Produktion/Absatz, Zusammenfassung

Verdi will Flughafen Frankfurt mit Warnstreik lahmlegen

07.03.2025 - 09:50:39

Wegen eines Warnstreiks am Frankfurter Flughafen mĂŒssen sich Passagiere am Montag auf FlugausfĂ€lle und VerspĂ€tungen einstellen.

Die Gewerkschaft Verdi hat die BeschÀftigten des öffentlichen Diensts und der Bodenverkehrsdienste aufgerufen, dann ganztÀgig die Arbeit niederzulegen, wie aus Gewerkschaftsveröffentlichungen in Frankfurt hervorgeht.

Hintergrund ist der Tarifstreit mit Bund und Kommunen, in dem Mitte MĂ€rz die nĂ€chste Verhandlungsrunde ansteht. Zuletzt haben BeschĂ€ftigte in Kranken- und Pflegeheimen sowie in KindergĂ€rten und anderen sozialen Einrichtungen gestreikt. Auch ein grĂ¶ĂŸerer Teil des Personals beim börsennotierten und einstmals kommunalen Flughafenbetreiber Fraport DE0005773303 wird noch nach den Tarifregeln des öffentlichen Diensts bezahlt. Zudem sind die BeschĂ€ftigten der Bodenverkehrsdienste zum Warnstreik aufgerufen.

Der 24-Stunden-Streik soll in der Nacht am Montag um 00.00 Uhr beginnen und bis 23.59 Uhr fortgesetzt werden. Die Streikenden sollen sich am Morgen zu einer Kundgebung treffen.

In der laufenden Tarifrunde wurden bereits die FlughĂ€fen in Köln, DĂŒsseldorf, Hamburg und MĂŒnchen bestreikt, wo es jeweils zu zahlreichen FlugausfĂ€llen gekommen war. Am Frankfurter Flughafen haben die öffentlich Bediensteten zuletzt im MĂ€rz 2023 einen Warnstreik abgehalten - damals zeitgleich abgestimmt mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG).

Bislang kein Angebot der Arbeitgeber

Die Gewerkschaft kritisiert, dass die Arbeitgeber von Bund und Kommunen in der zweiten Runde der Tarifverhandlungen Mitte Februar kein Angebot vorgelegt hĂ€tten. Verdi fordert eine Tariferhöhung im Volumen von acht Prozent, mindestens aber 350 Euro mehr monatlich, und höhere ZuschlĂ€ge fĂŒr die Arbeit zu belastenden und ungĂŒnstigen Zeiten. Die AusbildungsvergĂŒtungen und Praktikantenentgelte sollen um 200 Euro monatlich angehoben werden. Außerdem fordert die Gewerkschaft drei zusĂ€tzliche freie Tage.

Die Arbeitgeber haben diese Forderungen als nicht finanzierbar zurĂŒckgewiesen. Die Tarifverhandlungen werden am 14. bis 16. MĂ€rz 2025 in Potsdam fortgesetzt.

Luftverkehrsbranche sauer

Die Lufthansa DE0008232125 wie auch der Flughafenverband ADV haben die Streiks an den Knotenpunkten der Verkehrsinfrastruktur kritisiert."ZweitĂ€gige Streiks, die deutsche Metropolregionen vom internationalen Luftverkehr abschneiden, haben lĂ€ngst nichts mehr mit Warnstreiks zu tun", hatte ADV-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Ralph Beisel nach den Warnstreiks in MĂŒnchen und Hamburg erklĂ€rt.

@ dpa.de | DE0005773303 PRODUKTION/ABSATZ