IOM-Chefin warnt vor Migrationskrise durch Iran-Krieg
05.03.2026 - 06:34:31 | dpa.de"Schauen Sie sich das Beispiel der Ukraine an, wo innerhalb weniger Tage Millionen von Menschen die Grenze ĂŒberquert haben", sagte IOM-Chefin Amy Pope im Interview der Deutschen Presse-Agentur in BrĂŒssel.
Bei Konflikten nicht weit entfernt von Europa sei es entscheidend, die Migrationsbewegungen der Menschen genau zu beobachten. "Wir sehen Menschen, die innerhalb des Landes vertrieben werden. Wir beobachten, ob und wann diese Vertreibung auf andere LĂ€nder ĂŒbergreifen wird", sagte die US-Amerikanerin. "Was wir in der Vergangenheit bei Angriffen im Iran beobachtet haben, ist, dass sie zunĂ€chst die groĂen StĂ€dte verlassen und zu Familienangehörigen gehen."
Entscheidend sei, ob der Konflikt andauere, sich ausweite und dabei auch zivile Infrastruktur getroffen werde. "Das sind einige der Auslöser, von denen wir erwarten, dass sie zu mehr Migrationsbewegungen fĂŒhren werden", sagte sie.
Pope: NotfallplÀne ausarbeiten
Die IOM-Chefin rĂ€t dazu, sich auf verschiedene Szenarien vorzubereiten. "Es ist unglaublich wichtig, mit der Ausarbeitung von NotfallplĂ€nen zu beginnen", betonte Pope. ZunĂ€chst mĂŒsse geplant werden, welche UnterstĂŒtzung NachbarlĂ€nder wie die TĂŒrkei bei den Aufnahmen von ersten FlĂŒchtlingen brĂ€uchten.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hatte am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin" gesagt, man sehe derzeit keine zusĂ€tzlichen Fluchtbewegungen aus dem Iran in Richtung Deutschland. Auch EU-Migrationskommissar Magnus Brunner hatte am Montag mitgeteilt, dass die EU-Kommission keine gröĂeren Bewegungen an den AuĂengrenzen Irans beobachte.
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