Produktion/Absatz, Wettbewerb

Verbotene Absprachen im Industriebau - Kartellamt verhĂ€ngt Bußgelder

14.12.2023 - 18:13:51

Wegen verbotener Absprachen bei der Vergabe von Industriebau-AuftrĂ€gen hat das Bundeskartellamt Geldbußen gegen 14 Bauunternehmen und 12 verantwortliche Personen verhĂ€ngt.

Die Absprachen betrafen der Behörde zufolge 42 AuftrĂ€ge der HĂŒttenwerke Krupp Mannesmann, 122 AuftrĂ€ge der Thyssenkrupp DE0007500001 Steel Europe und 14 AuftrĂ€ge der Deutsche Edelstahlwerke zwischen 2007 und 2017. Es seien Geldbußen und sogenannte HaftungsbetrĂ€ge von insgesamt rund 4,8 Millionen Euro verhĂ€ngt worden. "Mit HaftungsbetrĂ€gen ist - anders als mit Geldbußen - kein ordnungswidrigkeitenrechtlicher Vorwurf verbunden", hieß es in der Mitteilung vom Donnerstag.

Die Unternehmen hĂ€tten ĂŒber Jahre ein System des gegenseitigen Zuschanzens von BauauftrĂ€gen unterhalten, erklĂ€rte BehördenprĂ€sident Andreas Mundt. Das Muster der Absprachen sei gleich gewesen: "Die an der jeweiligen Absprache beteiligten Unternehmen einigten sich zunĂ€chst in GesprĂ€chen vor Ort oder telefonisch darauf, wer den Auftrag gewinnen sollte", sagte Mundt. Das betreffende Unternehmen habe danach den Auftrag zunĂ€chst fĂŒr sich selbst kalkuliert. "Anschließend verschickte es die Kalkulationen an die anderen an der Absprache beteiligten Unternehmen, damit diese zum Schutz höhere Scheinangebote abgeben konnten."

Ausgelöst worden sei das Verfahren durch einen Kronzeugenantrag eines Bauunternehmens. Das Verfahren gegen dieses Unternehmen wurde entsprechend eingestellt. Die Bußgeldbescheide sind nach Angaben des Kartellamts bereits rechtskrĂ€ftig.

@ dpa.de | DE0007500001 PRODUKTION/ABSATZ