ROUNDUP, Trump

Trump verschiebt Angriffe - Iran dementiert GesprÀche

23.03.2026 - 14:26:34 | dpa.de

WASHINGTON/TEHERAN - Wegen nach seinen Worten "produktiver GesprÀche" mit dem Iran verschiebt US-PrÀsident Donald Trump mögliche Angriffe auf dortige Kraftwerke.

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WASHINGTON/TEHERAN (dpa-AFX) - Wegen nach seinen Worten "produktiver GesprĂ€che" mit dem Iran verschiebt US-PrĂ€sident Donald Trump mögliche Angriffe auf dortige Kraftwerke. UrsprĂŒnglich hatte er Teheran ein Ultimatum gesetzt, bis zur Nacht auf Dienstag (MEZ) die fĂŒr den internationalen Schiffsverkehr wichtige Straße von Hormus zu öffnen - andernfalls wollte er Irans Kraftwerke zerstören lassen. Stattdessen will er nun weitere fĂŒnf Tage auf Attacken gegen Kraftwerke und Energieinfrastruktur verzichten.

Iran dementiert GesprÀche

Er habe das Verteidigungsministerium angewiesen, alle Attacken auf Kraftwerke und die Energieinfrastruktur auszusetzen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Er sprach von "detaillierten und konstruktiven GesprÀchen" mit der Islamischen Republik, die in dieser Woche fortgesetzt werden sollen. Die Aussetzung der Angriffe stehe unter dem Vorbehalt des Erfolgs weiterer Treffen und Verhandlungen. Die USA und Israel hatten den Krieg gegen den Iran vor drei Wochen begonnen.

Der Iran dementierte jedoch Verhandlungen zwischen Teheran und Washington. Es gebe keinerlei direkte Kontakte zu Trump, auch nicht ĂŒber Vermittler, hieß es in Berichten der Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim, die Irans mĂ€chtigen RevolutionswĂ€chtern nahestehen.

Trump hatte 48-Stunden-Frist gesetzt

Die Agentur Fars zitierte eine anonyme Quelle im iranischen Machtapparat, wonach Trump zurĂŒckgerudert sei, nachdem er gehört habe, dass alle Kraftwerke in Westasien Ziele iranischer Angriffe sein wĂŒrden. Tasnim schrieb, Trump habe sich "vom Druck der FinanzmĂ€rkte" ĂŒberzeugen lassen. Der Iran werde seine Verteidigung fortsetzen.

In der Nacht zum Sonntag (MEZ) hatte Trump mit der Zerstörung seiner Energieanlagen gedroht, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Straße von Hormus vollstĂ€ndig und "ohne Drohungen" öffnen. Andernfalls wĂŒrden die USA Irans Kraftwerke angreifen und zerstören, "beginnend mit dem grĂ¶ĂŸten!", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Aufatmen an den MĂ€rkten

Anleger reagierten erleichtert auf die VerlÀngerung des US-Ultimatums. Der Deutsche Aktienindex (Dax) legte eine Kehrtwende hin und sprang daraufhin nach einem Minus am Vormittag deutlich nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 erholte sich Àhnlich deutlich. Auch an den zuvor schwach erwarteten US-Börsen zeichnen sich nun Gewinne ab.

Der Ölpreis sank klar: Der Preis fĂŒr ein Fass (159 Liter) Rohöl der fĂŒr Europa maßgeblichen Nordsee-Sorte Brent sackte deutlich ab. Auch der Preis fĂŒr Erdgas gab nach.

Iran wollte zurĂŒckschlagen

Der Iran hatte seinerseits am Sonntag mit der vollstĂ€ndigen Schließung der Meerenge gedroht, falls die USA iranische Kraftwerke angreifen sollten. Die Straße von Hormus werde erst dann wieder geöffnet, wenn die bereits jetzt zerstörten Kraftwerke wieder aufgebaut seien, teilten die iranischen Revolutionsgarden ĂŒber den Staatssender Irib mit.

Davor hatte Teheran schon damit gedroht, Energieinfrastruktur und Entsalzungsanlagen in den mit den USA verbĂŒndeten Golfstaaten ins Visier zu nehmen. Angesichts des Wassermangels in der Region gehören Entsalzungsanlagen dort zur kritischen Infrastruktur.

Iran kĂŒndigte "neue Überraschungen an"

Die FĂŒhrung betonte auch, man habe im Krieg mit Israel und den USA noch nicht alle seine militĂ€rischen KapazitĂ€ten ausgeschöpft. "Der Feind soll wissen, dass neue Überraschungen auf dem Weg sind", sagte Abdullah Hadschi-Sadeghi, ein religiöser Vertreter der mĂ€chtigen Revolutionsgarden.

Die Islamische Republik werde sich niemals ergeben, zitierte ihn die mit den RevolutionswÀchtern verbundene Nachrichtenagentur Tasnim. "Wir sind in einer Schule erzogen worden, die Kapitulation als Erniedrigung betrachtet", sagte Hadschi-Sadeghi.

Weitere Angriffe

Sowohl im Iran als auch in Israel kam es derweil zu weiteren Angriffen. Aus der iranischen Hauptstadt Teheran wurde eine neue Welle israelischer Luftangriffe mit heftigen Explosionen in mehreren Bezirken der Millionenmetropole gemeldet. Zuvor hatte das israelische MilitĂ€r auf der Plattform Telegram den Beginn einer weiteren Serie umfangreicher Attacken auf Regierungseinrichtungen der Islamischen Republik verkĂŒndet.

Wenige Stunden spĂ€ter informierte Israels Armee ĂŒber eine neue Raketensalve, die aus dem Iran auf Israel abgefeuert worden sei. Die Luftabwehrsysteme seien bereitgemacht worden, um die Geschosse abzufangen, hieß es auf Telegram. Anwohner wurden aufgerufen, sich in SchutzrĂ€ume zu begeben.

Die vom Iran unterstĂŒtzte Hisbollah-Miliz im Libanon beanspruchte innerhalb von 24 Stunden mehr als 60 Angriffe auf Israel fĂŒr sich. Hisbollah-KĂ€mpfer hĂ€tten mit Raketen, Drohnen und Artillerie unter anderem israelische Soldaten und Fahrzeuge im Grenzgebiet angegriffen, teilte die Miliz mit.

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