Waymo, Taxis

Waymo testet selbstfahrende Taxis auf Londons Straßen

27.01.2026 - 16:02:12

Alphabets Tochter Waymo beginnt Testfahrten in London, um 2026 einen fahrerlosen Ride-Hailing-Service zu starten. Der Vorstoß wird durch Großbritanniens klare Regulierung begünstigt.

Der Google-Mutterkonzern Alphabet bereitet mit Testfahrten den Start eines Roboter-Taxi-Dienstes in der britischen Hauptstadt vor. Die Pläne markieren einen strategischen Vorstoß in den europäischen Markt.

Waymo, ein Tochterunternehmen von Alphabet, hat die Testphase für seinen autonomen Fahrdienst in London eingeläutet. Die charakteristischen, vollelektrischen Fahrzeuge des Unternehmens sind bereits im Stadtverkehr unterwegs. Damit will das Unternehmen noch 2026 einen vollständig fahrerlosen Ride-Hailing-Service für die Öffentlichkeit starten. London wäre nach Tokio der zweite internationale und der erste europäische Markt für Waymo.

Vom Testbetrieb zum kommerziellen Service

Aktuell sind die Fahrzeuge mit speziell geschulten Sicherheitsspezialisten besetzt, die die Systeme überwachen. Diese Phase dient dazu, Daten über Londons einzigartiges Straßennetz, Verkehrsaufkommen und Fahrgewohnheiten zu sammeln. Der Logistikpartner Moove, der Waymo bereits in sechs US-Städten unterstützt, übernimmt Wartung und Aufladung der Elektroflotte. Genutzt werden Jaguar I-PACE-Modelle, was eine langjährige Partnerschaft mit der britischen Marke fortsetzt.

Waymo arbeitet eng mit den Behörden, darunter Transport for London (TfL), zusammen, um alle notwendigen Genehmigungen für den kommerziellen Betrieb zu erhalten. Die Integration in das bestehende öffentliche Verkehrsnetz ist eine zentrale Herausforderung.

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Großbritanniens regulatorischer Vorsprung

Waymos Expansion wird durch eine förderliche Gesetzgebung in Großbritannien begünstigt. Der Automated Vehicles (AV) Act aus dem Mai 2024 schafft einen klaren Rechtsrahmen für selbstfahrende Fahrzeuge. Die Regierung will Pilotprojekte bereits im Frühjahr 2026 beschleunigen; eine breitere Einführung der Technologie wird für die zweite Hälfte 2027 erwartet.

Die britische Verkehrsministerin Heidi Alexander begrüßte Waymos Pläne. Sie sieht Potenzial für zusätzliche Investitionen, neue Arbeitsplätze und barrierefreie Transportoptionen. Die Branche könnte bis 2035 einen Wert von rund 49 Milliarden Euro erreichen.

London als europäischer Wettbewerbs-Hotspot

Mit seinem Vorstoß betritt Waymo ein zunehmend umkämpftes Feld. Auch die Ride-Hailing-Riesen Uber und Lyft planen Berichten zufolge eigene Tests mit autonomen Taxis in London. Hinzu kommt das britische Startup Wayve, das eigene KI-gesteuerte Technologie entwickelt und einen Start für 2027 anpeilt.

London entwickelt sich so zum entscheidenden Testfeld für die Zukunft der urbanen Mobilität in Europa. Der Erfolg oder Misserfolg der ersten Dienste wird die Geschwindigkeit der Markteinführung auf dem gesamten Kontinent maßgeblich beeinflussen.

Herausforderungen auf dem Weg zur Akzeptanz

Waymo geht mit großer Erfahrung in den Wettbewerb: Das Unternehmen hat in den USA über 160 Millionen autonome Kilometer zurückgelegt und Millionen bezahlte Fahrten absolviert. Gleichzeitig steht es dort unter Beobachtung von Aufsichtsbehörden nach Sicherheitsvorfällen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen könnten auch das Vertrauen von Regulierern und Öffentlichkeit in Großbritannien beeinflussen.

In den kommenden Monaten wird Waymo die Testfahrten auf zunächst 19 Stadtbezirke und die City of London ausweiten. Die größte Hürde neben der technischen Meisterung des komplexen Straßennetzes wird sein, das Vertrauen der Londoner zu gewinnen. Gelingt die Pilotphase 2026, könnte ab 2027 ein umfassender fahrerloser Dienst starten – und den Verkehr in einer der ikonischsten Städte der Welt revolutionieren.

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