Wahnsinn um Theaster Gates: Warum diese Werke jetzt Millionen bringen – und trotzdem nach Straße riechen
26.01.2026 - 09:58:08Alle reden über Theaster Gates – aber checkst du eigentlich, was da abgeht?
Ein Typ, der früher Dächer gedeckt hat, baut heute aus alten Kirchengestühlen, Ziegeln und Vinyl-Records Kunstwerke, die bei Auktionen für Millionen-Hammer sorgen.
Zwischen Ghettokirche, Galerie und Community-Project macht Gates genau die Art von Kunst, ĂĽber die sich dein TikTok-Feed streitet: genial oder total ĂĽberhyped?
Das Netz staunt: Theaster Gates auf TikTok & Co.
Theaster Gates ist kein klassischer "White Cube"-Maler, sondern ein Material-Magier.
Er verwandelt Schallplatten, Kirchenbänke, Dachziegel, Asphalt, Archiv-Fotos und Alltagsmüll aus Black Neighbourhoods in spirituelle Altäre, Minimal-Installationen und Performance-Rituale.
Seine Räume sehen aus wie eine Mischung aus Underground-Club, Kirche und Museum – perfekt für Handyvideos, POV-Walkthroughs und Reaction-Content.
Auf TikTok & YouTube feiern viele seine Community-Vibes: Er kauft leerstehende Häuser in Chicago, macht daraus Bibliotheken, Musikräume, Archive. Andere fragen: "Ist das Kunst oder einfach nur aufgeräumter Sperrmüll?"
Willst du die Kunstwerke in Action sehen? Hier geht's zum Hype:
Meisterwerke & Skandale: Das musst du kennen
Gates produziert riesige Installationen, intime Objekte und ganze Häuser als Kunstwerke. Drei Schlüsselprojekte, die du kennen solltest:
- "Dorchester Projects" (Chicago)
Kein einzelnes Objekt, sondern eine ganze Nachbarschaft als Kunstwerk.
Gates kaufte heruntergekommene Häuser auf Chicagos South Side, füllte sie mit Büchern, Schallplatten, Kunst und Community-Programmen.
Das Ding gilt als Ikone für "Social Practice"-Kunst: Statt Leinwand lieber Leben verändern.
Spannend: Viele feiern ihn als Heiler der Hood, andere kritisieren, dass solche Kunst-Gentrifizierung die Mieten nach oben treibt. - "Tarred Over Cracks" und die Ziegel-&Asphalt-Arbeiten
Ziegel, Teer, Dachpappe – Materialien vom Bau – werden bei Gates zu minimalistischen Wandobjekten mit krasser Geschichte dahinter.
Die schwarzen, glänzenden Oberflächen sehen im Feed super clean aus, sind aber voll mit Anspielungen auf Rassismus, Versklavung, Infrastruktur und unsichtbare Arbeit.
Der Look: Minimal Art trifft Straßendreck – perfekt für "Sieht aus wie ein schwarzes Quadrat, kostet aber mehr als mein Leben"-Kommentare. - "Black Chapel" (Serpentine Pavilion, London)
Gates bekam die wohl wichtigste Outdoor-BĂĽhne im Kunstgame: den Sommerpavillon im Londoner Kensington Garden.
Er baute eine monumentale, dunkle Rotunde, inspiriert von Ziegelöfen, Kirchen und Meditationsräumen.
Innen: Sound, Performances, Gospel-Vibes – ein Raum für Black Spirituality mitten im High-End-Kunstbetrieb.
Das Netz diskutierte hart: Ist das eine heilige Black-Power-Kathedrale oder eher ein teures Instagram-Set?
Dazu kommen seine Keramik-Arbeiten (er ist ausgebildeter Töpfer), Archive voller Jazz- und Soulplatten und Performances, bei denen er mit Musikern ganze Räume in kollektive Rituale verwandelt.
Rekord-Preise: So viel ist die Kunst wert
Und jetzt das, was jede*n Sammler*in interessiert: Wie teuer ist der SpaĂź?
Theaster Gates ist inzwischen glasklar ein Blue-Chip-Künstler. Seine Werke laufen bei den großen Häusern – und bei den großen Auktionshäusern.
Öffentlich dokumentierte Spitzenpreise liegen im hohen sechs- bis siebenstelligen Bereich. Laut Auktionsdatenbanken wie Artnet und Resultaten von Christie's/Sotheby's erzielten einzelne große Installationen und skulpturale Arbeiten von Gates bereits Millionenbeträge oder bewegen sich dicht darunter.
Konkrete Zahl gefällig? Recherchen in internationalen Auktionsarchiven zeigen, dass seine teuersten Arbeiten im Bereich von rund 1 Million US-Dollar und darüber zugeschlagen wurden – je nach Größe, Material und Ausstellungs-Historie.
Wichtig: Seine Preise sind in den letzten Jahren konstant geklettert, was ihn fĂĽr viele als Investment-Case spannend macht.
Aber: Der heißeste Stoff landet oft gar nicht erst bei Auktionen, sondern ist über Galerien wie White Cube oder globale Institutionen platziert – sprich: Wer ein großes Werk will, braucht eher gute Kontakte als nur Geld.
Wie wird man von der Baustelle zur Millionenkunst?
- Background: Theaster Gates wurde in Chicago geboren, wuchs in einem Arbeiterhaushalt auf und arbeitete tatsächlich erst als Dachdecker.
- Ausbildung: Studium u.a. in Keramik, Religionswissenschaft und Urban Planning – die perfekte Mischung für seine Mischung aus Material, Ritual und Stadtentwicklung.
- Durchbruch: Mit Projekten wie Dorchester Projects und frĂĽhen Keramik-Installationen wurde er auf Biennalen, in groĂźen Museen und bei Top-Galerien gefeiert.
- Heute: Ausstellungen in internationalen Häusern, Auftritte in Biennalen, riesige Raumarbeiten – und parallel baut er weiter an echten Orten für Communities.
Sein Ruf: Gamechanger der Social Practice Art – einer, der zeigt, dass Kunst nicht nur Objekt, sondern auch Prozess und Stadtentwicklung sein kann.
Live erleben: Hier kannst du die Kunst sehen
Wenn du Theaster Gates nur aus dem Feed kennst, verpasst du das Wichtigste: Seine Arbeiten leben von Raum, Sound, Körpergefühl. Handyvideos reichen da eigentlich nicht.
Aktuell sind seine Werke immer wieder in großen Häusern und bei Top-Galerien zu sehen – oft eingebettet in Gruppenausstellungen zu Themen wie Black Culture, Stadt, Spiritualität und Architektur.
Konkrete Ausstellungen wechseln schnell – und nicht alle Häuser veröffentlichen Langzeitpläne im Voraus. Eine aktuelle Live-Recherche zeigt: Einzelne Arbeiten von Gates tauchen immer wieder in Museumssammlungen und laufenden Schauen auf, allerdings ohne durchgängig klar kommunizierte, langfristige Solo-Shows.
Stand jetzt: Aktuell keine Ausstellungen bekannt, die weltweit einheitlich und langfristig angekĂĽndigt sind und sich ausschlieĂźlich auf Theaster Gates konzentrieren.
FĂĽr den echten Ăśberblick solltest du diese Seiten im Auge behalten:
- Offizielle Website von Theaster Gates – hier findest du Infos zu Projekten, Kollaborationen und größeren Vorhaben.
- White Cube – Galerie-Page von Theaster Gates – hier droppen neue Werke, Ausstellungsinfos und Markt-Signale zuerst.
Zusätzlich lohnt sich:
- Check die Programme großer Museen in Städten wie London, Chicago, New York, Berlin – Theaster Gates taucht regelmäßig in Gruppenshows auf.
- Folge den Institutionen, mit denen er öfter arbeitet, auf Social Media – Premieren und Performances werden oft kurzfristig angekündigt.
Fazit: Hype gerechtfertigt?
Also: Ist Theaster Gates nur ein weiterer Name im Kunst-Hype – oder wirklich ein Must-See für deine Art-Bucket-List?
FĂĽr Fans von cleaner, glatter Wandkunst ist das erstmal ungewohnt: viel Raum, viel Geschichte, viel Kontext. Aber genau das macht ihn fĂĽr viele zum Meilenstein unserer Zeit.
Er bringt zusammen, was sonst getrennt ist: Baustelle und Black Church, Archiv und Club, Investment und Community-KĂĽche.
Investor*innen sehen in ihm einen stabilen Blue Chip mit gesellschaftlicher Relevanz – jemand, dessen Werke nicht nur schön aussehen, sondern in großen Museumsnarrativen eine feste Rolle spielen.
Wenn du Kunst suchst, die polarisierend, politisch und gleichzeitig ultra-instagrammable ist, führt 2020er-Jahre-mäßig kaum ein Weg an Theaster Gates vorbei.
Und mal ehrlich: Wie viele Künstler*innen kennst du, deren Werke gleichzeitig Millionen kosten, ganze Nachbarschaften verändern und trotzdem aussehen, als könnten sie direkt aus deiner Straße kommen?
Genau da liegt sein Power-Move.


