Wearables, Schlaf-Tracker

Wearables: Schlaf-Tracker boomen – aber Experten warnen vor Daten-Falle

25.01.2026 - 21:21:13

Immer mehr Menschen vertrauen auf Smartwatches und Ringe, um ihren Schlaf zu optimieren. Der Markt wächst rasant, doch Ärzte raten zur Vorsicht im Umgang mit den Daten.

In einer Zeit des unüberschaubaren Selbstmonitorings setzen Millionen auf Wearables, um das Geheimnis ihres Schlafs zu lüften. Der US-Markt für solche Geräte erzielte 2023 rund fünf Milliarden Euro – und soll sich bis 2030 verdoppeln. Doch Experten mahnen: Die Daten sind mit Vorsicht zu genießen. Zwischen hilfreichen Erkenntnissen und belastender Informationsflut liegt oft nur ein schmaler Grat.

Anders als in einem Schlaflabor wird der Schlaf nicht direkt gemessen, sondern indirekt erschlossen. Geräte wie die Apple Watch, der Oura Ring oder Fitbit nutzen Sensoren für Herzfrequenz und Bewegung. Komplexe Algorithmen schätzen daraus Schlafphasen wie Leicht-, Tief- und REM-Schlaf.

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Die Genauigkeit dieser Schätzung ist jedoch begrenzt. Studien zeigen: Manche Geräte erkennen nächtliches Wachliegen schlecht und überschätzen so die Gesamtschlafzeit. Die Daten sind ein Indiz, keine medizinische Diagnose.

Die Risiken: Von „Orthosomnie“ bis zum Datenmissbrauch

Die Fixierung auf perfekte Schlafwerte kann zum Bumerang werden. Einige Nutzer entwickeln eine Art „Orthosomnie“ – die obsessive Jagd nach optimalen Scores führt paradoxerweise zu mehr Schlafangst. Ärzte raten, langfristige Trends zu beachten, nicht die Werte einer einzigen Nacht.

Hinzu kommen Datenschutzbedenken. Die Geräte sammeln hochsensible Gesundheitsdaten. Oft landen diese in der Cloud und werden an Drittfirmen weitergegeben – meist ohne das explizite Wissen der Nutzer.

Das Potenzial: Vom Tracking zur echten Verhaltensänderung

Trotz der Grenzen bergen die Daten enormes Potenzial. Viele Nutzer leiten daraus positive Veränderungen ab. Wer etwa sieht, dass Alkohol die Schlafqualität ruiniert, trinkt seltener. Die Stärke der Tracker liegt im Aufdecken langfristiger Muster.

Künstliche Intelligenz wird das Feld revolutionieren. Zukünftige Algorithmen sollen individuelle Muster lernen, Anomalien erkennen und personalisierte Handlungsempfehlungen geben. Forscher arbeiten daran, dass Wearables Infektionen vor Symptombeginn oder Frühwarnzeichen für Depressionen erkennen könnten. Das wäre besonders für unterversorgte Gemeinden ein Durchbruch.

Die Zukunft: Vom Messen zum Eingreifen

Die Technologie entwickelt sich vom passiven Tracking zur aktiven Intervention. Auf Messen wie der CES 2026 wurden bereits KI-Systeme gezeigt, die über Hirnstromsensoren individuelle Soundlandschaften für besseren Schlaf erzeugen.

Langfristig könnten die Daten nahtlos in elektronische Patientenakten fließen. Aus Lifestyle-Gadgets würden so Werkzeuge der präventiven Medizin. Das Ziel: Nutzer sollen ihren Schlaf nicht nur verstehen, sondern aktiv verbessern – für ein gesünderes Leben.

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