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Trump verklagt 'New York Times' auf 15 Milliarden Dollar

16.09.2025 - 11:21:00 | dpa.de

WASHINGTON - US-PrÀsident Donald Trump hat eine Milliarden-Klage wegen Verleumdung gegen die "New York Times" und mehrere ihrer Journalisten eingereicht.

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WASHINGTON (dpa-AFX) - US-PrĂ€sident Donald Trump hat eine Milliarden-Klage wegen Verleumdung gegen die "New York Times" und mehrere ihrer Journalisten eingereicht. Er wirft der Zeitung vor, ihn im Vorfeld der PrĂ€sidentschaftswahl 2024 "absichtlich und böswillig" diffamiert zu haben, wie aus dem entsprechenden Gerichtsdokument hervorgeht. Trump fordert dafĂŒr 15 Milliarden Dollar (etwa 12,8 Milliarden Euro).

Die 85-seitige Klageschrift wurde am Montag (Ortszeit) vor einem Bezirksgericht im Bundesstaat Florida eingereicht. Die "New York Times" Ă€ußerte sich zunĂ€chst nicht dazu. Die Zeitung gehört neben der "Washington Post" zu den einflussreichsten ĂŒberregionalen Tageszeitungen in den USA.

Trump wirft "NYT" Verbreitung von LĂŒgen vor

Trump hatte die Klage am spĂ€ten Montagabend (Ortszeit) in einem Post auf seiner Plattform Truth Social angekĂŒndigt. Die "New York Times" sei "eine der schlechtesten und verkommensten Zeitungen in der Geschichte unseres Landes", schrieb er. Sie sei "zu einem regelrechten "Sprachrohr" der radikalen linken Demokratischen Partei geworden".

Trump warf der Zeitung vor, sie habe sich jahrzehntelang daran beteiligt, LĂŒgen ĂŒber Trump, seine Familie, sein Unternehmen, die Bewegung "Make America Great Again" (MAGA) und die USA als Ganzes zu verbreiten. "Die "New York Times" durfte viel zu lange ungehindert lĂŒgen, diffamieren und mich verleumden, und das hört JETZT auf", schrieb Trump.

Als Beklagte werden neben der Zeitung in dem Gerichtsdokument namentlich die Journalisten Susanne Craig, Russ Buettner, Peter Baker und Michael S. Schmidt genannt. Auch gegen den Verlag Penguin Random House, der ein von Craig und Buettner verfasstes Buch ĂŒber Trump herausbrachte, richtet sich die Klage. Der Bertelsmann-Konzern, zu dem Penguin Random House gehört, teilte auf dpa-Anfrage mit, der Vorgang sei bekannt. Penguin Random House sei Partei des Verfahrens.

Trump prÀsentiert sich als Opfer einer feindseligen Presse

Trump stellt sich seit Jahren als Opfer einer ihm gegenĂŒber kritischen und feindseligen Presse dar. Etablierte Medien, deren Berichterstattung nicht mit seiner politischen Linie ĂŒbereinstimmen, bezeichnete er als "Feinde des Volkes".

In der Vergangenheit hatte er bereits Klagen gegen mehrere Medien angestrengt, darunter gegen die Sender CBS und ABC. In beiden FÀllen einigten sich die Seiten auf einen Vergleich in Millionenhöhe. Kritiker sehen in den Klagen einen Angriff auf die Pressefreiheit.

Zudem zieht der US-PrĂ€sident gegen verschiedene weitere Medien ins Feld, deren Berichterstattung ihm zuwiderlĂ€uft. So war etwa die Nachrichtenagentur AP von der Mitreise im Regierungsflieger ausgeschlossen worden. Sie hatte sich geweigert, die von Trump verfĂŒgte Neubezeichnung fĂŒr den Golf von Mexiko - "Golf von Amerika" - zu ĂŒbernehmen. Andere, wie Trumps Haussender Fox News, werden von ihm hofiert und bekommen regelmĂ€ĂŸig Exklusivinterviews.

Trump kritisiert Wahlempfehlung fĂŒr Kamala Harris

Trumps Kritik richtet sich im Fall der "New York Times" auch gegen eine Wahlempfehlung, welche die Zeitung vor der PrĂ€sidentschaftswahl 2024 fĂŒr Trumps demokratische Konkurrentin Kamala Harris abgegeben hatte. "Ich betrachte dies als den grĂ¶ĂŸten illegalen Wahlkampfbeitrag aller Zeiten", schrieb er auf Truth Social.

In den USA ist es ĂŒblich, dass Zeitungen Wahlempfehlungen abgeben. Neben der "New York Times" unterstĂŒtzten eine Reihe weiterer Medien Harris, darunter große Namen wie der "Boston Globe" und der "Philadelphia Inquirer". Andere Medien wie die "New York Post" sprachen sich fĂŒr Trump aus.

Mit ihrer klaren Stellungnahme setzte sich die "New York Times" von ihrem Konkurrenzblatt "Washington Post" ab, die erstmals seit 1988 keine Empfehlung fĂŒr die US-PrĂ€sidentenwahl aussprach. Reporter der "Washington Post" berichteten, die Entscheidung sei von Amazon-GrĂŒnder Jeff Bezos als Besitzer der Zeitung getroffen worden. DafĂŒr hatte es viel Kritik gegeben.

Trump drohte bereits wegen Epstein-Berichterstattung mit Klage

Bereits in der vergangenen Woche hatte der US-PrĂ€sident gedroht, die "New York Times" wegen ihrer Berichterstattung ĂŒber ein angebliches GlĂŒckwunschschreiben Trumps an den berĂŒchtigten SexualstraftĂ€ter Jeffrey Epstein zu verklagen. Der mehr als 20 Jahre alte Geburtstagsgruß besteht aus rĂ€tselhaften Andeutungen eines schriftlichen Dialogs zwischen "Donald" und "Jeffrey", der von der gezeichneten Silhouette eines Frauenkörpers umgeben ist. Darunter stehen Trumps Name und eine Unterschrift. Der Republikaner bestreitet, Urheber des Schreibens zu sein.

In den USA schwelt schon seit Monaten ein Streit ĂŒber die Aufarbeitung des Falles Epstein. Im Zentrum steht die Frage, wie eng das VerhĂ€ltnis zwischen Epstein und Trump war. Gegen das "Wall Street Journal", das bereits im Juli exklusiv ĂŒber das angebliche GlĂŒckwunschschreiben berichtet hatte, reichte Trump ebenfalls Klage ein und forderte eine EntschĂ€digung in Milliardenhöhe.

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