley "Sully" Sullenberger auf dem New Yorker Hudson River im Jahr 2009, schrieb Lyne. Alle 155 Menschen an Bord ĂŒberlebten damals die aufsehenerregende Notlandung.

Notlandung oder Absicht?

Seine Ergebnisse stĂŒtzten die Theorie des kanadischen Luftfahrtexperten und frĂŒheren Flugunfallermittlers Larry Vance, der ebenfalls von auffĂ€lligen SchĂ€den an einem entdeckten Wrackteil gesprochen hatte und von einer kontrollierten Landung auf dem Wasser ausging. Ob der Pilot sich aber wegen einer Notlage zu diesem Schritt entschied oder die Maschine absichtlich ins Meer steuerte und verschwinden lassen wollte, konnten auch die jĂŒngsten Forschungsergebnisse bisher nicht klĂ€ren.

FĂŒr seine Studie kombinierte Lyne den LĂ€ngengrad der Landebahn des malaysischen Flughafens Penang mit einer auf dem Heim-Simulator des Piloten entdeckten Flugroute - die FBI-Ermittler zuvor als "irrelevant" abgetan hĂ€tten. Am Schnittpunkt der beiden Linien befindet sich laut Lyne das 6.000 Meter tiefe Loch. MH370 war damals in der NĂ€he von Penang vom Radar verschwunden.

Lyne forderte die Behörden auf, mit "höchster PrioritÀt" den von ihm lokalisierten Standort zu untersuchen. So könnten die verzweifelten Angehörigen nach vielen "verwirrenden Theorien" und "wilden Spekulationen" vielleicht endlich Frieden finden.

@ dpa.de