Waymo: US-Behörden ermitteln nach gefÀhrlichen VorfÀllen
03.03.2026 - 23:23:36 | boerse-global.deAutonom fahrende Taxis von Waymo geraten in den USA zunehmend unter Druck. Gleichzeitig mit einer aggressiven Expansion ermitteln nun zwei Bundesbehörden wegen einer Serie bedenklicher VorfĂ€lle â darunter das illegale Ăberholen von Schulbussen und ein Unfall mit einem Kind.
Die National Transportation Safety Board (NTSB) untersucht neue VorfĂ€lle aus dem Januar in Austin, Texas. Dabei sollen Waymo-Fahrzeuge Schulbusse ĂŒberholt haben, die mit Warnblinklicht haltend Kinder ein- oder ausluden. FĂŒr den Alphabet-Konzern kommt die neue Untersuchung zur Unzeit: Die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA fĂŒhrt bereits eine PrĂŒfung zu Ă€hnlichen Schulbus-ZwischenfĂ€llen.
Die zunehmende Vernetzung und Fernsteuerung autonomer Systeme wirft kritische Sicherheitsfragen auf, die auch die IT-Infrastruktur moderner Unternehmen betreffen. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt, wie Sie Ihr Unternehmen mit einfachen MaĂnahmen vor aktuellen digitalen Bedrohungen schĂŒtzen. IT-Sicherheit stĂ€rken ohne teure neue Mitarbeiter einzustellen
Muster gefÀhrlicher ZwischenfÀlle
Im Fokus steht ein Vorfall vom 12. Januar. Ein Waymo-Fahrzeug ĂŒberholte einen Schulbus mit aktivierten Warnlichtern. Nur zwei Tage spĂ€ter, am 14. Januar, stoppte ein Roboter-Taxi zunĂ€chst, fuhr dann aber weiter â nachdem ein menschlicher Fernoperator fĂ€lschlicherweise bestĂ€tigt hatte, die Bus-Signale seien inaktiv.
Die VorfĂ€lle sind kein Einzelfall. Bereits im Dezember rief Waymo eine Software zurĂŒck, nachdem Behörden in Texas mindestens 19 VerstöĂe seit Schuljahresbeginn meldeten. Ein Software-Update sollte das Problem beheben. Doch der Schulbezirk von Austin verzeichnete allein im November fĂŒnf weitere VorfĂ€lle. Eine Bitte, den Betrieb nahe Schulen einzustellen, lehnte Waymo laut Berichten ab.
Die Ermittlungen beschrĂ€nken sich nicht auf Schulbusse. NTSB und NHTSA prĂŒfen auch einen ZusammenstoĂ vom 23. Januar in Santa Monica, Kalifornien. Ein Waymo-Fahrzeug erfasste dort ein neunjĂ€hriges MĂ€dchen in einer Schulzone. Das Unternehmen betont, das Fahrzeug habe das Kind erkannt, stark gebremst und die Aufprallgeschwindigkeit deutlich reduziert.
Expansion trotz wachsender Kontroversen
Trotz der regulatorischen Gegenwinde treibt Waymo die Expansion voran. Der Dienst startete kĂŒrzlich in neuen StĂ€dten und strebt Zulassungen fĂŒr die Region Washington D.C. und Virginia an. Das Wachstum ist Teil einer Strategie, die Waymo bereits in Phoenix, San Francisco und Los Angeles etabliert hat.
Doch der Rollout ist von Pannen und lokalem Widerstand begleitet. In einem vielbeachteten Vorfall in Austin blockierte ein Waymo-Taxi ein Einsatzfahrzeug auf dem Weg zu einer SchieĂerei. Das Fahrzeug blieb bei einer Wendemanöver quer auf der StraĂe stehen. Ein Polizist musste Fernoperatoren kontaktieren, um die Bahn freizubekommen. Der Vorfall nĂ€hrt Bedenken, die bereits in San Francisco ĂŒber die Behinderung von RettungskrĂ€ften geĂ€uĂert wurden.
Die öffentliche Wahrnehmung wird durch eine weitere EnthĂŒllung belastet: In einer Anhörung vor einem US-Senatsausschuss im Februar kam ans Licht, dass Waymos fahrerlose Taxis in schwierigen Situationen manchmal auf menschliche Fernoperateure angewiesen sind â teilweise mit Standorten im Ausland. Dies weckt bei Gesetzgebern Sorgen um Cybersicherheit und die Sicherheitsimplikationen ferngesteuerter Eingriffe.
Wenn kritische Steuerungsprozesse ĂŒber das Internet erfolgen, steigen die Risiken fĂŒr gezielte Manipulationen und Cyberangriffe massiv an. Erfahren Sie im aktuellen Experten-Report, wie mittelstĂ€ndische Unternehmen effektive Abwehrstrategien entwickeln, ohne dass das Budget explodiert. Experten-Report: Effektive Strategien gegen Cyberkriminelle
Der regulatorische Drahtseilakt
Bundes- und Landesbehörden balancieren auf einem schmalen Grat. Sie wollen Innovation fördern, ohne die öffentliche Sicherheit zu gefĂ€hrden. Die laufenden Untersuchungen signalisieren eine verschĂ€rfte Aufsicht ĂŒber den Realbetrieb der Technologie.
Die VorfĂ€lle in Texas hatten im Dezember bereits zu einem Software-Recall gefĂŒhrt. Waymo rĂ€umte damals ein Problem ein, das seine Fahrzeuge die visuellen Signale eines Schulbusses falsch interpretieren lieĂ. Dass sich die VorfĂ€lle im Januar wiederholten, legt nahe: Die Software-Updates haben das Kernproblem möglicherweise nicht vollstĂ€ndig gelöst.
Ein entscheidendes Jahr fĂŒr autonomes Fahren
Die kommenden Monate werden fĂŒr Waymo entscheidend sein. Das Unternehmen muss mehrere Bundesermittlungen managen und gleichzeitig seine kommerziellen Dienste ausbauen. Die Ergebnisse könnten zu weiteren RĂŒckrufen, verbindlichen Betriebsauflagen oder strengeren Richtlinien fĂŒr die gesamte Branche fĂŒhren.
Waymo betont, seine Technologie sei sicherer als menschliche Fahrer und verweist auf Daten aus Millionen gefahrener Kilometer. Doch spektakulĂ€re Pannen â besonders mit Kindern und RettungskrĂ€ften â untergraben das öffentliche Vertrauen. Sie liefern Kritikern und Lokalpolitikern Munition, die mehr Kontrolle ĂŒber den Roboter-Taxi-Betrieb in ihren StĂ€dten fordern. Die Branche beobachtet genau: Wie Waymo diese Sicherheitsbedenken adressiert, wird die regulatorische Landschaft und das Tempo der EinfĂŒhrung autonomer Fahrzeuge auf Jahre prĂ€gen.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.

