Frankfurt Eröffnung: ZurĂŒckhaltung vor Fed-Protokoll und Nvidia
22.05.2024 - 10:01:59Der Dax DE0008469008 notierte im frĂŒhen Handel 0,15 Prozent tiefer bei 18 698,56 Punkten. Der MDax DE0008467416 der mittelgroĂen Werte sank um 0,48 Prozent auf 27 040,91 ZĂ€hler. Der EuroStoxx 50 EU0009658145, das Leitbarometer der Eurozone, verlor rund 0,2 Prozent.
Zwar sei der Börsenhimmel immer noch strahlend blau, allerdings hĂ€tten die Indizes an Schwung verloren, beobachtete Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed und die Quartalszahlen von Nvidia US67066G1040 könnten aus seiner Sicht die VolatilitĂ€t am Abend zumindest kurzfristig zurĂŒckbringen.
Vom Fed-Protokoll erhoffen sich Anleger Hinweise auf den geldpolitischen Kurs in den USA. Am Markt wird erwartet, dass die Fed die Zinsen spĂ€ter anheben wird als etwa die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB), weil sich die Inflation in der gröĂten Volkswirtschaft der Welt bislang noch hartnĂ€ckiger gezeigt hat.
Die jĂŒngsten Reden von Fed-Mitgliedern hĂ€tten die Sicht der letzten Monate wiederholt, dass man einige Monate mit besseren Inflationsdaten sehen wolle, bevor die Zinswende einleite, schrieben am Morgen die Devisenexperten der Commerzbank. Dies untermauere aber einmal mehr, warum noch nicht allzu bald mit US-Zinssenkungen gerechnet werden sollte.
Nach US-Börsenschluss am Mittwoch steht dann der Quartalsbericht des KI-Vorzeigeunternehmens Nvidia auf der Agenda, der das Potenzial hat, ĂŒber den Technologiesektor hinaus die MĂ€rkte deutlich zu bewegen - in welche Richtung auch immer.
Aus Branchensicht stehen Autowerte nach einem Bericht ĂŒber mögliche chinesische Zölle auf Importfahrzeuge unter Verkaufsdruck. Insidern zufolge könnte China Zölle von bis zu 25 Prozent erheben auf Autos aus der EuropĂ€ischen Union und den USA. UnlĂ€ngst erst hatten die USA Zölle fĂŒr Elektroautos aus China drastisch erhöht, und auch in der EU stehen Zölle auf chinesische Autos zur Debatte.
Entsprechend lag der europĂ€ische Automobilsektor EU0009658681 mit minus 1,7 Prozent auf dem letzten Platz der BranchenĂŒbersicht. Die Aktien von Mercedes-Benz DE0007100000 fielen am Morgen auf den tiefsten Stand seit mehr als drei Monaten und verloren zuletzt 2,0 Prozent. BMW DE0005190003, Porsche AG DE000PAG9113 und Volkswagen DE0007664039 bĂŒĂten zwischen 1,1 und 3,0 Prozent ein.
Die Aktien von Evotec DE0005664809 stiegen nach Vorlage von Quartalszahlen um 1,3 Prozent, nachdem sie vorbörslich noch deutlich im Minus notiert hatten. Der Wirkstoffforscher verzeichnete einen schwÀcheren Jahresauftakt, bekrÀftigte allerdings seine Jahresziele. Der Umsatz im ersten Quartal sei besser als erwartet ausgefallen, das bereinigte operative Ergebnis aber schlechter, kommentierte ein HÀndler.
Der Baumarktkonzern Hornbach Holding DE0006083405 rechnet nach RĂŒckgĂ€ngen im vergangenen GeschĂ€ftsjahr fĂŒr 2024/25 nur mit leichtem Aufwind. Zwar berichtete Hornbach von einem starken Start in die FrĂŒhjahrssaison, erwartet im weiteren Jahresverlauf wegen des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds aber eine schwĂ€chere Umsatzentwicklung. Im abgelaufenen GeschĂ€ftsjahr fiel der Nettogewinn um 20 Prozent. Die AktionĂ€re sollen dennoch eine stabile Dividende von 2,40 Euro je Aktie erhalten. Die Hornbach-Papiere prĂ€sentierten sich zuletzt kaum verĂ€ndert.

