ROUNDUP, Trump

Trump lobt Merz - und attackiert andere EuropÀer

03.03.2026 - 20:28:28 | dpa.de

WASHINGTON - US-PrÀsident Donald Trump hat die deutsche Haltung zum Iran-Krieg gelobt und auf Forderungen nach einer Beteiligung an der MilitÀraktion verzichtet.

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WASHINGTON (dpa-AFX) - US-PrĂ€sident Donald Trump hat die deutsche Haltung zum Iran-Krieg gelobt und auf Forderungen nach einer Beteiligung an der MilitĂ€raktion verzichtet. Deutschland habe sich, im Gegensatz zu anderen Nato-Partnern wie Großbritannien und Spanien, "großartig" verhalten, sagte Trump wĂ€hrend des Treffens mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Oval Office des Weißen Hauses in Washington. Er versicherte: "Wir fordern sie nicht auf, Bodentruppen zu entsenden oder irgendetwas in der Art zu tun."

Die Nato-Partner Spanien und Großbritannien attackierte Trump dagegen scharf. "Einige europĂ€ische LĂ€nder wie Spanien haben sich schrecklich verhalten." Er verwies darauf, dass Spanien den USA untersagt hat, LuftwaffenstĂŒtzpunkte auf seinem Territorium zu nutzen.

Heftige Kritik an Spanien: "Sie waren unfreundlich"

Trump sagte dazu, niemand könne den USA vorschreiben, was sie zu tun oder zu lassen hĂ€tten. Wenn die USA wollten, könnten sie Spaniens StĂŒtzpunkte auch ohne Erlaubnis nutzen. "Sie waren unfreundlich." Und deshalb habe er seinen Finanzminister Scott Bessent angewiesen, "alle Deals" mit Madrid einzustellen. Welche Abkommen Trump meinte, blieb zunĂ€chst unklar.

Merz stimmte in die Kritik an Spanien ein - aber nur Blick auf die Weigerung des Landes, sich auf das gemeinsam vereinbarte Ziel zu den Nato-Verteidigungsausgaben zu halten. "Spanien ist das einzige Land, das dazu bisher nicht bereit ist."

Kritik an Großbritannien: Keine Churchill-Ära

Den britischen Premierminister Keir Starmer hatte der US-PrĂ€sident schon in den vergangenen Tagen mehrfach in Medieninterviews kritisiert. Jetzt sagte er, ohne Starmers Namen zu nennen: "Wir haben es hier nicht mit Winston Churchill zu tun". Den Vergleich zum legendĂ€ren britische Premierminister, der große Verantwortung am Sieg der Alliierten im Zeiten Weltkrieg getragen hatte, fĂŒhrte Trump sogar zweimal an. Das Verhalten der Briten sei "shocking" (in etwa: schockierend).

Großbritannien hatte den USA britischen Medien zufolge erst verweigert, Angriffe auf den Iran von britischen StĂŒtzpunkten durchzufĂŒhren. Erst am Sonntagabend lenkte Starmer ein und erlaubte die Nutzung in begrenztem Umfang.

Kanzler fĂŒr Regimewechsel: "Wir sind uns einig"

Deutschland hat anders als Spanien kein Problem damit, dass die USA den LuftwaffenstĂŒtzpunkt im rheinland-pfĂ€lzischen Ramstein fĂŒr die Angriffe nutzen. Eine Beteiligung an der MilitĂ€raktion schließt die Bundesregierung allerdings aus - anders als Frankreich und Großbritannien, die Kriegsschiffe zur Abwehr von Raketen und Drohnen in die Region schicken.

Merz hatte in den vergangenen Tagen zwar VerstĂ€ndnis fĂŒr die Angriffe der USA und Israels geĂ€ußert, sich aber nicht klar hinter sie gestellt. Gleichzeitig hatte er gemahnt: "Das ist nicht ohne Risiko." Man wisse nicht, zu welcher Eskalation in der Region die harten iranischen GegenschlĂ€ge fĂŒhren wĂŒrden. Es sei auch unklar, ob durch MilitĂ€rschlĂ€ge von außen ein politischer Wandel von innen heraus ĂŒberhaupt ermöglicht werden könne.

Im Oval Office versuchte Merz nun den Eindruck zu erwecken, dass er mit Trump bei den Zielen der Operation weitgehend auf einer Linie sei. "Wir sind uns einig, dass dieses schreckliche Regime in Teheran beseitigt werden muss", sagte er. Und er verwies auf den "Tag danach". Bereits jetzt mĂŒsse man ĂŒber politische Perspektiven und Sicherheitsstrukturen fĂŒr die Zeit nach dem Konflikt sprechen.

Trump: Ukraine weit oben auf PrioritÀtenliste

Der Kanzler wies auch darauf hin, dass die BemĂŒhungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs nicht aus dem Blick geraten dĂŒrften. Es gebe zu viele "bad guys" (in etwa: Bösewichte) in dieser Welt, sagte er mit Blick auf den russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin.

Trump versicherte, dass seine diplomatischen BemĂŒhungen um ein Ende des Krieges weit oben auf seiner PrioritĂ€tenliste stĂŒnden. Es herrsche ein "enormer Hass" zwischen dem russischen PrĂ€sidenten Putin und dessen ukrainischem Kollegen Wolodymyr Selenskyj.

Witz ĂŒber Zölle und ein Klaps aufs Knie

FĂŒr Merz war bei dem Treffen neben dem Iran und der Ukraine der Zollstreit zwischen der EU und den USA wichtig. Trump bekrĂ€ftigte seine Absicht zur EinfĂŒhrung eines weltweiten Zolls auf Importe in die USA von 15 Prozent. Zudem untersuche seine Regierung weiter die Möglichkeit unterschiedliche Zölle fĂŒr unterschiedliche LĂ€nder zu erheben.

Trump witzelte an den ebenfalls im Oval Office anwesenden US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer gewandt: "Wie behandeln wir Deutschland? Ich denke, bei denen solltest du sehr, sehr hart zuschlagen." Der US-PrÀsident gab Merz dabei einen Klaps aufs Knie. Der Kanzler schwieg zu dem Thema.

Redezeit: 30 zu 3 fĂŒr Trump

Seine Redezeit war ohnehin wieder gering. Er kam auf gut drei Minuten, Trump auf 30. So Àhnlich war es auch beim Antrittsbesuch im Juni vergangenen Jahres. Es richteten sich aber auch die meisten Fragen an Trump.

Empfangen worden war Merz zu dem mit Spannung erwarteten GesprĂ€chstermin nicht wie ĂŒblich vor dem Weißen Haus, der Kanzler wurde durch einen Nebeneingang geleitet. Weil der CDU-Politiker als erster Staatschef nach den amerikanisch-israelischen Angriffen persönlich bei Trump erschien, bekam der Besuch auch international große Aufmerksamkeit.

Trump: Merkel hat Deutschland geschadet

Wie bei vielen Ă€hnlichen Terminen zuvor wechselte der US-PrĂ€sident teils wild die Themen. Zwischendurch kritisierte er auch die frĂŒhere Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Mit ihr habe er "Differenzen" gehabt, sagte Trump. "Ich habe gesagt: Sie schaden Ihrem Land mit der Migration und Sie schaden Ihrem Land mit der Energiepolitik." Merz hingegen sei in beiden Fragen "ziemlich das Gegenteil" seiner VorgĂ€ngerin, sagte Trump.

Er halte den neuen Kanzler fĂŒr einen "ausgezeichneten AnfĂŒhrer". Er sei ein "sehr erfolgreicher Mann", der "einen großartigen" Job mache und zu einem Freund geworden sei.

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