Wahlkreiszuschnitt, Alabama

Wahlkreiszuschnitt in Alabama: Niederlage fĂŒr US-Republikaner

Veröffentlicht am: 27.05.2026 um 05:32 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Ein Bundesgericht in Alabama hat den Neuzuschnitt von Wahlkreisen in dem US-Bundesstaat vorlÀufig blockiert.

Damit scheiterten die Republikaner mit dem Versuch, einen Wahlkreisplan aus dem Jahr 2023 wieder einzufĂŒhren, der laut Richtern schwarze WĂ€hlerinnen und WĂ€hler diskriminiert. Demnach untersagte das Gericht dem republikanisch regierten Alabama laut Gerichtsakte vorlĂ€ufig, "die Kongresswahlen 2026 gemĂ€ĂŸ dem Plan von 2023 durchzufĂŒhren".

Der Fall beschĂ€ftigte schon mehrmals Gerichte in den USA. Bei der jetzigen Anordnung handelt es sich um eine einstweilige VerfĂŒgung. Es ist eine, zumindest kurzfristige, Niederlage fĂŒr die Republikaner in dem sĂŒdlichen Bundesstaat. Alabama legte gegen die Anordnung umgehend Berufung ein.

Parteien nutzen Gerrymandering, um sich Vorteile zu verschaffen

Den Richtern zufolge zielt der Neuzuschnitt der Republikaner darauf ab, die Stimmen schwarzer WĂ€hlerinnen und WĂ€hler auf mehrere Wahlkreise aufzuteilen - und sie so verpuffen zu lassen.

Hintergrund der Neuzuschnitte von Wahlkreisen - das sogenannte Gerrymandering - ist, dass alle zehn Jahre die Wahlkreise neu zugeschnitten werden mĂŒssen, damit sie jeweils Ă€hnlich viele Einwohner umfassen. In der Praxis nutzen Parteien diesen Prozess jedoch oft, um sich Vorteile zu verschaffen: So können aus einem Wahlkreisteil mit klarer Mehrheit Gebiete in einen anderen Wahlkreis verfrachtet werden, in dem das Rennen enger ist.

Kurzfristige Niederlage fĂŒr die Republikaner

In vielen Bundesstaaten befassen sich US-Gerichte mit derartigen FÀllen. Am 3. November gibt es in den USA Parlamentswahlen: Das ReprÀsentantenhaus wird dabei komplett neu gewÀhlt, und ein Teil des Senats. Bei diesen Zwischenwahlen könnte jedes einzelne Mandat entscheidend sein.

Auf Druck von US-PrĂ€sident Donald Trump sind seine Parteifreunde in den Bundesstaaten dabei, die Wahlkreisgrenzen zugunsten der Republikaner neu zu ziehen. In Texas, Florida, Oklahoma, Tennessee, North Carolina und Ohio gab es neue Wahlkreise oder PlĂ€ne dafĂŒr. Die Demokraten zogen wiederum in Kalifornien und Virginia nach, stehen aktuell aber schlechter da.

Die sogenannten Midterms gelten als Stimmungstest fĂŒr die Politik Trumps: Verlieren die Republikaner bei den Zwischenwahlen ihre aktuell sehr knappe Mehrheit auch nur in einer der beiden Parlamentskammern, wird Trump keine grĂ¶ĂŸeren Gesetzesinitiativen mehr durchsetzen können.

Einen RĂŒckschlag erhielten die PlĂ€ne von Trumps Republikanern auch in South Carolina. Dort scheiterte ein Gesetz fĂŒr einen Neuzuschnitt der Wahlkreise im Senat - trotz einer republikanischen Mehrheit in der Kammer. Der Neuzuschnitt hĂ€tte den Wahlkreis des schwarzen demokratischen Abgeordneten Jim Clyburn aufgespalten. Er ist der einzige Demokrat, der fĂŒr South Carolina im US-ReprĂ€sentantenhaus sitzt.

Disclaimer...

de | boerse | 69423289 |